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Oberhavel Das Ende der Weihnachtszeit
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17:09 07.01.2018
Die Kantorei Kremmen sang vom rückwärtigen Teil der Kirche und ließ so den Blick auf Altar und Tannenbaum frei. Quelle: Ulrike Gawande
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Kremmen

Eigentlich sei es ihr erst durch die Epiphaniasmusik, die von den Kirchenmusikern Matthias und Sabine Dill seit ihrem Amtsantritt 2005 in Kremmen veranstaltet wird, bewusst geworden, dass die Weihnachtszeit erst am 6. Januar, dem Dreikönigstag ende, erklärte Annette Borchert, Kremmenerin und Leiterin der städtischen Goethe-Grundschule. Es sei eine tolle Möglichkeit noch einmal in Ruhe Weihnachten ausklingen zu lassen.

Seit 2005 lassen Sabine und Matthias Dill in der St. Nikolai-Kirche in Kremmen die Weihnachtszeit zu Epiphanias mit texten und Musik ausklingen.

Und so läuteten auch an diesem Sonnabendabend wieder die Glocken der St.Nikolai-Kirche Kremmen, erstrahlte das Kirchenschiff ein letztes Mal zum Abschluss der Weihnachtszeit 2017 im Lichte der Kerzen in den Fenstern, an Adventskranz und Weihnachtsbaum und standen die Könige im Mittelpunkt der kleinen Krippe auf dem historischen Taufbecken. Epiphanias ist eines der ältesten kirchlichen Feste. Der Tag erinnert an den Besuch der Weisen aus dem Morgenland bei Jesus an der Krippe – und damit an das Erscheinen Gottes in der Welt. Daher stammt auch der Begriff Epiphanias, der sich vom griechischen Wort „epiphaneia“ für „Erscheinung“ ableitet.

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Mit der „Epiphanias-Intrade“ des 1963 geborenen Komponisten Christoph Emanuel Seitz eröffnete der Posaunenchor Kremmen/Hohenbruch/Velten unter der Leitung von Matthias Dill die rund einstündige Veranstaltung. Anschließend entführte Sabine Dill in nachdenklichen Texten und Geschichten in das „Reich der Träume“, die sich mit Gemeindegesang, Bläsermusik und Darbietungen der Kremmener Kantorei abwechselten. 25 Prozent der Schlafenszeit verbringe man mit Träumen, berichtete Sabine Dill, die in der Gemeinde die Blockflötengruppe leitet und für die Arbeit mit Kindern zuständig ist. „Träume helfen, Ereignisse des Tages zu verarbeiten.“ Doch oft stünden Lebensgewohnheiten wie das tägliche Weckerklingeln der Erinnerung an die nächtlichen Traumstunden im Wege. Auch in der Bibel seien Träume zu finden. Dill erinnerte an Jakob und die Himmelsleiter, an den Traumdeuter Daniel und an die Sterndeuter, denen Gott im Traum erschienen sei und zur Jesus-Krippe geführt habe.

Sabine Dill las eine humorvoll, nachdenkliche Weihnachtstraum-Geschichte der Theologin Margot Käßmann über die ersten Erfahrungen eines Muslimen mit dem deutschen Weihnachtsfest und aus Herman Multhaupts „Büchlein zum Lutherjahr“ einen Text über die Gedanken von Luthers Töchterchen Magdalena zu den drei heiligen Königen an der Krippe. „Mit der Epiphaniasmusik kann man Weihnachten abschließen, noch einmal aus dem Alltag aussteigen. Ruhe finden“, betonte Sabine Dill. Auch die Vorbereitung des Abends sei zusammen mit ihrem Mann eine angenehme Aufgabe, bei der man noch mal Weihnachten begehen könne, was im Zuge der hektischen Feiertage oft schwer sei. Das empfand auch Annette Borchert so: Seien doch die Gottesdienste an Weihnachten oft überfüllt. „Und heute wird noch einmal alles aufgefahren, was die Kirche zu bieten hat: Kantorei, Bläser und schöne Texte.“ Traditionell ging der Abend mit dem Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, getextet von Dietrich Bonhoeffer, zu Ende. Die Kollekte kam der Orgelsanierung zugute, damit diese kein Traum bleiben muss.

Von Ulrike Gawande

07.01.2018
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