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Oberhavel Bevor die Wellen wieder wogen
Lokales Oberhavel Bevor die Wellen wieder wogen
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17:42 28.07.2017
Im Auslauf des Wellenbeckens musste inzwischen die vierte Generation Fliesen angebracht werden. Die sollen nun länger halten. Quelle: Heike Bergt
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Oranienburg

Am Sonnabend, 12. August, ab 9 Uhr rollen die Wellen wieder an den „Strand“ des großen Wellenbeckens in der Turmcity. Aktuell haben die Fliesenleger alle Hände voll zu tun. Denn das Becken kann vor der Wiedereröffnung nicht etwa in einem Rutsch gefüllt werden: „Fünf Zentimeter darf der Pegel pro Stunde steigen. Auch die Temperatur muss allmählich angeglichen werden. Insgesamt dauert das Befüllen 36 Stunden“, erklärt Bastian Gebhard. „Und dann muss aus 660 Kubikmetern Trinkwasser noch Badewasser gemacht werden. Es muss gechlort und der ph-Wert nach den Vorschriften verändert werden“, erklärt Gebhard, der seit elf Jahren im Unternehmen arbeitet und seit drei Jahren technischer Leiter im Turm ist.

Die Grundsanierung des Herzstücks des Oranienburger Spaßbades war nicht mehr aufzuschieben: Überall gab es Feuchtigkeitsschäden. Die Ursachen liegen in Bausünden beim Neubau vor 15 Jahren: „Es wurden einfach ungeeignete Materialien verwendet und Regeln der Technik missachte“, so Geschäftsführer Kay Duberow. So mancher Problemfall offenbarte sich erst, nachdem alles aufgebrochen war: So wurde zum Beispiel sich vollsaugender Kalksandstein im Badbereich verwendet oder sogenannte Wedi-Platten im Wellen- und Solebecken. „Die kommen aus dem Trockenbau und haben nichts unter Wasser zu suchen. Das alles hat mehr Zeit, Arbeit und Geld gekostet, aber wir liegen nur unwesentlich über den geplanten 800 000 Euro für die Maßnahme“, so Duberow. Auch rund ums Wellenbecken ist noch Großbaustelle: Unter den Natursteinen stand Feuchtigkeit, das Becken war nicht richtig zur Umgebung abgedichtet.

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Es ist aber noch mehr passiert. Die Farbgebung war einfach nicht mehr zeitgemäß: Die Fassade des Bades hat an der Vorderfront einen frischen Anstrich bekommen, auch die Großbuchstaben T.U.R.M sind neu. Im Wellenbad haben modernes Grau, Blau, Weiß und „SOG-Sonnengelb“ Orange und Weinrot verdrängt. „Da scheint die Sonne auch wenn sie nicht scheint“, so Duberow. Der erste Teil der Duschen und Sanitäranlagen, die alle Gäste nutzen, bevor sie sich in die Fluten stürzen, sind von Grund neu aufgebaut. Die Fliesen glitzern in Wasserblaugrün. Der zweite Teil folgt 2018. Der Wasserpilz ist neu bemalt, die Beschriftung an den Wänden ist fliesenfest, der mit der Zeit dunkel gewordene Wasserfels frisch gestrichen und hell. Alle Bauüberraschungen brachten einen Verzug bei der Wiedereröffnung des Wellenbades um zweieinhalb Wochen. Aber schnell, schnell zu machen, wäre erneut an der falschen Ecke gespart, so Duberow. Der Kampf gegen die Feuchtigkeit wird den Turm weiter beschäftigen. Die großen Sandsteinflächen werden 2018 peu a peu „trockengelegt“.

Von Heike Bergt