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Birkenwerder Hier wird erstmal kein Fußball gespielt: Wildschweine wühlen sich durch Birkenwerder
Lokales Oberhavel Birkenwerder Hier wird erstmal kein Fußball gespielt: Wildschweine wühlen sich durch Birkenwerder
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17:25 18.09.2019
Auf einem Grundstück in der Lindenallee haben sich die Wildschweine ausgetobt. Quelle: FOTO: privat
Birkenwerder

Ralf Grützmacher kann kaum glauben, was er auf den Fotos sieht. Der Garten des 52-Jährigen wurde in der Nacht zu Dienstag von Wildschweinen umgepflügt. Grützmacher befindet sich derzeit im Urlaub. Seine Tochter hat ihm die Bilder geschickt.

Dort wo einst Fußball gespielt wurde, ist jetzt kaum noch Rasen zu erkennen. „In den letzten Jahren hat die Anzahl der Wildschweine bei uns in Birkenwerder schon zugenommen“, so Ralf Grützmacher, selbst Jäger. „Die milden Winter sorgen dafür, dass die Tiere übers Jahr gesehen gute Bedingungen haben. Eicheln oder Kastanien liegen lange und in großer Anzahl im Wald. Das ist für die Tiere so als wenn man für uns Menschen Konfekt verstreut. Das ist Nahrung ohne Ende. Im Sommer gibt es Mais, Raps und Getreide.“ Die Bachen bekämen so viele Frischlinge durch. Die leben nach Grützmacher entweder im Wald rund um die Asklepios-Klinik. „Oder in dem Streifen zwischen Autobahn und erste Häuser.“

>> Alles zum Thema Wildschweine in Brandenburg lesen Sie auf unserer Themenseite.

Doch was können die Einwohner von Birkenwerder tun?„Ihre Gärten absichern. Auch mit einem Elektrozaun“, sagt Ralf Grützmacher. „Und nichts auf dem Kompost schmeißen.

Wildschweine wüteten in der Fichteallee in Birkenwerder Quelle: ENRICO KUGLER

Ganz in der Nähe wohnt Marcus Götze (36). Er lebt seit fünf Jahren in Birkenwerder. „Ich hatte zuvor noch nie ein Wildschwein gesehen“, erzählt er. „Zurzeit laufen hier nachts mehrere Bachen mit ihren Frischlingen rum und zerstören die Grünstreifen.“ Auch ein unbebautes Grundstück in der Fichteallee nebenan habe schon mächtig was abbekommen. „Ich denke, dass es schon gefährlich sein kann, wenn man hier nachts rumläuft. Wir haben unser Grundstück mit einem Doppelstabzaun abgesichert und einen geschlossen Kompost. Doch wenn es stimmt, dass die Tiere Futter in drei Kilometer Entfernung riechen können, ist nichts sicher. Noch sind wir aber nicht betroffen.“

Bis auf den Grünstreifen. „Und wer kommt jetzt dafür auf? Wer repariert das?“, fragt sich Marcus Götze, der auch schon das Ordnungsamt angeschrieben hat.

Bürgermeister Stephan Zimniok kennt das Problem. „Auch im letzten Jahr hatten wir viele Wildschweine“, sagt Stephan Zimniok. „Wir sind dran am Thema. Der Stadtjäger ist aktiviert. Er hat auch schon mit Anliegern gesprochen und Hinweise gegeben.“ Zudem habe er in den Nächten die Tiere aufgescheucht. „Wir haben auch schon Kontakt zur Forst aufgenommen und warten auf die Erlaubnis, dass er jagen darf.“

Von Vergrämungsmitteln hält Bürgermeister Zimniok nichts

Von Vergrämungsmitteln halte Zimniok nichts. „Das stinkt. Das können wir im Wohngebiet nicht einsetzen.“ Was die zerstörten Grünflächen vor den Häusern angeht, will sich die Gemeinde kümmern. „Über jeden Hausbesitzer, der sich um die Flächen kümmert, sind wir dankbar. „Doch das ist Sache der Gemeinde. Es kann aber keiner verlangen, dass wir das heute oder morgen angehen. Das wird dann später gemacht.“

Führende Bachen dürfen sowieso im Zeitraum von März bis September nicht geschossen werden. „Wildschweine hingegen können das ganze Jahr geschossen werden. Da gibt es auch keine Vorgabe“, so erklärt Ralf Grützmacher. „Wir in Birkenwerder in unserem Revier haben derzeit 26 erlegt. 30 ist die Vorgabe der unteren Jagdbehörde. Wir wollen viel mehr schießen. Jedes Revier hat da seine Grenze.“

Die Tiere finden nun vor allem an Stadträndern und auf Wiesen Nahrung

Von einer Wildschweinplage möchte Karl-Ernst Brehmer nicht sprechen. Der erfahrene Jäger aus Zehdenick beobachtet jedoch wie seine Weidgenossen das vermehrte Auftreten der Tiere in bestimmten Gebieten. Das vermehrungsfreundliche Klima sieht er unter anderem als Ursache für den großen Wildschweinbestand. Dieses Jahr gebe es jedoch keine Eichelmast. Die Maisschläge sind abgeerntet. Die Tiere finden nun vor allem an Stadträndern und auf Wiesen Nahrung. „Jetzt schon wird der Boden an Straßenrändern umgedreht, viel früher als sonst“, erklärt Karl-Ernst Brehmer. „Die Jäger sind hochmotiviert und sensibilisiert“, sagt er.

Allerdings gelte wie immer bei der Jagd das oberste Gebot: Sicherheit geht vor Erfolg. Gerade Siedlungsränder seien schwer zu bejagen, sagt Karl-Ernst Brehmer. Jäger, Kreisjagdverband und Bewohner müssten eng zusammenarbeiten und alternative Methoden überlegen, um den Wildschweinbestand zu reduzieren.

Immer wieder kommt es vor, dass Wildschweine dicht an Wohngegenden herankommen. Wie einst in Schildow.

Von Sebastian Morgner

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