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14:33 14.07.2014
Nach 50 Minuten kehrten die Taucher zurück an Land. Quelle: Danilo Hafer

„Man muss selbst zum Fisch werden, wenn man die Fische und Pflanzen im See verstehen will“, sagt Silke Oldorff. Sie ist eine der Initiatoren des Projektes „Tauchen für den Naturschutz“, einer Kooperation zwischen dem Naturschutzbund (Nabu) Gransee, dem Tauchsportclub Nehmitzsee und der Naturparkverwaltung Stechlin-Ruppiner Land. Dabei erfassen rund 20 Sporttaucher regelmäßig die Vegetation der Seen im Naturpark. Anhand der Daten können Rückschlüsse auf den Zustand der Seen gezogen werden.

Am Sonnabend war wieder ein Tauchgang im Stechlinsee geplant. Besuch bekamen die Taucher von Michael Jungclaus, umweltpolitischer Sprecher der Grünen im Brandenburger Landtag. Im Rahmen seiner Sommertour wollte sich Jungclaus über das Projekt informieren und selbst mit auf den Grund des Sees tauchen. Ausgerüstet mit Netzen und einer Unterwasserkamera machte sich die Tauchgruppe dann auf den Weg. Zuvor hatte sich Silke Oldorff eine grobe Route zurechtgelegt. Das Tauchen hat sie extra für dieses Projekt gelernt. Und seit fünf Jahren ist es nun ihre Leidenschaft. Hauptberuflich arbeitet sie in der Naturparkverwaltung, die ihren Sitz in Menz hat.

Das Projekt bringt Naturschützer und Sporttaucher zusammen

Und das ist das Besondere an diesem Projekt. Es bringt Naturschützer und Sporttaucher zusammen. „Zwischen Tauchern und Naturschützern gibt es immer wieder viele Vorurteile. Dabei haben beide doch das gleiche Ziel. Sie wollen saubere Seen“, sagt Janine Jachtner. Sie ist seit März fest für dieses Projekt beim Nabu angestellt. Die studierte Meeresbiologin ist bei fast jedem Tauchgang dabei. Am Sonnabend beobachtet sie das Geschehen aber von Land aus und ist erstaunt, wie lange Michael Jungclaus unter Wasser bleibt. Denn es ist sein erster Tauchgang in einem deutschen Klarwassersee und erst sein sechster Tauchgang überhaupt.

Unterwegs in 24 Seen

  • 2008 wurde das Projekt „Tauchen für den Naturschutz“ ins Leben gerufen. Die Idee des Projektes besteht darin, Sporttaucher als Helfer für den Naturschutz von Gewässern in Brandenburg und im südlichen Mecklendburg-Vorpommern zu gewinnen und Vorurteile zwischen ihnen abzubauen.
  • Seither wurden über 180 Tauchgänge in 24 Seen des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land durchgeführt.
  • Das innovative Projekt wurde mit dem Deutschen Naturschutzpreis 2013, verbunden mit einem Preisgeld von 96.350 Euro, ausgezeichnet.
  • Die Tauchbasis am Stechlinsee soll eine Begegnungsstätte für Sporttaucher, Naturschützer und Wissenschaftler werden. Zusätzlich werden Schulungsprogramme sowie eine Internetplattform zur Eingabe der Daten entwickelt.

Nach fünfzig Minuten kommt die Gruppe wieder ans Ufer. Mit dabei hat sie Proben von rund 13 Unterwasserpflanzen. Darunter befinden sich drei sogenannte Störanzeiger. Pflanzen, die nicht lebensraumtypisch für diesen Seentyp sind, wie zum Beispiel die kanadische Wasserpest. Insgesamt sei der Stechlinsee aber in einem guten Zustand, so Silke Oldorff. Um eine genaue Prognose abgeben zu können, wie sich der See entwickelt, sei es jetzt aber noch zu früh. Dafür brauche es noch ein paar Tauchgänge mehr.

Begeisterung beim ersten Tauchgang

Michael Jungclaus sieht man die Begeisterung nach seinem ersten Tauchgang deutlich an. „Das Projekt trägt zum Schutz von Gewässern in Brandenburg bei und ermöglicht es, bedenkliche Veränderungen der Unterwasservegetation frühzeitig zu erkennen“, so der Grünen-Politiker.

Von Danilo Hafer

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