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Oberhavel "Der Standort ist falsch"
Lokales Oberhavel "Der Standort ist falsch"
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19:21 31.01.2014
Die Bürgerinitiative für Demokratie und mehr Transparenz in Gransee fordert für die Asylbewerber eine Betreuung in Wohnungen.
Die Bürgerinitiative für Demokratie und mehr Transparenz in Gransee fordert für die Asylbewerber eine Betreuung in Wohnungen. Quelle: dpa
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Gransee

"Der vordere Teil bleibt Sitz der Behörde", so der Verwaltungschef. Ihm sei auch zugesichert worden, dass bis März ein Sicherheitskonzept für das Objekt in der Waldsiedlung vorgelegt werde.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative für Demokratie und Transparenz in Gransee hatten lange um diesen gemeinsamen Termin mit den Fraktionsspitzen der Stadtverordnetenversammlung und der Amtsführung gerungen. Beidseitig wurde die Kommunikation zuletzt über die Presse geführt. Entsprechend "geladen" war die Stimmung zum Auftakt. BI-Sprecher Axel Leben redete sich als Erster den angestauten Ärger von der Seele. Er sagte, es gehe ein Riss durch Gransee. Viele derer, die sich zum geplanten Asylbewerberheim in der Waldsiedlung geäußert hätten, würden als "Kleinbürger" oder "Verkappte" gesehen oder in die "rechte Ecke" gedrängt. "Wir lehnen radikale Tendenzen ab, ob von links oder von rechts", betonte Leben. Der Politik warf er eine verfehlte Kommunikation vor. Es sei nicht hinnehmbar, dass die Einwohner mit ihren vielen Fragen zu dem Heim zurückgelassen würden. Die öffentliche "Schlammschlacht" der vergangenen Wochen sei das Ergebnis dieser Politik. Die Kritik zielte zwar in erster Linie auf den Landkreis, dessen geladene Vertreter ihre Teilnahme an der Runde absagten. Aber auch von der Stadtpolitik hätten sich die Bürger mehr Unterstützung erhofft, hieß es. Sowohl bezüglich der Standortwahl als auch der vom Landkreis kommunizierten Zahlen zur Unterbringung. 80Asylbewerber seien für Gransee zu viel, sagen die Einwohner. Das sehen Bürgermeister Wilfried Hanke und auch die Vertreter der Linksfraktion ähnlich. Zudem wird anstelle der Unterbringung in der Gemeinschaftsunterkunft nach wie vor eine Wohnungsbetreuung gefordert. Der Landkreis setzt weiter auf eine Kombination. "Wir wollen keine Basta-Politik", so Axel Leben. Wenn der Landrat Entscheidungen treffe, mit denen die Granseer nicht konform gingen, dann müsse da auch ein Widerstand möglich sein.

Auf die Frage, wie viel Kenntnis die Kommunalpolitiker von der "hinter den Kulissen" getroffenen Entscheidung zum Standort hatten, sagte Amtsdirektor Frank Stege, dass er die Fraktionen so zeitnah informiert habe, wie es ihm möglich gewesen sei. Entschieden worden sei die Sache vom Landrat. Stege räumte ein, dass das Verfahren "insgesamt unglücklich" war. Die Verwaltung sei nur insofern einbezogen gewesen, dass sie ihrerseits alternative Standorte im Stadtgebiet vorgeschlagen habe. Diese waren durchs Raster gefallen.

"Der Standort Waldsiedlung ist unüberlegt und er ist falsch", sagte Anwohner Reinhard Witzlau. Die Bürgerinitiative möchte deshalb alle Möglichkeiten ausschöpfen, diese Entscheidung rückgängig zu machen. Andrea Suhr (SPD) sicherte zu, sich um einen zeitnahen Gesprächstermin mit dem Landrat zu bemühen.

Von Cindy Lüderitz

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