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Oberhavel Das ist Oberhavels neuer Kreistag: CDU wird stärkste Kraft vor SPD und AfD
Lokales Oberhavel Das ist Oberhavels neuer Kreistag: CDU wird stärkste Kraft vor SPD und AfD
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07:30 27.05.2019
Das vorläufige Endergebnis der Kreistagswahl in Oberhavel 2019. Quelle: Landkreis Oberhavel
Oberhavel

Nahezu gleichauf lagen zwischenzeitlich CDU, SPD und AfD bei der Stimmauszählung zur Wahl des Kreistags am Abend des „Superwahlsonntags“. Nach Auszählung aller 253 Stimmbezirke in Oberhavel setzte sich am Ende die CDU mit 18,9 % der Stimmen (59.143) als stärkste Fraktion des zukünftigen Kreistags durch und zog an der SPD mit 17,9 % (55.793) als bisherig stärkster Kraft vorbei. Mit 14,8 % aller abgegeben Stimmen (46.101) zog die AfD erstmals in Oberhavels Kreistag ein und wurde auf Anhieb drittstärkste Kraft.

Auch die Grünen zogen an der bislang drittstärksten Partei im Kreistag, den Linken, vorbei und kamen auf 12,8% der Stimmen (39.957). Sie verbuchen damit einen Zuwachs von 5,2 % und legen auch in Oberhavel deutlich zu. Fünftstärkste Partei im Kreistag sind mit 12,3 % und einem Stimmverlust von mehr als sieben Prozent im Vergleich zur letzten Wahl die Linken (38.293).

Mit deutlichem Abstand folgten die weiteren Parteien, Listenvereinigungen und Wählergruppen. So verbuchten BVB/Freie Wähler 6,5 % (20.442), FDP 5,2 % (16.248), BfO 2,3 % (7.253), LGU 1,6 % (4.940), die Piraten 1,5 % (4.645), Pro Velten 1,4 % (4.332), die Tierschutzpartei 1,2 % (3.803), die NPD 0,9 % (2.871), BB 0,9 % (2.794), die Partei 0,8 % (2.493), DUB 0,5 % (1.639) und die Unabhängigen 0,5 % (1.426).

Nach dem vorläufigen Endergebnis sind zukünftig 13 Parteien, Listenvereinigungen und Wählergruppen im Kreistag vertreten. Die Sitzverteilung sieht dabei wie folgt aus: Die CDU kommt auf elf Sitze vor der SPD mit zehn Sitzen. Es folgen die AfD mit acht Sitzen vor den Linken und Grünen/B 90 mit jeweils sieben Sitzen. BVB/Freie Wähler kommen auf vier Sitze, die FDP auf drei Sitze. BfO, LGU, Piraten, Pro Velten, die Tierschutzpartei und die NPD sind mit jeweils einem Sitz im Kreistag vertreten.

Zwischenzeitlich Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU, SPD und AfD

Nach Auszählung von 201 der insgesamt 253 Stimmbezirke hatten CDU und SPD am Sonntag gegen 23.15 Uhr jeweils bei 18,1 Prozent der Stimmen gelegen. Damit wären die Christdemokraten und die Sozialdemokraten trotz erheblicher Verluste im Vergleich zur Kommunalwahl vor fünf Jahren auch weiterhin die beiden stärksten Parteien im Kreistag gewesen und auf jeweils zehn Sitze im neuen Kreistag gekommen. Es folgten zu diesem Zeitpunkt die AfD mit 15,9 Prozent (9 Sitze), die Linke mit 12,2 Prozent (7), Grüne/Bündnis 90 mit 11,7 Prozent (6), BVB/Freie Wähler mit 6,2 (3), FDP mit 5,1 Prozent (3), BfO mit 3,1 Prozent (2), Pro Velten mit 1,6 Prozent (1), die Piraten mit 1,5 Prozent (1), die LGU mit 1,4 Prozent, Die Partei mit 1,1 Prozent (1), BB mit 1,1 Prozent (1) und NPD mit 1,1 Prozent (1).

