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Oberhavel Das Wichtigste ist die Familie
Lokales Oberhavel Das Wichtigste ist die Familie
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07:12 30.08.2017
Familie Laesicke mit den Töchtern Hannah (2) und Lilly. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Jeanine und Alexander Laesicke sind Menschen der schnellen Entschlüsse. Das war bei ihrer Hochzeit so, und auch beim Hauskauf. Das Haus von Alexander Laesicke und seiner kleinen Familie am Oranienburger Kanal sieht auf den ersten Blick ziemlich groß aus. Etwas verwinkelt und mit vielen Erkern. „Na ja, es ist ein Generationenhaus“, sagt Alexander Laesicke. Gleich nebenan, sogar verbunden durch eine Tür, leben seine Schwiegereltern. „Dass die Familie eng zusammenlebt, war uns wichtig.“ An Leben fehlt es in den vielen Wänden nicht. Dafür sorgt schon Hannah, der kleine Wirbelwind. Stillsitzen ist so gar nichts für sie. Vor einigen Wochen musste die Zweijährige allerdings ganz vorsichtig sein, beim Spielen in der Kita hatte sie sich den Fuß gebrochen, musste eine Schiene tragen und sollte möglichst nicht rumtoben. Leichter gesagt als getan, wenn man sieht, wie gerne Hannah hin und her hopst. Da war es ganz gut, dass Alexander seine Elternzeit bald antreten konnte. Und die genießt er in vollen Zügen. Seine Frau Jeanine ist ohnehin noch in ihrer Babyzeit, inzwischen zum zweiten Mal mit der jüngsten Tochter Lilly, die im Februar zur Welt kam. „Lilly ist ganz unkompliziert, die kommt nach meiner Frau“, schmunzelt Alexander Laesicke. Tatsächlich ist Lilly ein ganz braves Baby, schläft durch und lacht auf dem Arm ihrer Mama vor sich hin. „Aber Hannah, die kommt nach mir. Die ist ein Tobekind und muss in jede Pfütze rein“, sagt Alexander. Es ist schön, dass er momentan nicht auf Dienstreisen oder schon um 6.30 Uhr aus dem Haus muss. Erst später am Morgen geht’s mit Hannah zur Kita „Leuchtturm“ an der Sachsenhausener Straße.

Alexander Laesicke ist mit zwei Brüdern groß geworden. So ein Mädelshaushalt sei auch nicht schlecht, da wird man richtig umgarnt. Hannah spart nicht mit Küsschen für ihren Papa. „Und ich lerne nun Zöpfe flechten, das ist auch ganz schön.“

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Der Wahlkampf ist die eine Seite, die den 38-Jährigen gerade in Anspruch nimmt. Seine Familie die zweite Seite. Das sind die Hobbys der beiden, für andere Sachen bleibt momentan nicht viel Zeit. Hebräisch, Fahrradfahren und Joggen müssen warten. Dafür kochen die beiden mal ganz gerne. Süßkartoffelauflauf ist ihr Leibgericht, mit viel Knoblauch. „Wir sind beide Knoblauchfans“, sagt die 33-Jährige.

Jeanine Laesicke hat vor der Babypause in der Mercedes-Benz-Arena gearbeitet. War zuständig für die Kundenbetreuung. „Bei ihr muss immer alles geplant sein“, lacht Alexander. So war es auch bei ihrer Hochzeit. Die hatten die beiden gar nicht auf die lange Bank geschoben. Im Februar 2013 hatten sie sich kennengelernt. Fünf Monate später sind sie zusammengezogen. „Und im Januar darauf hat er mir schon einen Antrag gemacht“, sagt Jeanine. Unter der Weltzeituhr mit einer langen Liebeserklärung. „Und ich hab natürlich Ja gesagt“, lächelt Jeanine. Alexander hätte am liebsten die Ringe schon vorher gekauft. „Aber meine Schwiegermutter hat mir abgeraten und gemeint, ich soll den Antrag lieber in der Nähe eines Juweliers machen.“ Im August 2014 haben die beiden gleich geheiratet. „Wenn es passt, ist es doch gut so“, sagt Jeanine. Die standesamtliche Trauung fand im Schloss statt. „Kirchlich hat uns Pfarrer Humburg getraut, auf dem Landgut Stober am Groß Behnitzer See, ganz romantisch unter einer alten Platane.“ Die Schlossmusik hat ihnen damals ein Ständchen gebracht. Und die beiden haben extra ein paar Stunden Tanzunterricht genommen. „Ich glaube, an dem Abend haben wir eine gute Figur gemacht“, sagt Alexander.

Zwei Wochen nach Hannahs Geburt zogen die drei in das Generationenhaus am Kanal. Und hier wird viel zusammen mit den Eltern von Jeanine gemacht. Auch Spaziergänge mit den beiden Hunden. Der Hund der Laesickes heißt Herr Schlappi und interessiert sich wenig für Besuch und Fotoaufnahmen. Herr Schlappi lässt sich nicht stören auf seiner Decke im Wohnzimmer. „Der ist jetzt 13 Jahre und schon ruhiger geworden.“ Alexander weiß den Zaun um das komplette Grundstück sehr zu schätzen. So kann Schlappi nicht immer auf eigene Faust ganz Oranienburg erkunden. „Schlappi ist unerziehbar, deshalb sind wir auch Freunde geworden“, sagt Alexander.

Jeanine Laesicke mag eher eine moderne Einrichtung. Doch im Haus sind die alten Möbelstücke sehr präsent. „Die sind von meinen Großeltern“, sagt sie. Sie hat es nicht übers Herz gebracht, sie wegzugeben. Ein Büro braucht Alexander Laesicke nicht. Die ganze Arbeit für den Wahlkampf wird am Laptop erledigt. Wer das Sagen zu Hause hat? „Meine Frau gibt mir immer das Gefühl, ich hätte ein Mitspracherecht“, lacht Alexander. Er sei noch nie so glücklich gewesen wie jetzt mit seiner Familie, sagt er von sich. Wenn er Bürgermeister wird, will er sich nicht in allen Verpflichtungen verlieren. Dann werden seine Töchter auch oft dabei sein. „Das kenne ich von meinem Vater auch nicht anders.“

Von Andrea Kathert

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