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Oberhavel Bürger stimmen für Bürgerhaushalt-Projekte
Lokales Oberhavel Bürger stimmen für Bürgerhaushalt-Projekte
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10:54 12.08.2019
Jennifer mit Sohn Chris aus Bergfelde vergaben bereits ihre grünen Punkte für einen Spielplatz in der Ahorngrundschule. Quelle: Robert Roeske
Hohen Neuendorf

Am Sonnabend waren die etwa 26 000 Einwohner Hohen Neuendorfs aufgerufen, über Vorschläge zum Bürgerhaushalt 2020 abzustimmen. Von 11 bis 17 Uhr vergaben laut Rathaus-Information 707 Interessierte ihre jeweils fünf möglichen grünen Punkte. Am Ende erreichte der gewünschte Bau einer Kletterlandschaft in der Ahorngrundschule Bergfelde 981 Punkte und blieb mit Abstand der Publikumsliebling.

32 000 Euro sollen die Geräte samt Aufbau kosten. Damit liegt die Summe knapp unter der Grenze von 33 000 Euro pro Einzelprojekt. Dieses und weitere Kriterien erfüllten von 216 eingereichten Vorschlägen 57 Projekte, für die das Publikum mit seinen Klebepunkten votierte. Das war bunt gemischt: Sowohl Jugendliche, als auch Familien und Senioren wollten mitentscheiden. Und der Zustrom riss nicht ab. Dennoch nahmen lediglich 2,7 Prozent aller Einwohner die Chance wahr. Trotzdem übertraf die Beteiligung im sechsten Jahr des Bürgerhaushaltes den bisherigen Teilnehmerrekord von 2016 um 87 Personen.

Ökologische Projekte lagen vorn

Das Besondere bei der Abstimmung zum Bürgerhaushalt in Hohen Neuendorf ist, dass jeder Anwesende ohne Altersbegrenzung mitmachen kann. So verteilte Mathias Rosin für seinen wenige Monate alten Sohn Henry die Punkte. Der Familienvater setzte für beide auf soziale und ökologische Projekte wie einen Trödelmarkt, das Anlegen einer Streuobstwiese oder das Abschaffen von To-Go-Kaffeebechern.

Das Projekt zum Verkauf von Mehrweg- und Pfandbechern bekam am Ende 128 Punkte und siegte in der Kategorie „Umwelt & Natur“. „Mit den Kategorien wollen wir lenken, damit nicht nur Projekte aus dem Sport umgesetzt werden“, begründet Bürgermeister Steffen Apelt (CDU). Denn in der Vergangenheit seien Trainer aus den Vereinen mit kompletten Jugendmannschaften zur Abstimmung ihrer eigenen Vorschläge angerückt und punkteten so ganz vorn.

Kategorien sollen für gerechte Verteilung sorgen

Neuerdings sollen die Stadtverordneten zuerst die Sieger jeder Kategorie für ihre endgültige Entscheidung berücksichtigen. Nachdem der Stadtentwicklungsausschuss im September darüber beraten habe, erwarte Rathaus-Sprecherin Ariane Fäscher bis spätestens Oktober die endgültige Entscheidung durch die Stadtverordnetenversammlung (SVV).

Neben der siegreichen Kategorie „Kinder und Jugend“ mit der Schul-Kletterlandschaft und dem in „Umwelt & Natur“ erfolgreichen Pfandbechersystem (Anschubfinanzierung 5000 Euro), erreichte in „Kultur“ das Vorhaben Open-Air-Kino im Sommer auf dem Sportplatz (Kosten 8000 Euro) 259 Punkte. Der Wunsch nach zusätzlichen Abfalleimern (2000 Euro) stand mit 89 Punkten bei „Ordnung & Sicherheit“ ganz vorn und ein Stadtflohmarkt (bis 3000 Euro) mit 87 Punkten bei den „Stadtteilprojekten“.

Nicht nur die Erstplatzierten haben Chancen auf Umsetzung

Sollte die SVV diesem Bürgerwillen in allen drei Kategorie-Siegern folgen, wäre die Hälfte des Bürgerhaushaltes von 100 000 Euro verbraucht. Somit könnten mit 50 000 Euro weitere Vorschläge finanziert werden, wie Streuobstwiesen (7000 Euro) oder ein elektronischer Flügel für Kulturveranstaltungen im Ratssaal (7000 Euro).

Die Vorschläge, die nicht aus dem Bürgerhaushalt realisierbar sind oder nicht in kommunaler Zuständigkeit liegen, wurden bei der Wahl mit roten Punkten bewertet. Der Wunsch nach einem 20-Minuten-Takt der S-Bahn am Wochenende bis 2 Uhr morgens lag da ganz vorn. Diese Anliegen sollen dennoch in der Rathaus-Politik weiter berücksichtigt werden.

Von Matthias Busse

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