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Oberhavel Bathe-Mühle soll Museum werden
Lokales Oberhavel Bathe-Mühle soll Museum werden
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12:08 04.08.2017
Helmut Schönberg zeigte seinen Zuhörern auch einige Funktionen der Mühle.
Helmut Schönberg zeigte seinen Zuhörern auch einige Funktionen der Mühle. Quelle: Enrico Kugler
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Vehlefanz

Mühlendorf Vehlefanz. Geht es nach den Mitgliedern des Heimatvereins, könnte das Dorf in Oberkrämer bald diesen Zusatz bekommen. Einen entsprechenden Vorschlag möchte Helmut Schönberg, der Experte für Heimatgeschichte in Vehlefanz, dem Gemeinderat und der Verwaltung unterbreiten. „Wir haben jetzt zwei Wahrzeichen, und da kann Vehlefanz stolz drauf sein.“

Blick auf die Mühle. Quelle: Enrico Kugler

Gemeint sind die längst bekannte Bockwindmühle „Schön Kathrein“ aus dem Jahre 1815 am Ortsausgang Richtung Schwante. Und die Bathe-Mühle in der Lindenallee, schräg gegenüber vom „Haus der Generationen“, die jetzt so langsam aus dem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf erwacht. Ziel ist es, dort ein Museum einzurichten, berichtete der Ortschronist bei einer Führung des Heimatvereins über das Gelände.

Es ist drei Jahre her, da kaufte, wie bereits berichtet, Dietmar Sturzbecher das mehr als 100 Jahre alte Anwesen der Müllerfamilie Bathe. Es verbirgt einen echten technischen Schatz, der in Zukunft mehr in der Öffentlichkeit stehen könnte. Die gut erhaltene Motormühle aus dem Jahr 1935 soll letztlich wieder für Ansichtszwecke zum Laufen gebracht werden. Zudem plant Helmut Schönberg dort ein Museum einzurichten.

Die Motormühle stammt von 1935 Quelle: Enrico Kugler

„Ich habe noch ungefähr 250 Sachen bei mir zu Hause liegen, die sollen dann hier teilweise entsprechend gezeigt werden.“ Es ist ein Stück Vehlefanzer Heimatgeschichte, die Schönberg dann an diesem historischen Ort präsentieren möchte. Er stellt jedoch gleichzeitig klar, dass es sich dann nicht um das Oberkrämer-Museum handeln soll. Das befindet sich im „Museum im Depot“ auf dem Bärenklauer Remontehof, und da soll es auch bleiben. Aber das Schönberg-Archiv ist eben noch viel größer als das, was in den Räumen in Bärenklau zu sehen ist.

Helmut Schönberg führte über das Gelände. Quelle: Enrico Kugler

Aber auch die Mühle selbst soll angesehen und vor allem erlebt werden können. Ein technisch-historischer Bildungs- und Erlebnisort solle das Gelände werden, sagte Helmut Schönberg bei der Führung für die Vehlefanzer Vereinsmitglieder.

Die Motormühle von 1935 wurde wegen dessen besonderer geschichtlichen Bedeutung bereits im Oktober 2016 in das Verzeichnis der Denkmale des Landes Brandenburg eingetragen. Wer auf das Gelände an der Lindenallee läuft, erblickt einen Vierseithof. Rechts steht der dreistöckige Giebelbau, in dem sich die Motormühle befindet. Daneben ist die alte Bäckerei, dessen Schriftzug noch recht blass zu erkennen ist, wenn man ein wenig genauer hinschaut. Außerdem gibt es auf dem Hof eine Remise, Pferdeställe, Scheunen, Unterstände und ein niedriges Bauernhaus zur Straße hin. Letzteres soll demnächst abgerissen werden, wie Helmut Schönberg erläuterte. Stattdessen könnte dort ein zweistöckiges Haus mit vier Wohnungen entstehen, die vermietet werden sollen.

Blick auf die Mühle. Quelle: Enrico Kugler

Auch für die alte Bäckerei, in der sogar noch Teile des großen, alten Ofens zu sehen sind, haben die Mitglieder des Heimatvereins Ideen. „Hier könnte man vielleicht ein kleines Café einrichten“, sagte Helmut Schönberg, und die Teilnehmer der Führung waren von dem Vorschlag gleich sehr angetan. Auch der Neujahrsempfang 2018 des Heimatvereins soll auf diesem Gelände stattfinden. Helmut Schönberg will dann erneut über die Mühle und das Gelände drumherum in einem Vortrag informieren.

Die Besucher hörten gespannt zu. Quelle: Enrico Kugler

Einen genauen Zeitplan für die verschiedenen Vorhaben auf dem Areal an der Lindenallee gibt es aber wohl noch nicht, die Vehlefanzer müssen sich noch ein wenig gedulden.

Von Robert Tiesler

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