Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Birkenwerder Eine staubige Sandpiste wird durch Anwohner-Initiative zur gepflasterten Straße
Lokales Oberhavel Birkenwerder Eine staubige Sandpiste wird durch Anwohner-Initiative zur gepflasterten Straße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:39 10.07.2019
Kurt Vetter (l.) und Hans-Jürgen Spranger initiierten den Ausbau eines Kleiststraßen-Abschnitts mit. Quelle: Foto: Matthias Busse
Birkenwerder

Freude herrschte am Mittwoch bei Kurt Vetter und Jürgen Spranger. Nach gut zwei Monaten Bauzeit waren Fahrbahn und Gehweg vor ihren Grundstücken in der Kleiststraße fertig. Der Abschnitt zwischen Weimarer Straße und Theodor-Storm-Straße ist nun ihre Straße – und die von zehn weiteren Nachbarn. Zusammen waren sie sich einig: Die frühere, nur einseitig gepflasterte Grundstückszufahrt muss neu gebaut werden. Immer wieder wurde der unbefestigte, abschüssige Teil bei Regen weggeschwemmt, und die Gemeinde musste regelmäßig Sand auffüllen.

Anwohner und Gemeinde sind sich einig

„Alle haben von Anfang an mitgezogen. Das war das Schöne daran“, freut sich Kurt Vetter. Selbst nach Besitzerwechseln befürworteten die Neuen weiter den Plan, für den sich die Anwohner vor zwei Jahren erstmals zusammensetzen.

Dazu konsultierten sie das Planungsbüro H & W aus Mühlenbeck. Mitinhaber Ulrich Weiherl lobt während der offiziellen Abnahme durch das Bauamt die Zusammenarbeit: „Die Wünsche der Anwohner deckten sich mit denen der Gemeinde.“ Gemeindevertreter Klaus-Günter Schnur ist sich mit den anderen einig: „Was besseres kann einem nicht passieren.“ Denn am 1. März 2018 musste die Gemeindevertretung das Vorhaben nur noch abnicken. Einsprüche blieben erspart.

Birken, Rasen und Blumenwiesen

Laut Bauamtsleiter Jens Kruse sei es die inzwischen sechste Straße in Birkenwerder, die von den Anwohnern als private Bauherren geplant und ausgeführt worden ist. Vom Gesamtinvestitionsvolumen von 163 625 Euro haben die Anwohner gut 60 Prozent übernommen, sagt Behördenchef Kruse.

Die Tiefbaufirma Merkel aus Birkenwerder, die sonst für die Reparaturen in der Gemeinde zuständig sind, hätten hier erstmals einen kompletten Neubau ausgeführt. Der ist nun planmäßig fertig und die Sperrung kann aufgehoben werden.

Straßenlaternen fehlen derzeit wegen Lieferschwierigkeiten, sollen jedoch diesen Monat an die vorhandenen Kabel angeschlossen werden. Außerdem sind Nachpflanzungen von fünf Birken auf der Seite gegenüber dem Gehweg geplant.

Gras wurde vor einigen Grundstücken bereits ausgesät. „Manche Nachbarn wollen sich aber eine Blumenwiese vor ihrem Grundstück pflanzen“, weiß Hans-Jürgen Spranger.

Für die Zukunft ist vorgesorgt

Ungewöhnlich sei auch, dass die Straße ohne Regenwasserkanal auskomme, weist Kube auf das Pflaster hin, in dessen Fugen der Niederschlag versickern könne. „Das war auch für die Wasserbehörde neu“, meint er, die es aber genehmigt habe.

Um künftiges Aufgraben zu vermeiden, habe die Gemeinde als Reserve für zusätzlich 5 000 Euro ein Leerrohr verlegen lassen, das später Kabel etwa für neue Kommunikationsmedien aufnehmen könne.

Neues Kommunalabgabengesetz entlastet Anwohner

Es herrschte jedoch nicht nur Einigkeit. Jenseits der Weimarer Straße bis zur Ludwig-Richter-Straße bleibt die Kleiststraße eine staubige Sandpiste, weil die Anwohner dort nicht mitgemacht haben. „Das werden wir dann gemäß unserer Prioritätenliste übernehmen“, äußert sich Kube für die Zukunft, kann aber noch keinen Termin nennen.

Doch auch die jetzigen privaten Bauherren werden nicht auf ihren Baukosten sitzen bleiben, ist sich Lokalpolitiker Schnur sicher: „Nach dem seit 1. Januar gültigen Kommunalabgabengesetz müssen die Kommunen das zurückzahlen.“

Von Matthias Busse

Nachdem am Montagvormittag in der Nähe der Briesestraße in Birkenwerder zwei Brandstellen gefunden wurden, sucht die Polizei nun nach einem Radfahrer, der möglicherweise Zeuge der damit verbundenen Brandstiftungen gewesen sein könnte.

09.07.2019
Hohen Neuendorf Borgsdorf/Birkenwerder Filmdreh im Briesewald

Im Auftrag von ProSieben wird derzeit in Borgsdorf und Birkenwerder der Mystery-Thriller „Schattenmoor“ gedreht. Caroline Hartig spielt eine Doppelrolle. Die MAZ war am Set.

08.07.2019

Die 15. Ausgabe des historischen Kalenders 2020 für die vier Hohen Neuendorfer Stadtteile und Birkenwerder ist gedruckt. Der Verkauf beginnt ab sofort. Ein zweites Buch ist für Ende Oktober angekündigt – zur hiesigen Kneipenlandschaft.

08.07.2019