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Oberhavel Bürgerbusverein in Not
Lokales Oberhavel Bürgerbusverein in Not
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17:27 05.04.2018
Mit aktuell neun Fahrern steht das Projekt auf der Kippe. Quelle: Nestor Bachmann
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Gransee

Sogar Jürgen Haß schwingt sich jetzt hinters Lenkrad. Der Ortsbeiratsvorsitzende aus Schulzendorf wird künftig den Bürgerbus in Gransee und Gemeinden fahren. Deshalb, weil das Personal knapp wird bei dem Ehrenamtsprojekt. „Der Bürgerbus ist eine Erfolgsgeschichte“, sagt Vereinschef Rüdiger Ungewiß. Die Fahrgastzahlen würden steigen, die Kosten seien gedeckt, das Fahrzeug in einem guten Zustand. „Aber es ist nicht alles rosig. Wir haben nur noch neun Fahrer“, so Ungewiß. Der Verein bräuchte in etwa 20 einsatzbereite Frauen und Männer, die die Linie 835 bedienen. In der letzten Zeit seien einige der bisherigen Fahrer weggefallen; durch neue Arbeit oder Krankheit. Den potenziellen Interessenten kommt der Verein entgegen. Der Personenbeförderungsschein wird bezahlt. Die Kosten, die für eine Anfahrt nach Gransee anfallen, übernimmt der Verein ebenso. Nur der zeitliche Aufwand für die Tour ist eine ehrenamtliche Leistung.

Verein kommt Interessenten entgegen

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Fast ein Jahrzehnt lang rollt der Bürgerbus schon über die Straßen der Granseer Region. Am 4. April 2015 will der Verein den zehnten Geburtstag feiern; seitdem werden auf der Linie die Einwohner von den Freiwilligen auf der Ringroute hin- und hergefahren – viermal täglich. Insbesondere die älteren Leute kämen schwer aus ihren Orten weg und zurück, da die Oberhavel-Verkehrsgesellschaft diese Dörfer nicht mehr ansteuert. Die Einwohner müssen aber mal zum Arzt, ins Amt oder nur in den Nachbarort. „Sie sollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben“, sagt Rüdiger Ungewiß.

1000 Stunden rollt der Bürgerbus jährlich

Gransee, Schönermark, Sonnenberg, Schulzendorf, Rönnebeck, Keller, Baumgarten, Meseberg und Buberow – in diesen Orten macht der Bus (mitunter mehrfach) Halt. Die Frage ist, wie lange noch? Denn mit den aktuell neun Fahrern steht das Projekt auf der Kippe. Wolfgang Schwericke, stellvertretender Amtsdirektor von Gransee, stellt auch klar, „dass die Einsatzzeiten ganz flexibel sind“. Bei der Planung würde auf die Wünsche der Fahrer eingegangen. „Uns ist auch schon geholfen, wenn jemand nur einmal im Monat eine Tour übernimmt“, so Rüdiger Ungewiß. „Wichtig ist, dass wir Verstärkung bekommen – egal, woher.“ Schließlich rollt der Kleinbus auf der 37 Kilometer (etwa 45 Minuten) langen Strecke jährlich 1000 Stunden.

Die Anfänge

Der erste Bürgerbus fuhr am 4. April 2005, der Volkswagen hatte das amtliche Kennzeichen OHV-B 835.
Die anvisierte Strecke konnte der Bus damals aber gar nicht fahren. Wegen der Bauarbeiten zwischen Buberow und Meseberg konnten die Haltestellen in den beiden Orten zunächst nicht angefahren werden. 
Dennoch startete der 2004 aus der Taufe gehobene Bürgerbusverein das landesweit einmalige Projekt.

Simone Schönborn fuhr sechs, sieben Jahre lang den Bus. „Ich wollte wieder unter Menschen sein, setzte mich ans Lenkrad. Dadurch, dass ich den Personenbeförderungsschein gemacht habe, bekam ich beim DRK eine Arbeit.“ Sie fährt zwar nicht mehr, ist aber weiter im Verein und hilft dort anderweitig mit. Zudem hat sie ihren Mann ermuntert, als Fahrer zu helfen. Den „Berufsjoker“ zieht Wolfgang Schwericke auch aus dem Ärmel. „Mit dem Beförderungsschein hat man als Arbeitsloser bessere Chancen, wieder eine feste Anstellung zu finden. Das ist doch gut.“ Jürgen Haß musste übrigens nicht überredet werden, in Zukunft Bus zu fahren. „Ich bin Ruheständler und habe Zeit.“

Von Stefan Blumberg

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