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Oberhavel Die A 10 „rückt“ näher
Lokales Oberhavel Die A 10 „rückt“ näher
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18:27 20.03.2018
Blick auf die A 10 in Höhe Autobahnbrücke Birkenwerder. Quelle: Helge Treichel
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Birkenwerder

„Wir laufen hier einmal pro Woche vorbei und auf einmal konnte ich die Autos sehen“, sagt Erna Schomacker (79). Jeden Montag dreht die Frauengruppe ihre Walking-Runde und passiert hinter dem Sportplatz an der Summter Straße auch die Autobahn. Kürzlich war der Waldstreifen an dieser Stelle nahezu verschwunden. „Es ist dadurch lauter“, stellt Begleiterin Erni Metelmann (77) fest. Angesichts der Unfälle und der Staus äußert Gabriele Schultz (69) jedoch Verständnis für den sechsstreifigen Autobahnausbau. „Hauptsache wir können hier weiter langgehen“, sind sich die Damen einig.

Zusehens lichtet sich der Wald entlang der Autobahntrasse. Seit Wochenbeginn sind die hochmodernen Holzerntemaschinen auf der nördlichen Seite der Anschlussstelle Birkenwerder im Einsatz (Fahrtrichtung Hamburg).

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Der Ausbau der A 10 erreicht die Einwohner von Birkenwerder bereits jetzt – Anwohner hoffen auf die versprochenen Lärmschutzmaßnahmen und eine kurze Bauzeit.

Anwohner Bernd Ladewig stellt im Bereich der Geschwister-Scholl-Straße und Friedensallee ebenso einen erhöhten Schallpegel fest. Der Rentner hatte seinerzeit ein Widerspruchsschreiben verfasst und vertraut nun auf die versprochenen Schallschutzmaßnahmen. Sein Haus war mit Schallschutzfenstern auf zwei Seiten im Plan verzeichnet. Davon hat er sich im Rathaus selbst überzeugt. „Ich werde auf jeden Fall überprüfen lassen, ob die Lärmschutzwerte nach Abschluss der Baumaßnahme eingehalten werden“, kündigt er an. „Wenn nicht, mach ich Krach!“

Die Sorge, dass der im Frühjahr beginnende Bau nicht wie geplant 2022 abgeschlossen ist, treibt Peter Kleffmann um. Er fürchtet um rechtzeitige Brückenplanungen. Sein Haus steht in Rekordnähe an der A 10, unmittelbar hinter einer bestehenden Lärmschutzwand. Die neue Wand wird etwa doppelt so hoch, rund neun Meter. Sein Haus an der Friedensallee markiert in etwa die Stelle, ab der für den Lärmschutz in Richtung Mühlenbeck künftig ein Wall aufgeschüttet wird. Von der Anschlussstelle Birkenwerder bis hierher reicht zudem der Fahrbahnabschnitt, der künftig mit „Flüsterasphalt“ versehen ist.

Im Ort sind allerdings Unkenrufe zu vernehmen, wonach an diesem offenporigen Asphalt gespart werden soll, ebenso an der Höhe der Schallschutzwände. Aber Lutz Günther von der Deges Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH gibt Entwarnung: „Grundlage für den Bau ist der Planfeststellungsbeschluss und an dessen Festlegungen halten wir uns“. Es werde also weder am Asphalt noch an den Lämschutzwänden gespart, so Günther.

Von Helge Treichel

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