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Oberhavel Ausstellung in Kremmen:Malen als Ablenkung vom täglichen Stress
Lokales Oberhavel Ausstellung in Kremmen:Malen als Ablenkung vom täglichen Stress
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17:16 05.07.2019
Elvira Schmusch (Elvipe) aus Wentow  vor zwei ihrer Bilder in der Museumsscheune in Kremmen.
Elvira Schmusch (Elvipe) aus Wentow vor zwei ihrer Bilder in der Museumsscheune in Kremmen. Quelle: Robert Tiesler
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Wentow

Sie malt schon seit gut 40 Jahren. „Als Ablenkung vom Stress im täglichen Leben“, sagt Elvira Schmusch. Die 67-jährige Künstlerin aus Wentow bei Gransee stellt ihre Werke unter dem Motto „Die Farben meiner Seele“ derzeit in der Kremmener Museumsscheune aus.

Es sind hauptsächlich Landschaften, die sie malt. Und es ist hauptsächlich ihre Heimat – rund um Wentow – zu sehen. „Ich bin sehr viel draußen und sehr naturverbunden“, sagt sie. „Ich bin viel mit dem Hund unterwegs und entdecke dann eigentlich immer wieder etwas Neues.“ Was sie fasziniert, fotografiert sie mit dem Handy. „Ganz selten male ich direkt in der Natur.“ Es kann der Himmel sein, der sie in den Bann zieht, „oder der See, an dem ich wohne.“ Auch am Wentowsee gibt es immer etwas, was sie so schön findet, dass sie es malen möchte.

Elvira Schmusch stellt in der Museumsscheune in Kremmen aus. Quelle: Robert Tiesler

Zu sehen ist auf einem der Bilder die Tonlandschaft an der Havel bei Zehdenick. Auf einem anderen ein Feld in Wentow – nebst Windkraftanlage. „Das ist das Gegensätzliche, was ich zeige“, sagt sie. Ein weiteres Bild zeigt ein Getreidefeld bei Gransee mit Stromleitungen. „Andere würden die weglassen, aber ich nehme die mit auf, weil es ja zu unserem Leben gehört, auch wenn es vielleicht in der Natur nicht so schön aussieht.“

Sie malt mit Ölfarben, aber auch mit Acryl- oder Pastellfarben. Wie lange sie an einem Motiv malt, ist ziemlich unterschiedlich. „Mal habe ich eine sehr intensive Phase, mal schaffe ich an einem Abend ein neues Bild, ein anderes Mal nur eins in der Woche“, erzählt sie. Sie malt unter dem Künstlernamen Elvipe. Dahinter verbergen sich die Namen Elvira und Peter. Sie will damit an ihren verstorbenen Mann erinnern. Einmal in der Woche trifft sie sich in Zehdenick mit befreundeten Künstlern. „Da hatten wir früher noch eine Anleitung von der Volkshochschule. Das hat unsere Gruppe zusammengeschweißt. Jetzt malt jeder für sich, aber wir sind untereinander sehr kritisch, wir treffen uns und tauschen uns aus.“

Ein Werk von Elvira Schmusch. Quelle: Robert Tiesler

Seit 33 Jahren schon lebt sie in Wentow. „Mein Mann war dort Schulleiter“, erzählt Elvira Schmusch. Von März bis Oktober geht sie jeden Morgen in den Wentowsee. „Dieses Jahr habe ich bei zehn bis 13 Grad Wassertemperatur angefangen“, erzählt sie. Sie selbst hat bis vor 15 Jahren im Oranienburger Landratsamt gearbeitet.

Abenddämmerung auf einem Feld bei Wentow. Quelle: Robert Tiesler

Neben der Ausstellung in der Kremmener Museumsscheune – bis zum 11. August täglich zwischen 10 und 16 Uhr – kann man ihre Werke auch in der Zehdenicker Sparkasse sowie in der Oranienburger Ladengalerie an der Bernauer Straße sehen. Sie verkauft ihre Bilder auch. „Das ist mir schon wichtig. Ich freue mich, wenn jemand daran Freude hat, und ich habe dann wieder Elan, neue Bilder zu malen.“ Sie selbst hat allerdings keinen Favoriten. „Ich mag sie alle.“

Von Robert Tiesler