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Oberhavel Corona-Pandemie: Das müssen Oberhaveler jetzt wissen
Lokales Oberhavel Corona-Pandemie: Das müssen Oberhaveler jetzt wissen
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19:37 13.05.2020
Die Corona-Pandemie (Symbolbild) hat auch auf den Lebensalltag der Einwohner im Landkreis Oberhavel teils gravierende Auswirkungen. Quelle: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dp
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Oberhavel

Die weltweit grassierende Corona-Pandemie hat auch Deutschland fest im Griff. Vorkehrungsmaßnahmen, die Ausbreitung der Viruserkrankung einzudämmen, sorgen dafür, dass das öffentliche Leben aller Bevölkerungsgruppen beeinträchtigt wird.

Aktuelle Fallzahlen für Oberhavel

Mit Stand vom Dienstag, 13. Mai 2020, (12.00 Uhr) gibt es 67 COVID19-Erkrankte im Landkreis. Insgesamt sind im Landkreis Oberhavel bisher 309 Menschen positiv auf das SARS CoV2-Virus getestet worden. Davon befinden sich 65 Personen in häuslicher Quarantäne, zwei Personen müssen stationär behandelt werden. Sechs Personen sind verstorben. 236 Personen sind bereits geheilt – das sind insgesamt 76 Prozent der registrierten Fälle.

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Die COVID19-Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen im Landkreis: Hennigsdorf (124), Oranienburg (45), Hohen Neuendorf (33), Velten (21), Glienicke/Nordbahn (19), Oberkrämer (13), Mühlenbecker Land (12), Löwenberger Land (7), Birkenwerder (6), Leegebruch (6), Liebenwalde (5), Zehdenick (8), Kremmen (4) und im Amt Gransee und Gemeinden (6). In Fürstenberg/Havel gibt es keinen gemeldeten COVID19-Fall.

Bestätigte Corona-Fälle in Oberhavel

MAZ vom 29. April 2020: „116 Corona-Fälle in Oberhavel: Sachsenhausen-Gedenklauf wird virtuell ausgetragen

MAZ vom 24. April 2020: „Corona-Krise: Etliche neue Regeln für Oberhavel ab Montag – weniger Erkrankte als am Vortag

MAZ vom 23. April 2020: „Coronavirus: Maßnahmen für Gemeinschaftsunterkunft festgelegt

MAZ vom 16. April 2020: „Corona-Pandemie: Erstmals mehr Geheilte als Erkrankte in Oberhavel

MAZ vom 13. April 2020: „Eindämmungsverordnung: Verstöße vor allem an touristischen Hotspots

MAZ vom 12. April 2020: „Corona-Pandemie: Mehr als ein Drittel der erkrankten Oberhaveler inzwischen geheilt“, „Corona-Krise: Aktuelle Zahlen in Oberhavel am Osterwochenende – erstmals Fall in Gemeinschaftsunterkunft

MAZ vom 10. April: „155 Corona-Fälle in Oberhavel: In Hohen Neuendorf, Oranienburg und Hennigsdorf gibt es die meisten

MAZ vom 9. April: „Corona-Pandemie: Aktuelle Zahlen aus Oberhavel am Donnerstag – zwei weitere Patienten verstorben

MAZ vom 8. April 2020: „Corona-Pandemie: Das sind die aktuellen Zahlen in Oberhavel am Mittwoch

MAZ vom 7. April 2020: „In Kremmen und Fürstenberg noch keine Corona-Fälle nachgewiesen

MAZ vom 3. April 2020: „Corona-Pandemie: Zweiter Todesfall in Oberhavel – 65-jähriger Hennigsdorfer verstirbt

MAZ vom 3. April 2020: „Corona: Zweiter Todesfall in Oberhavel

MAZ vom 2. April 2020: „Corona aktuell: In Hohen Neuendorf sind 21 Menschen erkrankt

MAZ vom 1. April 2020: „Landkreis meldet jetzt 114 Corona-Fälle

MAZ vom 31. März 2020: „Corona: Zahl der Erkrankten steigt nur leicht – jedoch nun neun Patienten in stationärer Behandlung

MAZ vom 30. März 2020: „Corona: Zahl der Infizierten in Oberhavel erstmals dreistellig

MAZ vom 29. März 2020: „Corona-Fälle steigen: Nun 18 Fälle in Hennigsdorf, Hohen Neuendorf und Oranienburg

