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Oberhavel Die Grünen bleiben unbequem
Lokales Oberhavel Die Grünen bleiben unbequem
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17:28 08.01.2017
Heiner Klemp (2. v. l.) im Gespräch mit den Mitglieder der „BI Contra Eierfabrik“. Zum Neujahrsempfang war auch die Landesvorsitzende Petra Budke (r.) nach Oranienburg gekommen. Quelle: Andrea Kathert
Oranienburg

Es ist eine Tradition bei den Grünen, zum Neujahrsempfang Initiativen einzuladen, „die uns gut gefallen haben“, sagte der Fraktionsvorsitzender der Grünen, Heiner Klemp, am Sonnabend in der Comeniusgrundschule. Zum dritten Empfang waren drei Initiativen eingeladen worden. Ob unter den Gästen in der Aula der Schule auch schon der nächste Bürgermeister stand, wusste Klemp auch nicht zu prophezeien. Doch mit Jennifer Collin von der SPD und Enrico Rossio von den Linken waren Klemps Mitbewerber für das Amt erschienen und hörten sich tapfer das erste Kapitel des grünen Wahlkampfes an.

Die Comeniusschule war sicherlich nicht von ungefähr gewählt. Klemp lobte die optimalen Lernbedingungen an der Schule und dass die Stadtverordneten noch kurz vor Ende des Jahres über Parteien und Fraktionen hinweg ein zukunftsfähiges Bildungskonzept in der Stadt verabschiedet hatten.

Jana Kotowenko bekam viel Rckenhalt vom Bundeselternsprecher Danilo Fischbach. Quelle: Andrea Kathert

Zu diesem Punkt passte perfekt die erste Initiative, die sich für eine eigene Küche der Stadt für ihre Kitas und Schulen stark macht. Aus Sicht von Heiner Klemp „hat die Stadtverwaltung das Thema Kita-Essen verschleppt.“ Doch nun ist es wieder auf der Tagesordnung. Die dafür zuständige Arbeitsgruppe tagt schon morgen. Jana Kotowenko aus Schmachtenhagen hatte eine Online-Petition initiiert, die mittlerweile mehr als 200 Menschen unterstützen. Im Idealfall hieße dies, jede Kita in städtischer Trägerschaft würde selbst für die Kinder kochen. Das ist natürlich nicht überall umsetzbar, wissen die Initiatoren. Doch bei künftigen Neubauten könnten doch Küchen schon mal mit eingeplant werden. Und schließlich gebe es Förderprogramme auch auf Bundesebene, betonte Bundeselternsprecher Danilo Fischbach, der auch Rückenhalt vom Landeselternsprecher Wolfgang Seelbach bekam, der zu Gast war.

Jana Kotowenko hat selbst einen zweijährigen Jungen, der in Schmachtenhagen die Kita besucht. Sie weiß deshalb sehr genau, wie die Speisepläne des Essensversorgers aussehen und dass das Mittagessen schon am Vormittag angeliefert wird. „Wir wünschen uns keine langen Standzeiten“, sagt die Schmachtenhagener Initiatorin. „Mit einer eigenen Stadtküche könnten wir so was absichern“, sagt sie. Frisch und vitaminreich soll das Essen sein, und dafür würden die Eltern auch etwas ausgeben, ist sich die jungen Mutter sicher.

In diesem Punkt konnte auch die Landesvorsitzende der Grünen, Petra Budke, mitsprechen. Kinder und Bildung sind ihr ohnehin eine Herzensangelegenheit. Petra Budke wusste aus ihrem Direkwahlkreis, dem Havelland, von einet Jungunternehmerin zu berichten, die eine Catering-Firma für Kitas aufgemacht hatte und sehr erfolgreich ist. „Ein Essen kostet dort 2,30 Euro“, konnte Petra Budke gleich ein konkretes Beispiel nennen. Sie war ganz begeistert von der Petition.

Die Petition kann man übrigens nicht nur im Internet unterzeichnen. Unterschriftenlisten liegen auch bei Bäcker Plentz sowie bei der Post in der Saarlandstraße aus.

Den Bürgergarten von Oranienburg nannte Klemp als zweites Projekt, mit dem die Grünen voll und ganz mitgehen können.

Und die Initiative gegen die Hühnerfabrik „treibt uns auch in der Kommunalpolitik um“, meinte Klemp. Heike Bartel überreichte dem Fraktionschef ein Plakat. „Unsere Zweifel sind bis heute nicht ausgeräumt“, sagte sie, obwohl es schon viele Begegnungen und Diskussionen mit den Investoren gegeben hat.

Ein Geschenk für die Grünen von der BI. Quelle: Andrea Kathert

„Zugleich haben wir viel über politische Streitkultur gelernt.“ Die Einladung der Grünen ist ein Zeichen, dass die Initiative und die Bedenken der Menschen ernst genommen werden. „Wir hätten uns nicht träumen lassen, hier einmal zu stehen“, sagte die Sprecherin der Bürgerinitiative. Sie gab im Namen ihrer Mitstreiter das Versprechen ab: „Wir bleiben am Ball, wir kämpfen weiter und wir sind noch lange nicht müde.“

Heiner Klemp versäumte es nicht, auch andere Seiten des vergangenen Jahres zu benennen. „Wo Licht ist, da ist auch Schatten.“ Der Verkehrsentwicklungsplan, der leider nicht auf den Weg gebracht wurde, ist so eine Schattenseite der Oranienburger Stadtpolitik. „Es ist sehr schade, dass der Plan von der Tagesordnung genommen wurde, damit haben wir ein Jahr verloren, auch in Richtung Stadtbuslinie.“

Wahlkampf hin oder her, „wir hören nicht auf, Anträge zu stellen, es gibt viel zu tun, was nicht ein Jahr warten kann“, sagte Heiner Klemp. Und das ist für die Grünen der Wohnungsbau, das Verkehrskonzept und die Essenversorgung. „Wir werden keine neue Themen für den Wahlkampf erfinden, sondern uns weiter in aktuelle Diskussionen einmischen.“

Von Andrea Kathert

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