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Oberhavel Blitz setzt Dachstuhl in Brand – alle Hausbewohner von Nachbarn gerettet
Lokales Oberhavel Blitz setzt Dachstuhl in Brand – alle Hausbewohner von Nachbarn gerettet
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17:15 12.06.2019
Die Freiwillige Feuerwehr Wensickendorf rückte zum Löscheinsatz in Schmachtenhagen an. Quelle: Freiwillige Feuerwehr Wensickendorf
Schmachtenhagen

Dramatische Szenen haben sich in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch in Schmachtenhagen abgespielt. Während des Unwetters, das zu dieser Zeit über der Region tobte, hatte in ein Einfamilienhaus an der Oranienburger Chaussee ein Blitz vermutlich in den Antennenmast mit aufmontierter Empfangsschüssel eingeschlagen und in Windeseile den Dachstuhl in Brand gesetzt. Nachbarn, die dies bemerkt hatten, eilten sofort zu dem Unglückshaus, klingelten und hämmerten an der Tür. Dadurch wurden die Besitzer des Erdgeschosses, eine Familie mit zwei Kindern, geweckt.

Hausbewohner selbst bemerkten Brand nicht

„Ich bin von einem lauten Knall wach geworden. Ein Blitz hatte die Telekomdose eingeschlagen“, erzählt Mike Hiddel. Es sei nicht das erste Mal, dass dort ein Blitz einschlagen ist, sagt der Nachbar. Die Telefondosen seien sehr anfällig dafür. Das hätten auch andere Nachbarn berichtet. Folglich sei auch der Telefonanschluss tot gewesen. Er habe nach diesem Knall nicht mehr schlafen können und sich im Wohnzimmer auf die Couch gelegt“, erzählt Mike Hiddel weiter. Da habe er dann plötzlich den Blitzeinschlag an dem unmittelbar an der Chaussee stehenden Haus gesehen. Wir sind so wie wir waren sofort losgelaufen“, sagt Andrea Hiddel. In der Gefahr achte man nicht darauf, ob man nur ein Nachthemd an habe, Das sei völlig egal. Hauptsache, bedrohte Menschen werden gerettet. Sie, ihr Mann und andere Nachbarn, die ebenfalls auf das Unglück aufmerksam geworden waren, versuchten, die Bewohner des Feuerhauses wach zu machen. Die Familie im Erdgeschoss hatte zwar einen lauten Knall gehört, dies aber nicht mit ihrem Haus in Verbindung gebracht. Darüber hinaus gelang es auch, jene jungen Mann aus dem Schlaf zu reißen, der erst vor etwa eineinhalb Jahren das Obergeschoss des Hauses gekauft hat und nun dabei ist, sich dort langsam einzurichten. Auch er, so hieß es, habe das Feuer noch nicht bemerkt gehabt. Alle Hausbewohner konnten mit Hilfe von mehreren Nachbarn aus dem Haus gebracht werden. „Der eine oder andere wollte noch schnell nach irgendwelchen Habseligkeiten greifen“, sagt Mike Hiddel. Er habe nur „Schnell raus hier!“ gerufen, das größere der beiden Kinder gegriffen und sei losgestürmt – barfuß und durch große Pfützen – egal. Das kleinere Kind, erst wenige Monate alt, habe eine Nachbarin auf dem Arm gehabt.

Feuerwehr rückte mit Großaufgebot an

Die Feuerwehr rückte mit zahlreichen Kräften an. Im Einsatz waren hauptamtliche Kräfte aus Oranienburg, der Löschzug Innenstadt sowie die Freiwilligen Feuerwehren aus Lehnitz, Wensickendorf und Schmachtenhagen. Ihr Einsatz dauerte bis in die Morgenstunden hin an. Zeitweilig war die Oranienburger Chaussee komplett für den Fahrzeugverkehr gesperrt, weil dort die Einsatzfahrzeuge aufgereiht standen. Der neben dem Unglückshaus verlaufende Stichweg, ein Privatweg, ist zu schmal, um dort mit einem Feuerwehrauto reinfahren zu können. Aus diesem Grund wurde die Drehleiter auf dem Nachbargrundstück rechter Hand des Brandhauses platziert. Das dort lebende ältere Ehepaar war am Mittwochmorgen noch deutlich schockiert von den Ereignissen der Nacht. Der Wind, so berichten die beiden, sei immer wieder aufgefrischt und habe Rauch und Funken in die Richtung ihres Hauses geweht. Sie hätten sich Sorgen gemacht, dass das Feuer womöglich übergreifen könne. „Ich bin jetzt noch wie gelähmt, sagt die Nachbarsfrau. Ihr Enkel von gegenüber sei in der Nacht schnell herüber gekommen, um dafür zu sorgen, dass sie auch ja schnell das Haus verlassen.

Dramatische Szenen spielten sich in der Nacht von Dienstag (11. Juni) zu Mittwoch in einem Einfamilienhaus in Schmachtenhagen (Oranienburg/Oberhavel) ab. Nach einem Blitzeinschlag war dort gegen 2 Uhr ein Dachstuhl in Brand geraten. Nachbarn bemerkten das Feuer und eilten den Bewohnern des Hauses, darunter eine Familie mit zwei kleinen Kindern, zu Hilfe und retteten sie aus dem Gebäude. Zahlreiche Feuerwehren aus dem Umland rückten zum Löscheinsatz an, der bis in den frühen Morgen gegen 7.45 Uhr anauerte.

Das Wohnhaus durfte aufgrund der Rauchgasentwicklung für die Dauer von acht Stunden nicht betreten werden. Der junge Mann aus dem Obergeschoss ist zunächst weiterhin bei einer Nachbarn untergebracht. Wie es am Mittwochmorgen hieß, stehe er immer noch unter dem Eindruck der nächtlichen Ereignisse und könne sich nicht dazu äußern. Gerade jetzt, so war zu erfahren, sollte er Möbel für seine Wohnung geliefert bekommen, auf die er schon lange gewartet habe. Die Familie mit den Kindern, wovon eines erst wenige Monate alt sein soll, wird vermutlich bei Verwandten in Oranienburg unterkommen. Das Haus ist derzeit aufgrund des Brandes und der Folgen des Löscheinsatzes nicht bewohnbar.

Unwetter hält Oberhavel die ganze Nacht in Atem

Die Unwetterfront mit Blitz und Donner, Regen und Wind hatte die Region in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch über Stunden in Atem gehalten. In einer ersten Bestandsaufnahme sprach die Polizei am Mittwochmorgen von neun Rettungseinsätzen im Landkreis aufgrund der Wetterlage sowie damit verbunden einer verletzten Person. Mehr dazu unter „Das war die Unwetternacht in Oberhavel“.

Von Bert Wittke

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