MAZ vom 28. März 2020: „Zahl der Infizierten in Oberhavel steigt weiter: Hennigsdorf hat die meisten Corona-Fälle

MAZ vom 27. März 2020: „Corona-Virus: Jetzt 76 bestätigte Fälle in Oberhavel

MAZ vom 26. März 2020: „Corona: Zwei zusätzliche Abstrichstellen in Oberhavel – jetzt 65 Erkrankte im Landkreis

MAZ vom 25. März 2020: „Corona-Virus: Oberhavel hat nun 54 Erkrankte

MAZ vom 24. März 2020: „Corona in Oberhavel: 50 Fälle registriert

MAZ vom 23. März 2020: „Corona: Keine neuen Erkrankten in Oberhavel am Montag“, „Corona: Kein weiterer Anstieg der Zahlen – diese Regeln gelten jetzt auch in Oberhavel

MAZ vom 22. März 2020: „Corona: Es bleibt bei 39 Erkrankten in Oberhavel

MAZ vom 21. März 2020: „Corona-Pandemie: Wieder stärkerer Anstieg Erkrankter in Oberhavel“, „Corona: Jetzt 39 Erkrankte in Oberhavel – Landrat mahnt zu Solidarität

MAZ vom 20. März 2020: „Corona-Virus: Erster Todesfall in Oberhavel – 81-Jähriger gestorben

MAZ vom 20. März 2020: „Corona: Zahl der Erkrankten in Oberhavel steigt langsamer

MAZ vom 19. März 2020: „Corona: Zahlen in Oberhavel steigen rasant – inzwischen 23 Erkrankte

MAZ vom 18. März 2020: „Corona: Inzwischen 13 Erkrankte im Landkreis Oberhavel

MAZ vom 18. März 2020: „Corona: Inzwischen elf Erkrankte im Landkreis Oberhavel

MAZ vom 17. März 2020: „Es gibt nun sieben Corona-Kranke im Landkreis Oberhavel

MAZ vom 16. März 2020: „Corona-Pandemie: Fünfter Erkrankter in Oberhavel

MAZ vom 14. März 2020: „Corona bestätigt: Fall 4 in Oberhavel

MAZ vom 14. März 2020: „Corona-Fall an der Grundschule: Mühlenbecker Klasse unter Quarantäne

MAZ vom 13. März 2020: „Zweiter Corona-Fall in Oberhavel nachgewiesen

MAZ vom 3. März 2020: „Erster Corona-Fall in Brandenburg: Auch Kontaktpersonen stehen unter Quarantäne

Verordnungen sorgen für Einschränkungen im Alltag

Die am 23. März 2020 in Kraft getretenen Kontaktbeschränkungen hat das Land Brandenburg bis zum Ablauf des 19. April 2020 verlängert. Das Land hat dafür seine Eindämmungsverordnung angepasst und in einigen Punkten präzisiert.

So wird insbesondere der eingeschränkte Aufenthalt an öffentlichen Orten um zwei Wochen bis zum Ende der Osterferien verlängert. Es bleibt dabei bei den bekannten Ausnahmen wie den Wegen zum Einkauf, zum Arbeitsplatz, zu Ärzten, Blutspenden sowie Sport und Bewegung an der frischen Luft.

In Kraft tritt im Zuge der Neuregelung außerdem ein Bußgeldkatalog, der bei Verstößen gegen die Landesverordnung Strafen von bis zu 25.000 Euro vorsieht. Dieser gilt ab dem 2. April 2020. Wer etwa trotz des Verbots öffentliche oder nichtöffentliche Veranstaltungen durchführt, dem droht ein Bußgeld zwischen 500 und 2.500 Euro.

Die Teilnahme an Veranstaltungen kann bis zu 500 Euro teuer werden. Bußgelder gibt es auch für das Öffnen von Verkaufsstellen des Einzelhandels, für die es keine Ausnahmeregeln gibt. Die Höhe des Bußgeldes wird vom Landkreis festgelegt.

