Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Die Drahteselhüter von Oranienburg
Lokales Oberhavel Die Drahteselhüter von Oranienburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:40 21.10.2014
Haben den Drahteselwald am Bahnhof im Blick: René Rudtke (53) und Elvira Streblow (55). Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Wenn Elvira Streblow um sechs Uhr morgens ihre Schicht auf dem Fahrradstellplatz am Oranienburger Bahnhof antritt, muss sie erst einmal Ordnung in die Drahteselparade bringen. Schon lange geht es auf dem Bahnhofsvorplatz drunter und drüber, weil es an Platz zum Abstellen fehlt. Das Aufräumen ist nicht Streblows Hauptaufgabe. Vier Stunden am Tag überwacht die 55 Jahre alte Ein-Euro-Jobberin die Fahrräder. Das soll Langfinger abschrecken. Mit der Tätigkeit als Fahrradaufpasser stocken Elvira Streblow und vier weitere Kollegen ihre Hartz-IV-Bezüge auf. Der Verein Pro Beschäftigung und Integration Brandenburg hatte das Projekt 2007 mit den Kommunen ins Leben gerufen.

Kreis fördert das Programm mit 22.000 Euro jährlich

An den Bahnhöfen in Oranienburg, Lehnitz und Velten observierten 15 arbeitslose Wächter zu Beginn die Fahrradstellplätze. Seit 2012 werden die Ein-Euro-Jobber von der Hennigsdorfer Projektträgergesellschaft Novareg beschäftigt. Das Jobcenter des Kreises fördert die Maßnahme im Jahr mit rund 22.000 Euro. Weil die Mittel für das Projekt im Laufe der Jahre gekürzt wurden, werden die Wächter derzeit nur noch am Bahnhof Oranienburg eingesetzt.

Das ganze Jahr über von Montag bis Freitag sind die Ein-Euro-Jobber im Einsatz. „Im Winter bieten wir den Teilnehmern zwar an, in unserer Werkstatt zu arbeiten, aber viele wollen das gar nicht“, sagt Michael Heyer, der die Sonderüberwachung koordiniert. Obwohl die Wächter nur tagsüber auf die Zweiräder aufpassen, hält er die Maßnahme für sinnvoll. „Die Kollegen haben hier den Durchblick und sorgen für Ordnung auf dem Platz“, sagt Heyer.

Eine Statistik über die Wirksamkeit gibt es nicht

Eine Statistik über die Wirksamkeit der Maßnahme führt Novareg nicht. Dafür registriert die Polizei einen deutlichen Rückgang der Fahrraddiebstähle am Bahnhof. 50 Fahrräder wurden dort 2013 gestohlen. 2012 waren es noch fast 70. Dass auf dem Bahnhofsvorplatz trotz der Wächter noch so viele Fahrräder gestohlen werden, liegt auch daran, dass die Diebe oftmals erst im Dunkeln zuschlagen. Um Punkt 18 Uhr endet die Schicht der Fahrradwachen. So will es die Arbeitsagentur. Mehr als 280 Zweiräder wurden 2013 in ganz Oranienburg gestohlen. Zwar haben die Diebstähle in diesem Jahr etwas zugenommen: Allein im ersten Halbjahr wurden bei der Direktion Nord fast 180 Fahrräder als gestohlen gemeldet. Auf dem Bahnhofsvorplatz selbst vermerkte die Polizei aber keinen Anstieg – eine Tatsache, die laut Toralf Reinhardt, Sprecher der Direktion Nord, „durchaus eine Auswirkung auf die getroffenen Maßnahmen sein könnte“. Auch weil die Aufklärung von Fahrraddiebstählen „sehr kompliziert“ sei, begrüßt die Polizei das Projekt. 1046 Fahrräder wurden im Vorjahr in Oberhavel gestohlen. Nur in weniger als zehn Prozent der Fälle wurde der Täter ermittelt. Das liegt vor allem auch daran, dass viele Fahrräder nicht codiert sind.

Von Josefine Sack

Oberhavel Planer für abgespeckte Variante zur Belebung der Innenstadt - Veltener Einkaufszentrum eine Nummer kleiner

Das Einkaufszentrum in der Veltener Innenstadt könnte statt der  geplanten 2500 nur noch 1800 bis 2000 Quadratmeter groß werden. Das schlugen Planer auf dem dritten Workshop zur Zukunft der Innenstadt vor. Das Land Brandenburg macht den Bau zu einer Bedingung für die Aufnahme der Stadt in das Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ (ASZ).

21.10.2014
Oberhavel Tierschutzverein fordert Schutzverordnung, für die Kastration von Freigängern - Katzen ohne Ende in Oberhavel

Der Tierschutzverein Oberhavel fordert den Erlass einer Katzenschutzverordnung, welche zuletzt Luckenwalde erlassen hat und auch der Landkreis Havelland einführen möchte. Danach sind alle privaten Besitzer von Freigängern verpflichtet, ihre Katzen zu kennzeichnen und zu kastrieren. 

21.10.2014
Oberhavel Mathias Mwembe aus Simbabwe absolviert Praktikum in Oranienburg - Der Praktikant aus Binga

Seit Ende September ist Mathias Mwembe aus Simbabwe in Oranienburg zu Gast, um für sechs Wochen in der „Kita Leuchtturm“ des Christlichen Jugendzentrums Oranienburg (CJO) sowie der Druckerei und Werbeagentur Schwerwinski ein Praktikum zu absolvieren. Organisiert hat das Praktikum die Gossner Mission.

21.10.2014