Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel St. Martin: Mehr als ein Laternenumzug
Lokales Oberhavel St. Martin: Mehr als ein Laternenumzug
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:04 11.11.2019
Teig für hunderte Martinsmännchen rührten Christenlehre-Kinder zusammen mit Silke Schenkel in Schildow an und stachen das Gebäck aus. Quelle: Matthias Busse
Schildow

In letzter Minute rettet Doreen Metzger noch die Martinsmännchen vorm Verbrennen. „Puh, die sind schon ganz schön dunkel“, sagt die Mutter, als sie das Blech aus dem Ofen herauszieht. Gebacken wird fast im Minutentakt, da bleibt keine Zeit für Plaudereien. Denn Gundula Ille, die mit ihren Enkeln dabei ist und eigentlich den Ofen beaufsichtigt, hatte gerade erzählt: „Ich finde das eine gute Sache und war überrascht, dass auch die Jungs so viel Spaß daran haben.“

Da wäre es beinahe schon um das Quark-Gebäck geschehen gewesen, wenn nicht Doreen Metzger eingegriffen hätte. Nach der Rettungsaktion, die ihre Brille durch die Hitze beschlagen ließ, berichtet die Schildowerin, dass sie selbst schon als Kind zur Christenlehre ging: „Wir haben gebastelt und im Advent für Brot für die Welt gebacken.“

Martinsmännchen werden seit 2018 gebacken

Das Martinsmännchen-Backen am St. Martinstag führte jedoch Silke Schenkel ein, als sie im vergangenen Jahr Gemeindepädagogin wurde – die Nachfolgerin von Katechetin Ute Forkert, die schon die vorigen Generationen der Kinder an den evangelischen Glauben heranführte. Im Raum nebenan basteln Mädchen und Jungen wie eh und je ihre Laternen für den Umzug nach dem Gottesdienst.

Letztlich kamen etwa 400 Zuhörer, die gar nicht alle in die Kirche mit ihren 250 Plätzen passten. So standen mehr als 100 Gäste draußen und sicherten sich schon einmal mit ihren leuchtenden Laternen die vordersten Plätze neben dem berittenen Sankt-Martinsdarsteller an der Spitze des folgenden Umzugs.

Laternenbasteln vor dem Umzug in evangelischen Gemeinde Schildow. Quelle: Matthias Busse

Trotz des großen Auditoriums zeigte sich Paul (11) vor seinem Auftritt im Gottesdienst ganz cool. Er war die Hauptperson – der Mantel. Seinen Stoff zerteilte laut Bibel-Überlieferung der damalige Soldat Martin mit einem Schwert, um eine Hälfte einem frierenden Bettler zu geben. Die Idee, die Begebenheit aus der Sicht des Mantels zu schildern, kam von Silke Schenkel, die den Text dazu schrieb. Amelie (10) und Lena (11) erzählen die gute Tat auf Nachfrage in der Backstube und legen noch Rosinen als Augen und Mandeln als Mantelknöpfe auf den Teig.

Kapazität des Backofens reicht nicht aus

Ihre Gemeindepädagogin muss derweil das Teigrühren stoppen, denn der kleine Ofen im Gemeindehaus kommt an seine Grenzen. „200 Martinsmännchen bäckt uns noch ein Gemeindemitglied zuhause“, berichtet Silke Schenkel über die Notlösung nach circa 150 selbst fertig gebackenen Männchen.

„Der angepeilte Rekord scheitert am Ofen“, sagt sie, „aber dazu kommen noch die 170 Hörnchen von Bäcker Lorenz. Es wird reichen.“ Geteilt wurde das Gebäck nach dem Laternenumzug am Martinsfeuer auf der Wiese an der Breiten Straße. „Seit wir in Schildow wohnen, haben wir mitgemacht“, sagt Annett Köppe, Mutter von Lilly (6) und Alina (12) und im Jahr 2013 zugezogen.

Geteilt wird mit den Ärmsten

Die christliche Nächstenliebe praktizierten die Schildower aber nicht nur symbolisch mit dem Backen für die Gemeinschaft und dem Teilen des Gebäcks, sondern auch mit einer Kollekte, die zum zweiten Mal an den evangelischen Verein „Parents for the Orphans“ geht. Der plant in Sambia den Bau einer Schule für Waisenkinder.

Von Matthias Busse

Aufgepasst: Die Polizei in Oberhavel ist am Dienstag wieder mit dem Radarmessgerät unterwegs und kontrolliert die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorschriften.

11.11.2019

Der Bärenklauer Wolfgang Krüger (69) erlebte den Mauerfall als Chefredakteur von Rias-TV in West-Berlin. Er erinnert sich noch gut an die Nacht vom 9. auf dem 10. November 1989.

09.11.2019

Der 23-jährige Tony Sieg aus Grüneberg ist ein Hans Dampf in allen Gassen. Der junge Sozialdemokrat ist heiß auf Politik und engagiert sich sehr in seinem Heimatort Grüneberg sowie in der Gemeinde Löwenberger Land.

08.11.2019