Wie der Landkreis am 26. März mitteilte, wurden zur Entlastung der Corona-Abstrichstelle der Oberhavel Klinik in Hennigsdorf zwei weitere Corona-Testeinrichtungen eingerichtet. Es handelt sich dabei um die Praxis von Susanne Adam in Hohen Neuendorf sowie die Praxis von Jens Albert (“Praxis Schiffner“) in Hennigsdorf. Für beide Praxen gilt, ebenso wie für die Oberhavel Kliniken, dass Tests ohne vorherige Anmeldung und Rücksprache nicht möglich, ein Betreten der Praxis bei Verdacht auf eine Corona-Erkrankung nicht erlaubt ist (siehe dazu auch weiter unten „Was muss ich bei Verdacht auf Ansteckung tun?“).

Allgemeinverfügung des Landkreises Oberhavel – Maßnahmen des Landes Brandenburg

Am Sonntag, den 22. März, ordneten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder schärfere Regeln in ganz Deutschland zur weiteren Einschränkung der Epidemie an. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke verkündete am Sonntagabend zudem weitere Regeln, die ab Montag, den 23. März, 0.00 Uhr, im Land Brandenburg gelten. All diese Regelungen sind unter diesem Link lesefrei im Überblick zu finden: „Diese Maßnahmen gegen Corona gelten nun in Brandenburg“. Wenig später zog das Land Brandenburg nach und verschärfte seine Regeln für das Bundesland zusätzlich. Landrat Ludger Weskamp informierte über diese Maßnahmen am Montag und appellierte an alle Bürger, diesen Regeln Folge zu leisten, um die Pandemie einzuschränken.

Mit Wirkung zum 13. März (Freitag) war zuvor eine vom Landrat am Donnerstag (12. März) für den Landkreis Oberhavel erlassene Allgemeinverfügung in Kraft getreten, deren Maßnahmen dazu beitragen sollen, die Ausbreitung des Corona-Virus weiter einzudämmen. Darunter fallen bis auf weiteres folgende Regelungen:

  • Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten: Reisende, die sich zuletzt in einem internationalen Risikogebiet oder einem besonders betroffenen Gebiet in Deutschland entsprechend der Festlegungen durch das Robert Koch-Institut (RKI) aufgehalten haben, dürfen für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Rückkehr Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Tagespflegestellen, Horte, Schulen, Hochschulen, Pflegeheime, Krankenhäuser, Tageskliniken und vergleichbare medizinische Einrichtungen nicht betreten. Das RKI aktualisiert die Liste der aktuellen Risikogebiete ständig. Zuletzt zählten Italien, Iran, die Provinz Hubei in China, die Provinz Gyeongsangbuk-do in Südkorea, die Region Grand Est in Frankreich (mit Elsass, Lothringen, Champagne-Ardenne), das Bundesland Tirol in Österreich, die spanische Hauptstadt Madrid sowie die Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York in den USA sowie in Deutschland als besonders betroffene Region der Landkreis Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) zu den Risikogebieten. (Stand: 15. März, 16 Uhr) – Ausgenommen von dieser Regelung sind Angehörige der Polizei, von Rettungsdiensten, der Feuerwehr, dem Zivil- und Katastrophenschutz und behandlungsbedürftige Personen und nächste Angehörige von behandlungsbedürftigten Minderjährigen.
  • Durchführung von Veranstaltungen: Veranstaltungen ab einer zu erwartenden Zahl von mindestens 1000 Teilnehmern sind im Landkreis Oberhavel ab sofort bis auf weiteres untersagt. Ab einer Anzahl von 100 Teilnehmenden gilt für Veranstaltungen eine Anzeigepflicht. Das bedeutet: Personen, die öffentliche oder private Veranstaltungen durchführen wollen, müssen diese gegenüber dem Landkreis Oberhavel unverzüglich unter Angabe der Kontaktdaten des Veranstalters (Name, Anschrift, Telefon) beim Fachbereich Gesundheit des Landkreises Oberhavel anmelden. Angegeben werden müssen Veranstaltungsort und -zeit, die erwartete Teilnehmerzahl und die Art der Veranstaltung (öffentlich, geschlossene Räume, unter freiem Himmel). Diese Meldungen sind per E-Mail an die Adresse: corona.veranstaltungen@oberhavel.de oder per Post an: Landkreis Oberhavel, Fachbereich Gesundheit, Havelstraße 29, 16515 Oranienburg zu richten.
  • Betrieb kreiseigener Einrichtungen ausgesetzt: Aus Gründen der Vorsorge hat der Landkreis als Träger von Einrichtungen zudem vorerst bis zum 15. Mai 2020 den Betrieb an Volkshochschule, Kreismusikschule und Landwirtschaftsschule ausgesetzt. Gleichzeitig wurde weiteren kreiseigenen Gesellschaften wie dem Ziegeleipark Mildenberg empfohlen, ihre Einrichtungen vorerst geschlossen zu halten.
  • Landrat Ludger Weskamp appelliert an die Bevölkerung in Oberhavel: „Wir empfehlen, alle Sozialkontakte auf das notwendige Maß zu beschränken. Wir wissen natürlich, dass diese Entscheidungen Einschnitte für die Bevölkerung in Oberhavel bedeuten. Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger Oberhavels aber, uns dabei zu unterstützen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen."
  • Auch Gesundheitsdezernentin Kerstin Niendorf appelliert an die Bevölkerung: „Wir gehen davon aus, dass die Zahlen auch in den kommenden Tagen weiter steigen werden. Bitte halten Sie sich an die angeordneten Maßnahmen und folgen Sie den Empfehlungen der Behörden. Dazu zählt insbesondere, soziale Kontakte so gut es geht einzuschränken und die Teilnahme an Veranstaltungen und Versammlungen zu vermeiden. Wenn die getroffenen Maßnahmen wirken sollen, dann müssen alle Bürgerinnen und Bürger jetzt bewusst handeln und aktiv mitwirken!“

