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Oberhavel Bergsdorf: Wir arbeiten nur noch für die Kunst
Lokales Oberhavel Bergsdorf: Wir arbeiten nur noch für die Kunst
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13:17 04.07.2014
Jürgen Zeidler zeigt die Arbeit beim Steindruck.
Jürgen Zeidler zeigt die Arbeit beim Steindruck. Quelle: Andreas Röhl
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Bergsdorf

30 junge Männer und Frauen ließen sich von den beiden Betreibern der „Saalpresse“ erklären, welche Dinge es beim Kupferdruck und Steindruck zu beachten gilt. Diese traditionellen Verfahren werden heutzutage nur noch für künstlerische Arbeiten verwendet und sind angesichts der aufwändigen Handarbeit, die dafür notwendig ist, sehr teuer in der Reproduktion.

„Wir arbeiten nur noch für die Kunst, sagt Jürgen Zeidler. Das habe mit dem Ursprung des Druckergewerbes nichts mehr zu tun. Aber in Zeiten der stetigen Technisierung sei etwa Steindruck schlicht keine Marktkonkurrenz für beispielsweise den Offset-Druck. In die Bergsdorfer Werkstatt kommen oft Künstler, die einen Auftrag von einem Dritten haben und dann an den alten Druckmaschinen arbeiten. Jürgen Zeidler und Angela Schröder stehen natürlich immer zur Seite, weil sie allein genau wissen, wie die vergleichsweise historische Technik funktioniert.

Die Studenten durften bei ihrem Besuch jeweils in Gruppen zwei unterschiedliche Drucktechniken ausprobieren. So versuchten sie sich beim künstlerischen Steindruck und bemalten dazu die bearbeitete Fläche einer Steinplatte. Der Stein wird dabei chemisch verändert. Bei dieser Verwandlung entstehen fettfreundliche und wasserfreundliche Partien. Wenn dann mit einer Rolle Farbe aufgetragen wird, bleibt diese nur an den mit Fettkreide behandelten Stellen haften. Interessant ist es zu beobachten, wie zunächst ein Bild auf der Steinoberfläche entsteht, es am Ende wieder abgewischt wird, bis es fast unkenntlich ist. Es ist erst wieder zu sehen, wenn die Farbe aufgetragen wird.

Drucker als Beruf

Der Beruf des Druckers kann in den Bereichen Industrie und Handwerk ausgebildet werden. 36 Monate sind dafür vorgesehen.

Im dritten Ausbildungsjahr spezialisiert man sich auf eine der folgenden vier Fachrichtungen: Flachdruck gleich Offsetdruck, Hochdruck, Tiefdruck oder Digitaldruck.

Wesentlich aufwendiger ist die Arbeit mit Kupferplatten, in die eine gewünschte Struktur eingeritzt wird. Das kann ein Bild sein, aber auch ein anderer künstlerischer Ausdruck. Später wird dann Farbe aufgetragen, die in den Vertiefungen haften bleibt. Von der glatten Oberfläche muss sie schließlich abgewischt werden. Angela Winkler drückte die Kupferplatte durch die Druckerpresse und siehe da, es ist ein Bild. Das Gleiche praktizierte parallel dazu Jürgen Zeidler beim Steindruck. So entstanden einige Reproduktionen von der Studentenarbeit, die sich der Druckernachwuchs mitnehmen durfte.

Professor Ulrich Trambacz ist sehr dankbar, dass er mit so vielen Studenten zur „Saalpresse“ kommen durfte. Es gebe nicht mehr viele Werkstätten dieser Art, die dann auch noch den Raum böten, um 30 Personen dort etwas beibringen zu können. Er sei regelmäßig in Bergsdorf, um dem Nachwuchs einige Beispiele historischer Drucktechnik zu zeigen, sagte er.

Von Andreas Röhl

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