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Oberhavel Der Garten Eden ruft
Lokales Oberhavel Der Garten Eden ruft
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11:01 30.01.2015
Diana Reichenbach (M.) mit ihren ehrenamtlichen Helfern Joachim Raatz und Marmeladenköchin Gabrile Gieseler, dahinter der gärtnerische Nachwuchs: Carlos Li aus Costa Rica, Dalenda Grosjean aus Frankreich, Patricio Gutierrez aus Mexiko und Eliza Heinz aus Thüringen. Quelle: Heike Bergt
Oranienburg

Kompost machen, das war etwas ganz Neues für mich“, gesteht Carlos Li. Der 23-Jährige aus der kleinen Stadt Pontarenas in Costa Rica ist Studente der Meeresbiologie. Im Moment macht er Zwischenstation in Eden, absolviert ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im dortigen „Apfel-Kräuter-Garten“. Und gehört zu den insgesamt vier jungen Leuten, die innerhalb eines FÖJ seit September helfen, Edener Traditionen zu bewahren, in dem sie ökologischem Gartenbau betreiben und die Artenvielfalt auf dem Stück Grün im Lönsweg erhalten und nicht zuletzt auch naturnah leben, sich vegetarisch ernähren.

Frische Luft und babylonisches Sprachengewirr

Ganz praktisch heißt das: viel frische Luft, oft kalte Finger und ein babylonisches Sprachengewirr am Mittagstisch. Dort gab es am Montag nach einem Smoothie aus Wintergemüse wie aus Postelein und Rukola, Orange, Apfel und Birne einen Ingwer-Tee, leckere Kürbissuppe und vegetarisches Schmalz zum selbst gebackenen Brot. Nicht zu vergessen einen schwarzen Muntermacher aus Mexiko: Eine Kaffee-Melange aus drei Sorten. Gewachsen im Garten von Patricio Gutierrez.

Der 19-Jährige spricht bereits sehr gut Deutsch, hat es an der Volkshochschule und bei einer Stippvisite in Kassel gelernt. Patricio möchte in Deutschland Umweltingenieurwesen studieren. Schließlich habe Mexiko in Sachen Umweltschutz Nachholebedarf: „Wir haben das ganze Jahr Sonne, aber keine Solaranlagen“. Das soll sich ändern. Gartenarbeit ist ihm dabei gar nicht fremd. Zu Hause auf der Plantage wachsen Mango, Avocado und – Kaffee. Bei 27 Grad aufwärts.  

2015 kommt ein Duftgarten

Im Edener Apfel-Kräuter-Garten stehen in diesen zumindest milden Wintertagen derzeit andere Arbeiten an: „Wir haben die Kartoffelbeete nachbearbeitet, Pappe und Papier zum Mulchen vorbereitet, Pflanzschilder für die neue Saison bemalt, den Holzschober neu aufgestellt, Saatgut für den Saisonstart sortiert", beschreibt Diana Reichenbach, Mitbegünderin des Garten Edens vor acht Jahren. Ein Duftgarten kommt 2015 dazu.

Rund ums Feenhäuschen

Den Apfel-Kräuter-Garten im Edener Lönsweg 371 gibt es seit 2007. Er ist eine Gemeinnützige Aktiengesellschaft. Verantwortliche sind Diana Reichenbach und Fred Rempel.
Mittelpunkt des Gartens ist das hölzerne „Feenhäuschen“.
Im Hofladen gibt es mittwochs und sonnabends von 10 bis 17 Uhr selbst gemachte Fruchtaufstriche, Gelees und Sirup, Kräuter und Samen alter Sorten und auch Fachliteratur.
Saisoneröffnung 2015 ist am Sonnabend, 28. März. Es findet zugleich das erste Seminar des Jahres statt.
Zur Tradition geworden ist der „Tomatentag“, bei dem es junge Pflanzen von alten und seltenen Sorten gibt. 2015 findet er am Sonnabend, 2. Mai, statt.
Jeden 2. Donnerstag im Monat um 19 Uhr ist Filmabend im alten Presshaus im Struveweg 502. „Mulch total“ heißt der Streifen im Februar
Kontakt: 0177/785 49 40, garten@edener-apfelkraeutergarten-ag.de.

Den Weg aus Tulouse nach Eden hat auch Dalenda Grosjean auf sich genommen. Die 20-jährige Französin hat als Grafikdesignerin gearbeitet, möchte später „auch ein Gartenprojekt starten“. „Für mich ist hier alles neu. Ich habe bislang nie Gemüse gegessen oder im Garten gearbeitet“, sagt sie und lacht. Dagegen ist Eliza Heinz (19), die für das FÖJ von Thüringen nach Oranienburg gezogen ist, als Tochter einer Phytologin schon sehr mit Gartenarbeiten vertraut. „Die Menschen und der Garten waren mir sympathisch. Ich liebe die Natur“, begründet sie ihre Entscheidung für Eden. Bis zum nächsten Herbst wolle sie hier herausfinden, was sie aus ihrem Leben machen will, wo sie Beruf und Berufung sieht.

Heimweh? Was ist das, fragt Patricio. Als er es weiß, sagt er: Ein bisschen. Und Carlos Li weiß inzwischen wie das mit dem Kompost geht.

Von Heike Bergt

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