Schul- und Kita-Schließungen ab Mittwoch, 18. März – Tagespflegeeinrichtungen ab 25. März geschlossen

Als weitere Maßnahme zur Reduzierung sozialer Kontakte zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschloss die Landesregierung Brandenburgs am Freitag (13. März), mit Wirkung zum Mittwoch (18. März) alle Schulen und Kindertagesstätten im Land zu schließen (Stichwort: „Betretungsverbot“). Die Schließung soll nach aktuellem Stand vorerst bis zum 19. April (Sonntag), dem letzten Tag der Osterferien, andauern. Nicht von dem sogenannten Betretungsverbot betroffen ist die Tagespflege. Auch für einzelne Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens tätig sind, soll es Ausnahmen vom Betretungsverbot geben, sofern sie eine anderweitige Betreuung ihrer Kinder nicht ermöglichen können. Konkret gilt dies für Eltern, die zentrale Aufgaben unter anderem im Bereich der Gesundheit, der Polizei, zentralen Bereichen der Verwaltung oder in der Energieversorgung wahrnehmen. Für Kinder dieser Eltern soll eine Notfallbetreuung an Schulen sowie Kitas eingerichtet werden. Ausgenommen von dem Betretungsverbot sind Förderschulen für Kinder, die schwerst mehrfachbehindert sind und für Kinder mit Förderbedarf „geistige Entwicklung“.

Regulärer Unterricht findet am Montag/Dienstag (16./17. März) an allen öffentlichen Schulen noch statt. An diesen beiden Tagen soll den Verwaltungen Zeit gegeben werden, Regelungen für die Notbetreuung zu treffen und vorzubereiten. Eltern, die ihre Schulkinder bereits am Montag und Dienstag bereits vorsorglich zu Hause lassen wollen, werden gebeten, die Schule darüber zu informieren. Laut Bildungsministerium gelten die Kinder auch dann entschuldigt, wenn keine schriftliche Entschuldigung vorliegt.

Die Schulschließungen bedeuten nicht automatisch die Aufhebung der geltenden Schulpflicht. So soll das Lehr- und weiteres Schulpersonal laut Landkreis in der Regel auch weiterhin an den Schulen sein. Schüler sollen per Telefon oder E-Mail über Unterrichtsinhalte informiert werden, die sie zu Hause bearbeiten sollen. Berufsschüler sollen nach Möglichkeit während der Schließzeit in ihren regulären Ausbildungsstätten arbeiten.

