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Oberhavel Brandserie in Oberhavel wirft Fragen auf
Lokales Oberhavel Brandserie in Oberhavel wirft Fragen auf
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14:47 01.02.2014
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Oberhavel

Auch Wido Beier steht vor Rätseln, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht aufgelöst sind. „Ich frage mich zum Beispiel , welche Straftaten da womöglich in den nächsten Tagen und Wochen noch ans Tageslicht kommen“, sagt der Landwirt, bei dem am 8.Dezember Strohballen am Giebel eines mit 100 Tieren belegten Bullenstalls verbrannt sind. Im Hinterkopf hat der 33-jährige Löwenberger dabei wohl auch die Tatsache, dass es in Nassenheide in den vergangenen Jahren immer wieder Serien von Bränden gegeben hat, die bislang nicht aufgeklärt werden konnten. Auch die Beiers waren davon betroffen. 2012 wurden 1000 Bunde Stroh, die in  einer Miete zwischen Nassenheide und Teschendorf lagerten, ein Raub der Flammen. Ob nunmehr auch diese Straftaten womöglich aufgeklärt werden?

Trotz all dieser Fragen hat Wido Beier, der in den vergangenen Wochen und Monaten bei jeder Feuerwehrsirene zusammengezuckt ist, den Fahndungserfolg der Polizei begrüßt. Und wenn dann noch die Versicherung den Schaden vom November in Höhe von rund 4000Euro begleicht, sieht die Welt für das Unternehmen wieder freundlicher aus.

Der Feuerteufel aus dem Kreis Oberhavel ist anscheinend wieder unterwegs. Nach einer rund einwöchigen Pause brannte es am frühen Montagmorgen in einer Lagerhalle an der Badinger Chaussee in Zehdenick. Anwohner waren etwa gegen 6 Uhr von Brandgeruch und mehreren lauten Knallgeräuschen wachgeworden.

„Ich kann verstehen, dass es unter den Landwirten seit Beginn der Brandserie erhebliche Unruhe gab“, hatte Arno Neumann am Donnerstag in der Polizeidirektion Nord in Neuruppin gesagt. Er sei, so der Leiter der Ermittlergruppe, bei vielen Landwirten gewesen und habe erlebt, wie niedergeschlagen und verzweifelt sie sind Und immer wieder die Frage: Werden die Schäden ersetzt und können sie überhaupt jemals ausgeglichen werden? Doch die materiellen Schäden seien nur eine Seite der Medaille. Mindestens ebenso schwer seien die moralischen Auswirkungen der Brände.

Die Brandstifter von Oberhavel sind gefasst: Schlafen Sie jetzt wieder ruhiger?

  • Dieter Gens, 61, Rentner, Hammer: "Es gibt heutzutage einfach keinen Respekt mehr vor dem Eigentum. Die Tat gehört auf jeden Fall hart bestraft. Allerdings finde ich, dass auch die Hintergründe aufgedeckt werden müssen. Was waren die Beweggründe für diese Taten?“
  • Bernd Baum, 61, Versicherungskaufmann, Liebenwalde: "Das war schon alles überraschend mit dieser Brandserie und jetzt den Festnahmen. Ich bin froh, dass die Täter nun gefasst sind. Hoffentlich sind es auch die richtigen. Wenn sie es sind, dann gehören sie entsprechend bestraft.“
  • Hartmut Wüstenberg, 62,Rentner, Liebenwalde: "Es ist ziemlich beruhigend, dass es jetzt die Festnahmen gegeben hat, denn man macht sich bei solch einer Serie schon Gedanken umsein Eigentum. Ich habe mir gerade ein Auto zugelegt und das steht auch manchmal nachts an der Straße.“
  • Dieter Scholz, 56, Produktionsarbeiter, Zehdenick: "Wir sind hier alle sehr erleichtert in Zehdenick. Auch auf der Arbeit haben wir drüber gesprochen. Aber die Täter müssen nun sehr hart bestraft werden für ihre Taten. Ich hoffe, dass man nachts jetzt wieder ruhig schlafen kann.“
  • Manfred Augner, 68, Ortsvorsteher Großmut: "Es wäre schön, wenn esjetzt tatsächlich beendet ist. Für viele war es ein beunruhigendes Gefühl. Wir haben hier ja auch noch zwei, drei leerstehende Gebäude im Ort. Vielen Menschen im Norden von Oberhavel wird ein Stein vom Herzen fallen.“
  • Michael Wittke, Lehrer und Gastwirt in Fürstenberg: "Ich bin sehr beruhigt, dass es dem Rechtsstaat möglich ist, so was aufzuklären und gratuliere der erfolgreichen Polizei. Nun hoffe ich, dass diejenigen gefasst werden, die im November vergangenen Jahres mein Haus angezündet haben.“

Von Bert Wittke

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