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Birkenwerder „Lass mich mit einem Kamel Lambada tanzen“
Lokales Oberhavel Birkenwerder „Lass mich mit einem Kamel Lambada tanzen“
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22:20 15.07.2019
Marita Bauer hat nach ihrer Krebserkrankung ein Buch geschrieben, um anderen Mut zu machen. Quelle: Jeannette Hix
Birkenwerder

Zwei Stöcke und ganz viel Willensstärke haben den Lebensmut von Marita Bauer (62) gestärkt. Die studierte Kunst- und Deutschlehrerin aus Birkenwerder hat nach der Diagnose Krebs mit Nordic Walking angefangen. Inzwischen ist sie zertifizierte Onko-Walking-Trainerin und gibt anderen Betroffenen Kurse im „Stöckerlaufen“.

Nach ihrem 50. Geburtstag kam die schlimme Diagnose

Sogar beim Marathon hat sie schon mit ihren „Stock-Freunden“ mitgemacht, wie kürzlich beim Spreewald-Marathon, wo ihre Gruppe zehn Kilometer mitgewalkt ist. Jetzt hat Marita Bauer ein Buch geschrieben, das gerade herausgekommen ist. „Lass mich mit einem Kamel Lambada tanzen“ hat sie es genannt. „Der Titel ist mir eines Tages so eingefallen und ich fand’ ihn Klasse. Denn er zeigt symbolisch, dass alles möglich ist, wenn man es nur will“, sagt Marita Bauer.

Kurz nach ihrem 50. Geburtstag war 2006 die schlimme Diagnose Brustkrebs gestellt worden. „Ein Jahr davor gab es immer schon den Verdacht, doch der Krebs war noch nicht sichtbar. Aber meine Freundin ist Radiologin und hat nicht lockergelassen. Immer wieder hat sie mich gedrängt, Untersuchungen machen zu lassen.

Mit Nordic Walking laufe ich dem Krebs davon

Schließlich wurde aus dem Verdacht die Tatsache – es war Brustkrebs.“ Die rechte Brust von Marita Bauer musste entfernt werden. Danach folgte das volle Programm mit Chemotherapie und Bestrahlung. „Es war eine schlimme Zeit. Aber der Gedanke, dass mich diese Medikamente gesund und nicht krank machen, haben mir die Kraft gegeben, nicht aufzugeben.

Ich hatte mich mit der Diagnose abgefunden und schließlich nach der Chemo zwei Möglichkeiten. Einerseits wollte mein Körper nur liegen und sich ausruhen. Aber ich weiß, dass man dann in einen Kreislauf gerät, weil Körper und Geist noch mehr abbauen. Ich weiß auch, dass ein Körper ohne Bewegung, Stresshormone langsamer abbaut, die uns nicht guttun. Und ich kenne Studien, die belegen, dass ein Körper, der viel in Bewegung ist, weniger Medikamente braucht“, sagt Marita Bauer.

Da sie wie früher nicht mehr zig Kilometer Radfahren konnte, suchte sie nach „soften“ Alternativen und kam schließlich zum Nordic Walking. Erst nur ein winziges Stück, dann immer weiter. „Und es war, als ob ich mit jedem Schritt dem Krebs davonlief und bewusster zu Leben begann. Nach jeder Tour war ich bestärkt - du kannst es schaffen. Du bist dem Ganzen nicht ausgeliefert“, sagt sie.

Ein Arzt rät ihr zum Schreiben, um anderen Mut zu machen

Sie spricht darüber mit einem Arzt, der auch Brustkrebs Patienten betreut. Er bestärkt Marita Bauer ein Buch zu schreiben, anderen Frauen auf diese Weise Mut zu machen, Zuversicht und Vertrauen zu geben. Und die Idee für das Buch war geboren.

Zehn Jahre geht die Therapie gegen den Krebs. „Die Medikamente hatten erhebliche Nebenwirkungen wie innere Unruhe und Sehstörungen“, sagt Marita Bauer. Damals führt sie ein Tagebuch, trifft sich mit anderen Betroffenen auch zum Walken und dem sogenannten Schrotteln. Nein, hierbei handelt es sich nicht um ein Essensgericht, bei dem Gemüse und Kartoffeln zerkleinert werden, sondern um ein lustiges Gesellschaftsspiel, bei dem jeder irgendeinen liebgewonnen „Schrott“ einpackt und der per Würfel einen neuen Besitzer findet.

Inzwischen ist sie zertifizierte Trainerin

Inzwischen hat Marita Bauern auch ihren Nordic-Walking-Trainer-Schein gemacht, hat das Onko-Walking-Kurs-Center gegründet und 2008 die Leichtathletik-Gruppe Birkenwerder. „Ich kann so die Kraft weitergeben, die ich durch Bewegung bekomme. Und auch, wenn es noch so klemmt – beim Walken kommuniziert der Körper mit der Psyche. Und das ist ein herrliches Gefühl. Seit ich walke, brauche ich weniger Medikamente. Und ich spüre, dass ich durch die Bewegung selbst etwas tun kann, dass es mir gut geht und ich der Krankheit nicht ausgeliefert bin.“

Von Jeannette Hix

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