Zur Regelung der Notfallbetreuung in Kitas und Horten hat der Landkreis Oberhavel am Montag (16. März) zwei Allgemeinverfügungen erlassen. Die Betreuung von Schulkindern erfolgt in den Horten. Das gilt auch für Kinder mit Betreuungsanspruch, die sonst keinen Schulhort besuchen. Grundvoraussetzung für eine Notfallbetreuung von Kindern ist, dass beide Sorgeberechtigte, im Falle von Alleinerziehenden der Inhaber des Sorgerechts, in so genannten kritischen Infrastrukturen tätig sind und eine häusliche oder sonstige individuelle beziehungsweise private Betreuung nicht organisieren können. Welche Berufsgruppen konkret zur kritischen Infrastruktur zählen, ist in diesem Artikel ausführlich nachlesbar (lesefrei). Betroffene Eltern müssen zur Gewährung der Notbetreuung ein entsprechendes Formular beim Landkreis einreichen, das auch vom Arbeitgeber unterzeichnet werden muss. Es kann unter dem Link www.oberhavel.de/notfallbetreuung abgerufen werden. Wie Landkreis-Dezernent Matthias Rink am Montag (16. März) mitteilte, strebt der Landkreis eine „schnellstmögliche und unbürokratische Bearbeitung“ der eingereichten Anträge an. 50 Mitarbeiter seien dafür abgestellt und am Montag geschult worden. „Sie sind hochmotiviert und stellen sich mit größtmöglicher Verantwortung dieser Aufgabe“, so Rink. Sollte sich im Zuge der nächsten Tage erweisen, dass die zur Verfügung stehenden Notbetreuungskapazitäten nicht ausreichen – der Landkreis rechnet mit 10 bis 15 Prozent zu betreuender Kinder – „müssen wir erneut aussieben“, so Rink. Für alle Fragen rund ums Thema der Kinder- und Notbetreuung hat der Landkreis ebenfalls eine Info-Hotline unter 03301/6013400 geschaltet, die montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr besetzt ist.

Bis Mittwochnachmittag waren laut Kreisverwaltung fast 1200 Anträge auf Notfallbetreuung positiv beschieden worden. Bis zum späten Dienstagabend waren es bereits 1049 Anträge bewesen. In der Spitze waren fast 100 Mitarbeiter der Kreisverwaltung für die Bearbeitung der Anträge abgestellt worden. Um eine finale Bedarfsplanung in den Kitas und Horten für die Kalenderwoche 13 zu ermöglichen, wird laut Matthias Rink, Leiter des koordinierenden Verwaltungsstabes, die Antragsbearbeitung am Freitag, den 20. März, 12 Uhr abgeschlossen. Danach werden neue Anträge auf Notfallbetreuung erst wieder ab Montag, den 23. März bearbeitet.

Wie die Kreisverwaltung am Freitag (20. März) mitteilte, bleiben ab Mittwoch, den 25. März, in Oberhavel auch die Tagespflegeeinrichtungen für Kinder geschlossen. Bis dahin haben Eltern die Möglichkeit, eine alternative Betreuung zu organisieren. Zuvor hatte das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport die Lage der Kindertagespflegestellen im Land noch einmal neu bewertet. Der Landkreis Oberhavel erlässt eine dementsprechende Allgemeinverfügung, die ab Sonnabend, den 21. März, gilt.

Das Ein-mal-Eins der Risikominimierung

Wie verringere ich das Risiko einer Ansteckung?

Der Corona-Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Nach aktuellen Erkenntnissen scheint der Hauptübertragungsweg eine Tröpfcheninfektion zu sein. Diese Übertragung kann von Mensch zu Mensch erfolgen, wenn Infizierte Tröpfchen in die Luft abgeben und nicht infizierte Menschen diese einatmen, so dass der Virus an deren Schleimhäute der Atemwege gelangt. Auch eine Übertragung über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie mit der Augenbindehaut in Kontakt kommen, kann nicht ausgeschlossen werden.

Zur Vermeidung einer Infektion ist daher insbesondere auf eine sogenannte gute Husten- und Nies-Etikette und persönliche Händehygiene zu achten. Zudem sollte Abstand zu Erkrankten gehalten werden, das Robert Koch Institut (RKI) empfiehlt dabei mindestens ein bis zwei Meter. Enge Körperkontakte wie Umarmungen oder Küssen zu Erkrankten sowie bei eigenen Infektionen sollten vermieden werden. Verzichtet werden sollte gegenwärtig generell auch auf das Händeschütteln. Generell sollten Menschen, die Atemwegssymptome, d. h. Krankheitszeichen im Bereich der Atemwege haben, nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

Händehygiene: Hände sollten nicht nur gewaschen werden, wenn sie sichtbar schmutzig sind, da Krankheitserreger mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Am besten waschen Sie sich im Alltag regelmäßig die Hände. Unter www.infektionsschutz.de werden alle weitergehenden Fragen zum Thema Händewaschen ausführlich beantwortet, von der Bedeutung des regelmäßigen Händewaschens über die beste Vorgehensweise bis hin zu den Fragen der besten Wassertemperatur, ob das Händewaschen auch ohne Seife Sinn macht warum es wichtig ist, sich die Hände anschließend gut abzutrocknen.

