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Oberhavel Wegen drei Tafeln Schokolade vor Gericht
Lokales Oberhavel Wegen drei Tafeln Schokolade vor Gericht
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01:44 25.06.2014
Quelle: dpa
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Gransee

Drei Anklagen verlas die Staatsanwältin gegen Dirk D., die der Granseer bestritt. Der 41-Jährige räumte zwar ein, Fehler begangen zu haben, aber keine Straftaten.

Er begründete einen vom Hausdetektiv angezeigten Ladendiebstahl vom 23. Mai vergangenen Jahres, es ging um drei Tafeln Schokolade im Wert von 2,67 Euro, folgendermaßen: Er sei mit seiner Lebensgefährtin bei Netto in Gransee einkaufen gewesen. Sie stand schon mit dem Einkaufswagen in der Reihe an der Kasse und rief ihm zu, noch Kartoffeln mitzubringen. Um den großen Sack richtig greifen zu können, habe er die in seiner Hand befindlichen drei Tafeln Schokolade sichtbar in die Brusttasche seiner Weste gesteckt und die Kartoffeln zur Kasse gebracht. Die Schokolade habe er in der Hektik total vergessen und erst wieder daran gedacht, als ihn der Detektiv daraufhin ansprach. "Wir hatten Ware von mehr als 30 Euro im Wagen und auch Geld für die Schokolade", verteidigte sich Dirk D. Der Hausdetektiv wollte jedoch an die Vergesslichkeit des Kunden nicht glauben.

Ähnlich unschuldig sei er bei der zweiten Anklage. Laut dieser soll der gelernte Maurer am 7. Dezember 2012 in der Wohnung des Zeugen Dominique S. in Gransee Steven L. eine Geldbörse mit 100 Euro gestohlen haben. Dirk D. bestreitet das vehement. Er sei in der Wohnung gewesen, um Dominique S. zu helfen, leere Flaschen wegzubringen. Während er das Leergut in fünf blaue Säcke sortierte, verkaufte sein Kumpel "Gras" an Steven L., der inzwischen eingetroffen war und dann wieder ging. Später habe der ihn dann bezichtigt, sein Portmonee mit 100 Euro gestohlen zu haben.

"Ich wollte nur die Wohnung haben, weiter nischt", beteuerte der Angeklagte in der dritten Sache. "Es war Oktober vorigen Jahres und es wurde kalt." Bis dahin habe er in einer Laube campiert. Seiner Meinung nach habe er niemand betrogen. Das Granseer Job-Center wirft ihm jedoch vor, deshalb vorsätzlich falsche Angaben gemacht zu haben. Die Vorgabe des Amtes lautete, dass die Wohnung nicht mehr als 330 Euro warm kosten darf. Tatsächlich kam aber heraus, dass die Miete 405 Euro betrug. Der Vermieter hatte zwar einen Vertrag über 330 Euro mit ihm abgeschlossen, aber darüber hinaus eine weitere Vereinbarung über Nebenkosten in Höhe von 75 Euro. Diese Differenz habe er dann von seinem Hartz-IV-Geld bezahlt. Das Amt ist der Meinung, dass dem Angeklagten diese Wohnung nicht zustand und somit auch nicht die an ihn dafür gezahlte Kaution von 750 Euro. Diese Summe hat der Angeklagte allerdings fast zurückgezahlt, war von seiner Verteidigerin zu hören.

Da zu den Vorwürfen keine Geständnisse vom Angeklagten kamen, sah sich das Gericht gezwungen, noch Zeugen zu hören. Diese werden in der nächsten Woche zum Fortsetzungstermin vorgeladen. Übrigens: Wohnungssorgen hat Dirk D. momentan nicht – er sitzt seit März wegen anderer Straftaten im Gefängnis.

orla

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