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Oberhavel Der Praktikant aus Binga
Lokales Oberhavel Der Praktikant aus Binga
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07:21 21.10.2014
Nicht nur Mathias Mwembe macht die Arbeit als Erzieher Spaß: Auch Ildikó (5) freut sich über den Praktikanten aus Simbabwe. Quelle: Josefine Sack
Oranienburg

„Completely different“, völlig anders: Das war Mathias Mwembes erster Eindruck, als er 2011 zum ersten Mal nach Oranienburg kam. Mit sieben anderen Gästen aus Afrika nahm der 34-Jährige damals an einem mehrwöchigen Austausch teil, den Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Oranienburg organisiert hatten.

Auch jetzt, drei Jahre später, ist Mathias Mwembe immer noch beeindruckt von den großen, massiven Häusern, dem Oranienburger Schloss und den befestigten Straßen, die hier alle einen eigenen Namen tragen. Der Afrikaner stammt aus einem kleinen Dorf am Kariba-Stausee in der Grenzregion Binga im Nordwesten Simbabwes. „In meiner Heimat gibt es keine befestigten Straßen“, sagt er. Und das Haus, in dem er mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern lebt, ist aus Holz. Statt Ziegel und Beton halten es Baumstämme und Gras zusammen.

Seit Ende September ist Mathias Mwembe in der Kreisstadt zu Gast, um für sechs Wochen in der „Kita Leuchtturm“ des Christlichen Jugendzentrums Oranienburg (CJO) sowie der Druckerei und Werbeagentur Schwerwinski mitzuarbeiten. Organisiert hat das Praktikum die Gossner Mission. In Simbabwe Arbeit zu finden und Geld zu verdienen, sei ohne eine gute Ausbildung so gut wie unmöglich, sagt Mathias Mwembe. Er selbst konnte das Schulgeld für den Abschluss nicht aufbringen und hält sich seitdem mit einem Job in einem Internetcafé und Copyshop über Wasser.

Vom Praktikum in der Oranienburger Druckerei, das in dieser Woche beginnt, erhofft er sich, möglichst viel über Computer- und Drucktechnik zu lernen. „Vielleicht haben sie auch Equipment für mich, das ich mitnehmen kann, wenn ich zurück nach Simbabwe gehe“, sagt Mathias Mwembe. Sein Traum sei es, eines Tages ein eigenes kleines Geschäft zu eröffnen: „Ich möchte so viel Geld verdienen, dass es reicht, um meine Familie zu unterstützen.“

Das CJO - Ein Treffpunkt für jedermann

Seit 1991 richtet sich das Christliche Jugendzentrum Oranienburg, kurz CJO, vor allem an Kinder und Jugendliche in Oranienburg.
„Suchet der Stadt Bestes“: Unter diesem Motto will der Verein mit Projekten gegen Gewalt, Drogen und Alkoholmissbrauch positiv auf das Freizeitverhalten junger Menschen einwirken. Die Angebote stehen jedem offen, unabhängig von seiner Weltanschauung, Kirchenzugehörigkeit oder politischen Gesinnung.

Neben Ausflügen in die Sächsische Schweiz, die Mathias Mwembe mit seiner Gastfamilie unternahm, half der junge Afrikaner auch in der Kita des CJO an der Sachsenhausener Straße aus: Ob an der Rutsche oder der Schaukel – beim Spielen mit den Kleinen musste Mathias Mwembe stets an seine eigenen Kinder denken. „Sie vermissen mich sehr“, sagt der Vater einer zwei und einer sechs Jahre alten Tochter. Sooft es geht, telefoniert er mit seiner Familie. „Wenn ich wieder da bin, haben sie sicher viele Fragen und wollen wissen, wie das Leben und die Menschen in Deutschland sind“, sagt er. Er werde ihnen etwa davon berichten, dass die Deutschen Lebensmittel im Supermarkt kaufen und das Essen am Herd zubereiten. „In Simbabwe kochen wir am Feuer und wir essen fast alles mit den Händen, außer Reis“, erzählt der Familienvater.

Am liebsten würde Mathias Mwembe seinen Töchtern und seiner Frau Oranienburg gern eines Tages zeigen: „Damit sie selbst sehen, was ich hier alles gesehen habe.“

Von Josefine Sack

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