Husten- und Nies-Etikette: Beim Husten oder Niesen sollte möglichst vermieden werden, Speichel oder Nasensekret in der Umgebung zu verteilen. Aus gesundheitlicher Sicht ist es daher nicht sinnvoll, sich beim Husten oder Niesen die Hand vor den Mund zu halten, denn so gelangen Krankheitserreger erst an die Hände und können anschließend über Gegenstände oder Hände an andere Personen weitergegeben werden. Drehen Sie sich beim Husten oder Niesen weg und halten Sie dabei zu anderen Personen mindestens einen Meter Abstand. Niesen Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, welches Sie anschließend entsorgen. Haben Sie kein Taschentuch zur Hand, können Sie auch in Ihre Armbeuge husten oder niesen. Weitere Informationen zur Husten- und Nies-Etikette finden Sie hier unter www.infektionsschutz.de.

In Einrichtungen mit starkem Besucherverkehr wie Arztpraxen, Schulen oder Ämtern können Händedesinfektionsspender die o.g. Maßnahmen zusätzlich unterstützen.

Was muss ich beim Verdacht der Ansteckung tun?

Krankheitszeichen der Corona-Erkrankung können Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit sein. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost wurde bereits berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Die Krankheitsverläufe variieren stark – von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen bis hin zum Tod. Für Laien ist es – mit Blick auf die aktuell herrschende Grippesaison – daher fast unmöglich, eine „Selbstdiagnose“ zu stellen. Davon wird auch dringlichst abgeraten.

Wer den Verdacht hat, erkrankt zu sein, sollte in jedem Fall nicht unangemeldet seinen Hausarzt aufsuchen, sondern seinen Hausarzt telefonisch kontaktieren oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der deutschlandweit einheitlichen Telefonnummer 116 117 kontaktieren. Die Ärzte werden gezielt nach Symptomen fragen und den Betroffenen ggf. bei einem Hausbesuch untersuchen beziehungsweise nach der offiziellen Sprechstunde in die Praxis bestellen. Solange eine Erkrankung nicht einwandfrei ausgeschlossen werden kann, sollten diese Personen Kontakt zu anderen Menschen meiden, um eine Übertragung auf andere zu vermeiden. Dies betrifft in ganz besonderem Fall Reise-Rückkehrer aus einem der Risikogebiete oder Menschen, die Kontakt zu einem nachweislichen Erkrankungsfall hatten.

Appell des Arbeiter-Samariter-Bundes: Besuche in Alten- und Pflegeheimen vermeiden

Der Arbeiter Samariter Bund (ASB) als ein Betreiber von stationärer Einrichtungen für Senioren und Pflegebedürftig in Brandenburg rät Angehörigen, Menschen in Pflege- und Alteneinrichtungen derzeit nicht zu besuchen. So soll eine mögliche Übertragung des Corona-Virus verhindert werden, zumal insbesondere ältere Menschen zu den besonders gefährdeten Risikogruppen zählen. Bei unbedingt notwendigen Besuchen sollten zumindest nicht die Gemeinschaftsräume der Einrichtungen genutzt werden, sagte Cindy Schönknecht vom ASB.

Infotelefon-Nummern des Landkreises

Der Landkreis hat ein Infotelefon unter der Nummer 03301/6013900 geschaltet. Dieses ist vornehmlich für medizinische Fragen rund um den Corona-Virus sowie die Information möglicherweise Erkrankter gedacht, erklärt Amtsarzt Christian Schulze. So sollen mit Hilfe des Infotelefons vor allem Fragen wie „Wie erkenne ich Symptome“ oder „Welche Maßnahmen kann ich ergreifen, um mich zu schützen?“ beantwortet werden sowie Hinweise zum Verhalten von Bürgern, die in Risikogebiete gereist sind oder Kontakt zu Menschen haben, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben gegeben werden. Das Infotelefon ist von Montag bis Freitag, 8 bis 15 Uhr, besetzt, am Wochenende von 10 bis 14 Uhr.

