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Birkenwerder Geplante Starkstromtrasse: Anwohner reden sich den Frust von der Seele
Lokales Oberhavel Birkenwerder Geplante Starkstromtrasse: Anwohner reden sich den Frust von der Seele
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07:16 15.12.2019
Michael Scheibe, der Reporter vom rbb, befragte am Sonnabendvormittag im Wensickendorfer Weg in Birkenwerder viele Betroffene. Quelle: FOTO: Robert Roeske
Birkenwerder

Wenn über Birkenwerder hinweg künftig, wie geplant, eine Starkstromleitung führt – hat das negative Folgen für die Bewohner? Die sind davon überzeugt, und das führt in der Gemeinde derzeit zu Streit mit dem Betreiber des Hochspannungsnetzes in Ostdeutschland, 50Hertz. Das Thema kocht seit längerem in Birkenwerder hoch, aber nun ist auch das Fernsehen eingeschaltet worden.

Alexandra Stolzenburg, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der IOB-BiF in der Gemeindevertretung in Birkenwerder, wandte sich an den rbb. „Innerhalb von zwei Wochen hat es geklappt“, erzählte sie. Am Sonnabendvormittag rollte der blaue Robur von „Brandenburg aktuell“ in die Wensickendorfer Straße, die direkt an der Autobahn endet und wo man schon einen der Strommasten sieht, der künftig mit höherer Leistung Strom transportiert.

Auch Bürgermeister Stephan Zimniok (l.) war vor Ort. Quelle: Robert Roeske

Eine Stunde lang sind Stimmen von Bewohnern aus Birkenwerder eingefangen worden, vor Ort war auch Bürgermeister Stephan Zimniok. Er berichtete von Gesprächen mit Ministerpräsident Dietmar Woidke. „Danach ruhte der See“, sagte er. Er hätte sich mehr Unterstützung seitens des Landes gewünscht, „dass das Land hinter uns steht.“ Die Forderung: eine Erdverkabelung im Bereich Birkenwerder.

Axel Happe von der Firma 50Hertz erklärte, dass seit 2014 das Genehmigungsverfahren laufe, es seien verschiedene Varianten „intensiv geprüft“ worden. Die Grenzwerte würden in jedem Punkt eingehalten. Man folge den Empfehlungen der Europäischen Kommission. Diese Aussagen führten bei den gut 100 Anwesenden zu Unmutsrufen. Es gebe keine Grundsätze für Mindestabstände, ausschlaggebend seien gemessene Grenzwerte. Er sagte außerdem, dass eine Untertunnelung der Stromtrasse in die Millionen gehe. Außerdem dürften diese Flächen, unter denen die Kabel lägen, nicht bebaut werden. Die Aussagen führten zu Empörung. Es gehe also doch nur ums Geld, vermuteten einige der Anwesenden. Frank Reppin ist Anwohner, und er berichtete, dass man schon jetzt das „Klackern“ der Stromleitungen höre, trotz Autobahn. Mehrfach war am Sonnabend davon die Rede, dass Birkenwerder schon genug gebeutelt sei. Die Autobahn zerschneide den Ort, ebenso die Bahntrasse, auch die B96 verursache viel Lärm.

Trotz Regens waren viele Anwohner gekommen. Quelle: Robert Roeske

Vor Ort war auch der Landtagsabgeordnete Thomas von Gizycki (Grüne). „Ich habe Verständnis für die Sorgen der Anwohner. Das ist ein Fall für die Gerichte“, sagte er. So sieht das auch Bürgermeister Stephan Zimniok. „Wir haben Klage eingereicht.“ Man wolle damit vor das Bundesverwaltungsgericht nach Leipzig.

Der Beitrag des rbb ist in der rbb-Mediathek im Internet abrufbar.

Von Robert Tiesler

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