Nach Auszählung der ersten Wahlbezirke zeichnete sich am Sonntagabend ein Dreikampf an der Spitze zwischen der CDU, der SPD und der AfD ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,4 Prozent. Rund 180 000 Oberhaveler waren am Sonntag aufgerufen, an die Wahlurnen zu treten. Ihre Stimmen konnten sie in insgesamt 214 Wahllokalen abgeben. Darüber hinaus bestand im Vorfeld die Möglichkeit der Briefwahl, von der dieses Jahr mehr Gebrauch gemacht wurde als 2014. Es standen insgesamt 17 Parteien, Listenvereinigungen und Wählergruppen mit 92 Kandidatinnen sowie 272 Kandidaten zur Wahl.

2014 Wahlbeteiligung nur bei 46,6 Prozent

Letztmalig hatten zuvor die Wählerinnen und Wähler am 25. Mai 2014 über die Zusammensetzung des Kreistages Oberhavel entschieden. Damals beteiligten sich 46,6 Prozent der Wahlberechtigten im Landkreis an der Stimmabgabe. Die konstituierende Sitzung des Kreistages fand am 24. Juni 2014 statt. Seither gehören dem Gremium 56 Mitglieder sowie der Landrat als stimmberechtigtes Mitglied an. 2014 war die CDU knapp hinter der SPD geblieben – zusammen holten beide Parteien mehr als die Hälfte der Wählerstimmen. Für die beiden stärksten Fraktionen, die später einen Koalitionsvertrag aushandelten, gab es je 15 Sitze im Kreistag.

Künftig werden sich die beiden großen Volksparteien, vorausgesetzt, sie koalieren erneut, mindestens einen weiteren Partner ins Boot holen müssen, um Mehrheiten für Beschlüsse zu erlangen. Dass das funktionieren kann, so Frank Bommert, habe die vierte Legislaturperiode gezeigt. „Von 2009 bis 2014 hatten CDU und SPD eine Koalition mit den Unabhängigen und es hat funktioniert“, so der CDU-Kreischef.

Vier Wahlkreise für Bestimmung des neuen Kreistags

Der Landkreis Oberhavel war zur Wahl des Kreistages in insgesamt vier Wahlkreise unterteilt worden. Wahlkreis 1 umfasst die Städte Fürstenberg/Havel, Kremmen, Liebenwalde, Zehdenick, die Gemeinde Löwenberger Land sowie das Amt Gransee und Gemeinden. Zum Wahlkreis 2 gehören die Städte Hennigsdorf, Velten und die Gemeinde Oberkrämer. Der Wahlkreis 3 setzt sich aus der Stadt Oranienburg und der Gemeinde Leegebruch zusammen und der Wahlkreis 4 umfasst die Stadt Hohen Neuendorf sowie die Gemeinden Glienicke/Nordbahn, Birkenwerder und Mühlenbecker Land. Insgesamt hatten sich 364 Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl zum Kreistag Oberhavel aufstellen lassen.

Von Bert Wittke

Bei der Kreistagswahl Oberhavel gaben in Oranienburg in den 44 Stimmbezirken der Stadt 56 Prozent der Bürger ihre Stimme ab. Das sind 14 Prozent mehr als bei der letzten Kreistagswahl 2014. Doch die großen Parteien büßten deutlich an Stimmen ein.

27.05.2019

Um 22.40 Uhr war die Europawahl in Oberhavel komplett ausgezählt. Am Ende hatte die AfD 53 Stimmen mehr als die CDU. Beide kommen auf 18,7 Prozent. Die SPD hat stark verloren.

26.05.2019

Grünebergs Pfarrer a.D. Gerhard Gabriel fuhr am Sonntag mit einer Kutsche am Wahllokal in Grüneberg vor. Wählen, so der Kirchenmann, gehe er aber erst nach dem Gottesdienst.

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