Für alle Fragen rund ums Thema der Kinder- und Notbetreuung hat der Landkreis ebenfalls eine Info-Hotline unter 03301/6013400 geschaltet. Diese ist am Dienstag von 7 bis 18 Uhr erreichbar. Weitere Servicezeiten werden auf der Homepage der Kreisverwaltung unter www.oberhavel.de veröffentlicht.

Schenken Sie Fake-News und unbestätigten Informationen keinen Glauben

Nicht nur, aber vor allem in den sozialen Netzwerken – von Facebook über Twitter und Instagram bis hin zu Whatsapp sowie weiteren Messengern – häufen sich derzeit Nachrichten, Berichte, ja gar Kettenbriefe, mit teils absurden, unbestätigten und vielen Falschmeldungen. Angefangen davon, dass Supermärkte aufgrund erhöhter Ansteckungsgefahr in den nächsten Tagen ihre Filialen schließen bis hin zu der vermeintlichen Nachricht, die Einname von Ibuprofen würde die Symptome von Covid19 verstärken bzw. die Vermehrung des Virus beschleunigen. Diese Nachrichten entbehren jeglicher Grundlage und sind falsch, es handelt sich dabei um sogeannte Fake-News. Deren Quelle – und auch der Grund, warum sie in die Welt gesetzt werden – ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachvollziehbar. Bitte beteiligen Sie sich nicht an der Weiterleitung solcher unseriösen und vor allem unbestätigter Nachrichten, die auf keine offizielle Quelle zurückgeführt werden können. Informieren Sie sich bitte bei offiziellen Institutionen wie dem Robert Koch Institut unter www.rki.de, der Landesregierung Brandenburg unter www.brandenburg.de sowie dem Landkreis Oberhavel unter www.oberhavel.de über die aktuellen Entwicklungen und Maßnahmen. Auch die MAZ-Redaktion berichtet sorgfältig und nach eingehender Prüfung von Informationen über die aktuellen Entwicklungen. Wer sich tiefergehend über den Hintergrund des SARS-Cov-2-Virus informieren möchte, dem sei zudem der Podcast von Corona-Spezialist Professor Christian Drosten, Institutsdirektors der Virologie an der Berliner Charité, empfohlen, der täglich hier in der ARD Audiothek von NDR Info veröffentlicht wird.

Gesundheitsamt schränkt Tätigkeiten ein

Der Fachbereich Gesundheit der Kreisverwaltung Oberhavel ist aufgrund der aktuellen Situation gegenwärtig einer immens hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt. Aus diesem Grund wird der Tätigkeitsbereich der Mitarbeiter neu aufgestellt. So wurden bis auf weiteres alle Schuluntersuchungen abgesagt. Ebenfalls eingestellt wird die Arbeit des Zahnärztlichen Dienstes. Unterdessen unterstützen die Mitarbeitenden die Telefonhotline des Landkreises und andere notwendige Arbeiten im Gesundheitsamt.

Was ist bereits über die Ursache des Ausbruchs der Corona-Pandemie bekannt?

Laut Robert Koch Institut (Stand: 2. März 2020) wird gegenwärtig angenommen, dass der im Fachterminus SARS-CoV-2 genannte Virus von Fledermäusen stammt. Derzeit wird davon ausgegangen, dass sich die ersten Patienten bereits Anfang Dezember auf einem Markt in Wuhan in der Provinz Hubei in China angesteckt haben.

Weitere Informationen und Links:

Die MAZ-Redaktion Oberhavel fasst die tagesaktuellen Entwicklungen im News-Blog in einer Übersicht hier zusammen: Corona-Newsblog: Die aktuelle Lage in Oberhavel im Überblick

Der Landkreis Oberhavel informiert über aktuelle Entwicklungen und Entscheidungen regelmäßig auf seiner Website unter: www.oberhavel.de/corona.

Wichtige Hinweise zum Arbeitsrecht werden auf den Seiten des Brandenburger Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie veröffentlicht: msgiv.brandenburg.de.

Informationen zur Unterstützung der Wirtschaft finden sich auf den Seiten des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Energie: wae.brandenburg.de.

Das müssen Sie zum Coronavirus wissen

Von Nadine Bieneck