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Oberhavel Der sonderbare Storch von Eden
Lokales Oberhavel Der sonderbare Storch von Eden
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10:03 12.02.2014
Oranienburg

Der Storch von Eden wirft Rätsel auf. Warum der Zugvogel zum zweiten Mal hintereinander die Winterreise nach Afrika verweigerte, kann sich auch der Leiter der Landesarbeitsgemeinschaft Weißstorchschutz nicht erklären. „Das ist sonderbar“, sagt Bernd Ludwig.
Einen ähnlichen Fall gebe es nicht. Lediglich in Körzin in Potsdam-Mittelmark überwintere ein weiterer Storch, der sei aber von Menschenhand aufgezogen worden. Mit dem Klimawandel habe die ausbleibende Reiselust des Edener Storchs jedenfalls nichts zu tun, ist sich Ludwig sicher. Denn dann würden wohl noch mehr Störche auf den zeit- und kraftraubenden Flug in den Süden verzichten.

Lediglich veränderte Nahrungsangebote können Einfluss auf die Routen von Zugvögeln haben. So seien die heimischen Weißstörche zum Überwintern früher bis nach Südafrika geflogen. Inzwischen endet ihr Flug meist im Sudan oder im Tschad, weil sich dort durch vermehrte Regenfälle das Nahrungsangebot verbessert habe, sagt Ludwig. Noch habe die Rückreise in den Norden aber nicht begonnen.

Auch die Störche, die über die Westroute nach Afrika fliegen, haben ihre Route inzwischen häufig verkürzt. Viele Weißstörche überwintern in Südspanien, in Zentralspanien seien ebenfalls schon Störche gesichtet worden, berichtet Ludwig. Auch in diesen Fällen entscheide das Nahrungsangebot.

Doch auch die mittlerweile verkürzte Route war der Edener Storch erst gar nicht angetreten, als er im vorletzten Jahr erstmals in der Heimat überwinterte. Am 16. Dezember 2012 fing Roland Heigel, Storchenbetreuer im Altkreis Oranienburg, den auf 2,4 Kilogramm heruntergehungerten und von Parasiten befallenen Storch ein. Der Vogel kam zum Aufpäppeln in eine Voliere, hatte aber außer zu Heigel keinen weiteren Kontakt zu Menschen. Daran sollte er sich nicht gewöhnen, sagt Heigel, der „seinem“ Storch auch keinen Namen gab. „Man darf sich nicht so intensiv binden“, sagt Heigel. „Das würde ihn zu sehr vermenschlichen.“

Im vergangenen Frühjahr kehrte der wieder genesene und nun beringte Altstorch auf sein angestammtes Nest in Eden zurück. Mit seiner Partnerin zog er drei Junge groß. Im August ließ er die Familie und alle anderen Störche ziehen und blieb erneut allein zurück. So lange kein Schnee lag, habe er genügend Nahrung gefunden, sagt Heigel. An den Tagen mit geschlossener Eis- und Schneedecke habe er ihn aber gefüttert – mit Fisch, Fleisch und Eintagsküken.

„Der Storch ist in guter kräftiger Verfassung“, sagt Heigel. Gegenüber seinen Artgenossen, die nach der langen Rückreise geschwächt ankommen werden, habe der Storch damit einen Vorteil bei der Verteidigung seines Horstes. Ob er auch bei der Wahl der Partnerin treu bleibt, ist hingegen offen. „Der Storch nimmt die Erstbeste, die kommt.“ Ob der namenlose Storch seine nächste Braut im kommenden Spätsommer wieder ziehen lassen und hier bleiben will, vermag Heigel nicht zu sagen. „Vielleicht ist sein Navigationssystem kaputt.“

Möglich ist aber auch, dass sich der Storch an die gute Versorgung aus dem vergangenen Winter erinnerte. „Das hat er sich vielleicht gemerkt“, sagt Experte Bernd Ludwig. Der Zugtrieb könne durch Fütterung verloren gehen. Eventuell macht Füttern ja auch einfach nur faul.

Von Klaus D. Grote

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