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Oberhavel Bei der Keulung Verstoß gegen Tierschutz?
Lokales Oberhavel Bei der Keulung Verstoß gegen Tierschutz?
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16:42 15.12.2016
Ronny (l.) und Karl-Heinz Müller (r.) mit Mathias Güthe, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Vogelfrei. Er beriet die Familie in Fachfragen. Quelle: Julian Stähle
Schwante

Der Schock sitzt bei Familie Müller aus Schwante auch noch knapp zwei Wochen nach der Keulung von 500 Gänsen, Ziervögeln und Schwänen, darunter auch Tiere, die auf der Roten Liste des Artenschutzes stehen, tief. Die Tiere waren getötet worden, nachdem ein niedrigpathogener (milder) Erreger des Vogelgrippevirus festgestellt worden war
.


Die Tage nach dem Vogelgrippe-Schock

Gestern kam es zu einem Treffen von Experten auf dem Hof, die Karl-Heinz Müller fachlich zur Seite stehen wollen. Hans-Joachim Schille, Vorsitzender des Europäischen Kleintierzüchterverbandes, war vor Ort, ebenso wie seine Kollegen von den Bundes- und Landesverbänden. Denn die Geschehnisse in Schwante haben bundesweit für Aufsehen gesorgt, da es Gesetzesverstöße gegeben habe, gegen die man klagen wolle, so Mathias Güthe, Vorsitzender vom Aktionsbündnis Vogelfrei. Mithilfe eines Anwaltes wolle man Einsicht in die Akten und die Untersuchungsergebnisse der Blutproben erlangen.

Denn es habe bei der Keulung offenkundige Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gegeben, so Güthe. Konkret kritisiert er das Vorgehen des Veterinäramtes, das sich nicht an die Schlachtverordnung gehalten habe. So sei der Einsatz einer Schlachtzange nicht für Tiere über fünf Kilogramm vorgesehen, die jedoch in Schwante auch zur Tötung von Gänsen und der Trauerschwäne eingesetzt wurde. „Das ist eine Riesensauerei. Tierquälerei. Ein Schwan wurde, nachdem die Zangen versagten, durch einen Feuerwehrmann von seinen Qualen erlöst“, wird Güthe deutlich.

Familie Müller war nach der Nachricht, dass ihre Tiere getötet werden müssen, am Boden zerstört. Quelle: Julian Stähle

Zudem gebe es auf Tiertötung spezialisierte Firmen. Bei Familie Müller hätten jedoch die Mitarbeiter des Veterinäramtes die Aufgabe übernommen. Enten seien sogar gegen den Gartentisch der Familie geschlagen worden, erzählte Ronny Müller. „Tiere sind kein Produktionsgut, sondern Lebewesen. Die Familie wird ihr Leben lang an diesen Tag erinnert werden“, mahnte Güthe.

Ein weiterer Punkt sei die mangelhafte Dekontamination des Hofes und der Fahrzeuge nach der Keulung, so Güthe weiter. Bis heute habe die Familie das vom Landkreis zugesagte Desinfektionsmittel für den Hof nicht erhalten. Güthe: „Darf man so nachlässig sein?“ Karl- Heinz Müller: „Ich hatte hinterher das Gefühl, dass gar keine Seuche vorhanden war.“ Insgesamt glaubt Güthe, dass die zuständige Veterinärmedizinerin überreagiert habe, da sie laut Gesetz für einen möglichen Ausbruch einer Seuche persönlich haftbar gemacht werden könne. „Sie stand unter Druck und hat ihren Spielraum nicht genutzt. So hätte es für die Tiere der Roten Liste wie Moorenten oder Rothalsgänse auch die Möglichkeit einer Quarantäne gegeben. Es gibt Kann-Vorschriften.“

Doch trotz der Versäumnisse der Veterinäre, sei das Grundproblem die Logik des Gesetzes, so Güthe, das eine vorsorgliche Keulung als Seuchenschutz vorschreibe. „Dabei tragen 50 Prozent aller Wasservögel laut wissenschaftlicher Untersuchungen diesen niedrigpathogenen Virus in sich. Und trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit einer Mutation messbar gering.“

Wie es bei ihnen auf dem Hof weitergehen wird, sei noch nicht entschieden, berichtet Ronny Müller. Froh und dankbar sei man über die mutmachenden Worte und Spenden. So kommt auch das gesammelte Geld eines Konzertes in Bärenklau der Familie zugute.

Von Ulrike Gawande

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