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Oberhavel Corona: Neue Allgemeinverfügung für Schulen in Oberhavel – Brandenburgs Integrationsbeauftragte in Hennigsdorfer Gemeinschaftsunterkunft
Lokales Oberhavel Corona: Neue Allgemeinverfügung für Schulen in Oberhavel – Brandenburgs Integrationsbeauftragte in Hennigsdorfer Gemeinschaftsunterkunft
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17:43 30.04.2020
Ab 4. Mai gilt im Landkreis Oberhavel eine neue Allgemeiverfügung für Schulen. (Symbolbild) Quelle: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dp
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Oberhavel

Drei neue Erkrankte vermeldete die Kreisverwaltung Oberhavels am Donnerstagnachmittag (Stand: 30. April, 10 Uhr). 268 Menschen sind insgesamt seit Ausbruch der Pandemie im März im Landkreis positiv auf das SARS CoV2-Virus getestet worden, am Mittwoch waren es noch 265 gewesen. 104 Personen befinden sich gegenwärtig in häuslicher Quarantäne, acht Personen müssen stationär behandelt werden. Sechs Personen sind verstorben. 150 Personen sind bereits geheilt. Aktuell gibt es 112 COVID19-Erkrankte im Landkreis.

2069 weitere Menschen aus Oberhavel stehen derzeit temporär zu Hause unter Quarantäne, weil sie begründete Verdachtsfälle sind. 1695 Menschen wurden bereits negativ auf das Coronavirus getestet, bei 374 Personen steht das Testergebnis noch aus. Außerdem wurden 850 Menschen im Landkreis häuslich abgesondert, weil sie mit positiv getesteten Personen direkten Kontakt hatten.

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Die COVID19-Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen im gesamten Landkreis: Hennigsdorf (104), Oranienburg (34), Hohen Neuendorf (32), Velten (19), Glienicke/Nordbahn (19), Oberkrämer (13), Mühlenbecker Land (10), Löwenberger Land (7), Birkenwerder (6), Leegebruch (6), Liebenwalde (5), Zehdenick (6), Kremmen (4) und im Amt Gransee und Gemeinden (3). In Fürstenberg/Havel gibt es keinen gemeldeten COVID19-Fall.

Neue Allgemeinverfügung des Landkreises Oberhavel für Schulen

Wie der Landkreis am Donnerstag mitteilte, wird es ab Montag, den 4. Mai, eine neue Allgemeinverfügung des Landkreises Oberhavel über das Verbot der Unterrichtserteilung in Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 und COVID-19 in Kraft treten. Die bis zum 3. Mai gültige Allgemeinverfügung ist zudem weiter bis zum 8. Mai befristet. Die neue Verordnung, die dann zum 22. Mai gilt, wurde um die nachfolgenden zwei Punkte erweitert:

  • Ab 11. Mai 2020 ist der Unterricht in der Jahrgangsstufe 5 an Grundschulen und in der Jahrgangsstufe 5 an Schulen mit den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten „emotionale und soziale Entwicklung“, „Lernen“ „Hören“, „körperliche und motorische Entwicklung“ sowie „Sehen" zugelassen.
  • Die Notfallbetreuung für Kinder kann ab dem 4. Mai auch in Einrichtungen zur Kindertagespflege ausgeübt werden.

Näheres dazu sowie der Wortlaut der Allgemeinverfügung kann der Website des Landkreises unter www.oberhavel.de/corona entnommen werden. Unabhängig von der Fristsetzung in der Allgemeinverfügung, plant der Landkreis die Fortführung dieser Regelung über den 8. Mai 2020 hinaus, heißt es.

Brandenburgs Integrationsbeauftragte in Hennigsdorfer Gemeinschaftsunterkunft

Die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg, Doris Lemmermeier, verschaffte sich gemeinsam mit Oberhavels Landrat Ludger Weskamp am Donnerstag (30. April) bei einem Ortstermin an der Gemeinschaftsunterkunft im Hennigsdorfer Ortsteil Stolpe-Süd einen Überblick über den aktuellen Stand vor Ort. Sie erkundigte sich, gemeinsam mit Vertretern der Flüchtlingshilfe, nach der Situation in der Gemeinschaftsunterkunft. Landrat Weskamp erläuterte dabei zusammen mit dem Sozialdezernent des Kreises, Matthias Kahl, die am Standort getroffenen Maßnahmen, darunter insbesondere die teils schwierige räumliche Trennung von mit dem Coronavirus infizierten und nicht infizierten Personen.

Da der letzte infizierte Bewohner – anders als geplant – erst am Mittwoch aus einem ansonsten nur mit Kontaktpersonen bewohnten Haus ausgezogen war, ist die Quarantänezeit für die vier mit Kontaktpersonen belegten Häuser nunmehr bis zum 12. Mai angeordnet worden – vorbehaltlich der Ergebnisse einer erneuten Testung. Diese ist für den Beginn der 19. Kalenderwoche (ab 4. Mai) geplant.

Für das Haus, in dem alle positiv auf das SARS CoV2-Virus getesteten Menschen untergebracht sind, gilt die häusliche Isolation bis zum 5. Mai – sofern die Betroffenen mindestens 48 Stunden symptomfrei waren. „Dabei ist es nicht einfach, den Bewohnerinnen und Bewohnern die notwenige Quarantänemaßnahme zu vermitteln, da viele von ihnen nur leichte Symptome haben oder gänzlich symptomfrei sind", erläuterte Weskamp. Der Landrat informierte außerdem über die medizinische Versorgung am Standort, die Versorgung mit Nahrungsmitteln und die notwendige Polizeipräsenz. „Die Polizei unterstützt uns dankenswerterweise bei der Einhaltung der Quarantäneanordnung. Maßgabe ist, die Situation friedlich zu lösen und dabei Zurückhaltung, aber Präsenz zu zeigen", sagte Weskamp. Denn nicht immer würden sich alle Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkunft mit den angeordneten Maßnahmen einverstanden zeigen. Um die Situation vor Ort zu entspannen, nahm der Landrat die Anregung der Integrationsbeauftragten zur Einrichtung eines Wlan-Zugangs und zusätzlicher Sozialarbeit vor Ort mit und versprach, dies zusammen mit seinem Team in der Kreisverwaltung schnellstmöglich zu prüfen. Um dies zu gewährleisten, waren am Donnerstagnachmittag, in Absprache mit dem Brandenburger Gesundheitsministerium, auch Mitarbeitende der Albatros gGmbH in Hennigsdorf vor Ort. Ärzte, Psychologen und Dolmetscher kümmerten sich um die Bewohnerinnen und Bewohner. Das Projekt „Muttersprachliche und kultursensitive psychosoziale Beratung für Geflüchtete“ wird vom Brandenburger Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz finanziert.

Von MAZonline