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Oberhavel Beim Sportfest zusammengerückt
Lokales Oberhavel Beim Sportfest zusammengerückt
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17:58 31.01.2018
Dosenwerfen mit einem Tennisball war eine Station. Auch das machte den Kindern Spaß.
Dosenwerfen mit einem Tennisball war eine Station. Auch das machte den Kindern Spaß. Quelle: Heike Bergt
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Oranienburg

Wann hat man schon mal so eine riesige Sporthalle der Turm-Erlebniscity für sich allein? Zum ersten Sportfest trafen sich am Mittwochvormittag die Mädchen und Jungen der Kitas „Falkennest“ und „Stadtmusikanten“. Aufgebaut waren etliche Stationen: Dosenwerfen, Steckenpferdrennen, Sackhüpfen, Gummistiefellauf, Hochsprung. Dabei ging es nicht um Zentimenter und Sekunden, sondern einfach darum, gemeinsam Spaß zu haben, zu lachen und sich zu bewegen. Zwei Stunden lang. Mehr als 150 Kinder waren mit Feuereifer dabei.

Die beiden Kitas sind sozusagen Leidensgenossen und seit dem Herbst ausquartiert. Wegen Schimmelbefalls und massiver Schäden an ihren Häusern in der Heidelberger Straße beziehungsweise in der Martin-Luther-Straße. Ihre Notquartiere befinden sich fürs „Falkennest“ im ehemaligen Getränkemarkt an der Ecke Pican-Straße/Bykstraße, beziehungsweise für die kleinen „Stadtmusikanten“ in einem der neuen Container hinter der Rettungswache vis a vis.

Bald könnten die beiden Kitas noch enger zusammenrücken, denn die Polizeifachschule hat Bedarf an Quartieren für Studenten angemeldet, braucht den Container. „So gibt es den Termin, dass wir wahrscheinlich am 19. März zusammenziehen im Getränkemarkt,“ so Stadtmusikanten-Kitaleiterin Bärbel Baurycza.

Dafür muss allerdings noch die Betriebserlaubnis durch das Land auf 220 Kinder aufgestockt werden. Der Platz gibt es her. Dass das klappt, ist SOG-Geschäftsführer Kay Duberow optimistisch.

Nicht so optimistisch steht es um die Prognose, wann das „Falkennest“ wieder bezugsbreit ist. Ursprünglich war der 28. Februar avisiert. „Es wird wohl mindestens ein bis zwei Monate länger dauern, den März und April brauchen wir auf jeden Fall noch“, so Duberow. Zwar sei man zufrieden, dass das Haus gegen Elementarschäden wie beim Jahrhundertregen Ende Juni 2017 versichert ist, aber die Wege zwischen Gutachten, Versicherung, Baufirmen – das brauche alles seine Zeit.

Und bei ersten genehmigten Arbeiten kamen nun eben weitere Schäden ans Tageslicht. So müssen nun auch Böden in Zimmern und Fluren raus, weil es Feuchtigkeit in der Dämmschicht nacht unten gibt. „Bei Schimmelbefall hat man keine Alternative, das muss ordentlich gemacht werden“, so Duberow.

Und nicht nur das. Parallel zur Sanierung prüft ein Sachverständiger, wie der Wasserablauf vom Haus darüber hin­aus verbessert werden kann. „Der Klimawandel ist da. Und vielleicht haben wir jetzt alle zehn Jahre solch einen Starkregen.“ So könnten Dachrinnen und Drainagerohre ums Gebäude mit größerem Durchmesser eingebracht und die Wasserauffangmulden größer dimensioniert werden. „Wir müssen das Haus prophylaktisch regensicherer machen.“

Bei den „Stadtmusikanten“ ist gerade Baufreiheit geschaffen worden, „wir haben geholfen, die Keller mit leerzuräumen“, so Matthias Krüger, Vorsitzender des Trägervereins. Mitte Februar startet die Sanierung durch die Stadt, die bis Oktober dauern soll.

Vielleicht bleibt es nicht bei einem Sportfest: „Auf jeden Fall sind wir zusammengerückt und machen gemeinsam das Beste draus“, so Kay Duberow.

Von Heike Bergt