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16:04 10.09.2019
Peter (l.) und Benjamin Körber mit dem Großen Preis des Mittelstands. Quelle: Matthias Busse
Birkenwerder

Die Nachricht erreichte Benjamin Körber (41) auf dem Rückweg aus den Flitterwochen. „Wir haben ihn“, schrieb ihm sein Vater Peter Körber (64). Zusammen sind sie die Inhaber der Präzisionsmechanik-Hersteller Körber & Körber und heimsten Ende August den Großen Preis des Mittelstandes ein. Die Bronze-Statue ist unter Unternehmern als der „Oskar“ begehrt. Viele Preisträger warten Jahre auf diese Ehre. Elfmal standen Orafol aus Oranienburg und Knauer Wissenschaftliche Geräte aus Berlin im Finale, ohne dass sie bisher die Auszeichnung erringen konnten.

„Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet“, gibt der Junior zu, da seine Firma erst 2018 mit dem Finalistenpreis ausgezeichnet worden ist – die Grundvoraussetzung für den „Oskar“. Auch der Senior, der zur Preisverleihung durch die Oskar-Patzel-Stiftung nach Dresden reiste, glaubte noch nicht daran – selbst als der Film zum ersten Preisträger aus etwa 295 nominierten Unternehmern eingespielt worden war. Aber langsam wurde dem 71-Jährigen klar, dass dort seine eigene Firmengeschichte geschildert wird.

Das erste Unternehmen wurde Opfer der Automobil-Krise

Diese begann 1977 für den Wirtschaftsingenieur mit dem Kauf eines feinmechanischen Unternehmens in Berlin-Reinickendorf. Mit drei Mitarbeitern lieferte er für Siemens Fernschreiber-Bauteile. Später wurde er Zulieferer für die Autoindustrie mit bis zu 200 Mitarbeitern in Berlin und 50 in den USA.

2002 trat Benjamin Körber nach Abschluss der privaten Hochschule für Wirtschaft und Management WHU Koblenz als kaufmännischer Geschäftsführer ein. „Es war nicht absehbar, dass ich ins väterliche Unternehmen einsteige“, sagt der 41-Jährige. Es sei noch nicht einmal klar gewesen, ob die Zusammenarbeit klappt.

„Wir spielen beide Golf, aber da hören die privaten Interessen schon auf“, scherzt der Ältere. Er gibt zu, immer für die Arbeit gelebt zu haben: „Um mich zu sehen, musste mein Sohn in die Firma kommen und hat dann auf den Maschinen gesessen.“ Denn als Unternehmenschef habe er selbst in der Produktionshalle gestanden und die Maschinen programmiert.

Die Tag-Schicht von Körber & Körber in der Werkhalle. Quelle: Matthias Busse

Doch die Autoindustrie schwächelte und Körber hatte sich von der Branche abhängig gemacht. „Die Krise war 2008 bei uns angekommen“, sagt der Jüngere. Die Insolvenz konnte nur durch den Verkauf an ein italienisches Unternehmen abgewendet werden, das aber mit der Präzisionsmechanik-Sparte wenig anzufangen wusste. „Wir haben bei mir in der Wohnung gesessen, gerechnet und ein Konzept ausgearbeitet“, erinnert er sich an die Wochen, bis feststand: Sie kaufen im Oktober 2009 die Fräsmaschinen zurück. Damit waren auch ihre zehn ehemaligen Mitarbeiter vor der Entlassung durch die Italiener gerettet.

Alte Fehler nicht wiederholen

Schon im Januar starteten sie neu am alten Standort von Heidelberger Druckmaschinen an der Triftstraße. „Wir haben S-Bahn-Anschluss für die Mitarbeiter und den Berliner Ring mit der B 96 vor der Haustür“, lobt Benjamin Körber die Bedingungen. Unter dem Namen „Körber & Körber“ sind Vater und Sohn die Inhaber. Sie haben sich seit 19 Jahre auf Einzelfertigung und Kleinserien spezialisiert, dafür die Fertigung erneuert. Sechs hochmoderne digital gesteuerte Maschinen mit automatischer Werkzeugverwaltung laufen jetzt in drei Schichten. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs auf 40.

Die Fräs- und Bohrmaschinen werden auf den 1000-stel Millimeter über digitale Steuerung eingestellt. Quelle: Matthias Busse

Für wen sie produzieren? „Für alle Unternehmen, außer die Automobilindustrie“, beantwortet Benjamin Körber die Frage. Denn den alten Fehler der Abhängigkeit von der unwägbaren Branche wollen sie nicht wiederholen: „Einen Fehler macht man nur einmal.“ Statt Masse fertigen sie jetzt Einzelteile oder Kleinserien individuell nach Kundenwünschen. Auf den 1000-stel Millimeter genau. Das ist auch nötig für Werkzeuge für die Gehirnoperation, Laborgeräte oder für Kamerabefestigtungen an der Raumstation ISS. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt aus Berlin-Adlershof ließ seit 2008 inzwischen 30 Bauteile aus Birkenwerder im All montieren. Präzision ist auch dort gefragt: „Wenn nur ein Grad Neigungswinkel Unterschied ist, kann die Erde bereits außerhalb der Kamera liegen“, begründet Benjamin Körber.

Von Matthias Busse

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