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Oberhavel Bei Kremmen erlegtes Wildschwein massiv von Trichinen befallen
Lokales Oberhavel Bei Kremmen erlegtes Wildschwein massiv von Trichinen befallen
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13:59 24.07.2019
Im Landkreis Oberhavel ist ein neuer Fall von massivem Trichinenbefall aufgetreten. (Symbolbild)
Im Landkreis Oberhavel ist ein neuer Fall von massivem Trichinenbefall aufgetreten. (Symbolbild) Quelle: picture alliance / blickwinkel/S
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Oberhavel

Über einen „sehr massiven Trichinenbefall bei einem Wildschwein“ informierte das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Oberhavel am Mittwochvormittag. Am 5. Juli sei bei einer im Veterinäramt zur Untersuchung eingereichten Probe Schwarzwild im Rahmen der vorgeschriebenen amtlichen Untersuchung auf Trichinen der massive Befall bei einem Wildschwein festgestellt worden. Das Tier war zuvor in der Region Kremmen erlegt worden. Vom Referenzlabor Trichinella des Bundesinstituts für Risikobewertung wurde der extrem hochgradige Befall inzwischen bestätigt. Konkret handelt sich dabei um die Art Trichinella spiralis.

Zweiter Trichinenfund in diesem Jahr

Bereits im Jahr 2018 wurde bei drei im Landkreis Oberhavel erlegten Wildschweinen ein teils mittel- bis hochgradiger Trichinenbefall in der Muskulatur der Tiere nachgewiesen. Im Mai 2019 war ein Trichinenbefall bei einem im Landkreis Oberhavel zur Untersuchung vorgestellten Stück Schwarzwild festgestellt worden, welches aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte stammte.

Trichinen sind kleine Fadenwürmer, die in der Skelettmuskulatur von Säugetieren, Vögeln und Reptilien leben. Die Übertragung auf einen neuen Wirt – so auch auf den Menschen – erfolgt ausschließlich durch den Verzehr von rohem oder ungenügend durcherhitztem Fleisch sowie daraus hergestellten Produkten, wie Rohwurst oder Rohschinken, welche die infektionsfähigen Muskellarven enthalten. Die Infektionskrankheit Trichinellose ist eine weltweit vorkommende, vom Tier auf den Menschen übertragbare Erkrankung. Die Parasiten können auch für den Menschen lebensgefährlich werden und wurden 2018 erstmalig seit vielen Jahren wieder in der Region festgestellt.

Landkreis weist auf Notwendigkeit der amtlichen Untersuchung hin

Aus gegebenem Anlass weist der Landkreis eindringlich noch einmal auf die Notwendigkeit der Trichinenuntersuchung bei Hausschweinen, Schwarzwild und anderen Wildtieren hin, die Träger von Trichinen sein können (z. B. Dachs, Sumpfbiber). Die Probennahme darf nur durch geschulte und zu diesem Zweck beauftragte Personen erfolgen. Die Tierkörper dürfen vor Abschluss der amtlichen Untersuchung weder aus dem Landkreis verbracht noch zerlegt oder verarbeitet werden.

Proben können an folgenden zwei Kurierstützpunkten des Landkreises Oberhavel eingereicht werden:

Veterinäramt Gransee, Karl-Marx-Platz 1, 16775 Gransee

Annahmezeiten (sowie außerdem nach vorheriger telefonischer Absprache): Mo – Fr 7 – 9 Uhr, Di 16 – 18 Uhr

Veterinäramt Oranienburg, Adolf-Dechert-Str. 1, Haus 2, 16515 Oranienburg: Mo – Fr 7 – 9 Uhr

Der Landkreis ruft „im Sinne einer verantwortungsvollen Hege alle Jäger auf, Kadaver und Reste von Aufbrüchen fachgerecht zu entsorgen, um eine Weiterverbreitung unter anderem des Muskelparasiten innerhalb empfänglicher Populationen zu verhindern“.

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Von MAZonline

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