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Oberhavel Damit Bauwünsche nicht ausufern
Lokales Oberhavel Damit Bauwünsche nicht ausufern
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16:08 22.02.2018
Auch bei den Stadtvillen vis a vis des Oranienburger Schlosses sorgte die Nähe zum Wasser schon für Diskussionen. Quelle: Ulrich Bergt
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Oranienburg

Idyllische Wege für Radler und Spaziergänger entlang der Ufer der Havel, an Kanälen oder rund um den Lehnitzsee – das sind Pfunde, mit denen Oranienburg wuchern kann. Es sind Oasen inmitten der Stadt. Doch wie breit sollte der Uferstreifen frei sein und bleiben? Inwieweit sollte man Begehrlichkeiten von Bauherren Grenzen setzen?

Mit ihrem Beschluss aus dem Jahr 2000 hatten die Stadtverordneten sich so positioniert, dass generell ein 50 Meter breiter Streifen von Bebauung frei zu halten ist.

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Doch das kollidierte immer wieder mit Bauvorhaben: So bei den Stadtvillen am Hafen, am alten Gaswerk in der Stresemannstraße oder bei der Wohnbebauung hinter dem Schlosspark. Beispiele, die die Bauverwaltung auflistete, die am Dienstagabend im Bauausschuss einen Beschlussantrag vorlegte, wonach „der Grundsatzbeschluss, grundsätzlich 50 Meter frei zu halten, aufgehoben werden soll“ und bei der Planung und Entwicklung an Oberflächengewässern Natur, Landschaft, Erholungswert, Klimaschutz und Landschaftsbild zu berücksichtigen sind.

Die 50-Meter-Regelung verhindere gerade in der Innenstadt „eine optimale Flächenauslastung“, begründete Baustadtrat Frank Oltersdorf. Zugleich habe man in den letzen Jahren sehr viel getan, um die Gewässer erlebbar zu machen.

Doch der Antrag rief etliche Kritiker auf den Plan. „Das findet nicht unsere Zustimmung. Gerade am alten Speicher wird dann schnell bis zum Ufer gebaut. Wir können über Einschränkung reden, nicht aber über die Streichung der 50-Meter-Regelung“, so Olaf Kästner (Linke).

Das sah auch Jörg Roitsch (Grüne) so: „Wir sollten die frei zu haltende Uferfläche je nach Lage staffeln“, so sein Vorschlag.

Wenn es die 50-Meter-Zone nicht mehr gibt, „sehe ich darin einen Freibrief für alle, bis ans Wasser zu bauen“, befürchtet Frank Eichelmann (Linke).

„In der Innenstadt gibt es dann keinen Uferschutz mehr. Das muss für Jedermann frei sein, die neue Regelung sichert vor allem die Gewässer im Außenbereich zu wenig, so Arnold Krämer.

„Wir sollten genau festlegen, wo die 50 Meter gelten und wo nicht“, schlug Antje Wendt (FWO) vor.

Die 50 Meter sind gerade in der Innenstadt schwer einzuhalten, argumentierten Judith Brandt, Olaf Bendin und auch Ausschussvorsitzender Burkhard Wilde (alle SPD): „Wir haben es doch bei jedem Bauantrag in der Hand, könnten entscheiden, wie weit ans Ufer oder nicht“, so Wilde.

Sechs Ausschussmitglieder gaben mit ihrem Ja eine Empfehlung für den Hauptausschuss, fünf stimmten dagegen. Ob der Beschluss vom 4. Dezember 2000 gekippt wird oder Bestand hat, entscheiden letztlich die Stadtverordneten am 5. März.

Von Heike Bergt

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