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Oberhavel Die Hunde müssen weg, sonst wird gekündigt
Lokales Oberhavel Die Hunde müssen weg, sonst wird gekündigt
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00:33 29.03.2018
Gregor Wawrocki (r.) und sein Sohn Pascal mit den Hunden Sancho (l.) und Hotte. Die Tiere sorgen nun für Ärger. Quelle: Robert Roeske
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Velten

Hotte ist im Beethovenweg aufgewachsen, hat mit seiner Schnüffelnase jeden Winkel des Veltener Wohngebiets erforscht. Nun soll der 13 Jahre alte Schäferhund auf seine alten Tage weg. Das verlangt zumindest der Vermieter von Familie Wawrocki. Genau wie die Hunde Sancho (2), ein Hovawart, und Paul (2), eine Old-English-Bulldog. Als Herrchen Gregor Wawrocki am 15. Februar den Brief von der Leegebrucher Wohnungs- und Hausverwaltung GmbH (LWHV) bekam, stieg die Wut in ihm auf. „Seit 14 Jahren leben wir hier in der Wohnung, dem Vermieter war immer bekannt, dass wir Hundehalter sind. Und jetzt sollen die Tiere auf einmal weg?“

Sein Vermieter behauptet in dem Brief, es hätte Beschwerden von Anwohnern der Wohneinheit und der kompletten Umgebung gegeben, zudem habe Familie Wawrocki überhaupt keine Genehmigung in ihrem Mietvertrag, drei Hunde zu halten. Nur ein West-Highland-Terrier steht im Vertrag, doch der Hund ist inzwischen verstorben. Bis Ende Februar sollte der Familienvater seine drei Tiere abgeschafft haben, sonst droht die fristlose Kündigung.

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Die Mieter haben sich einen Anwalt genommen

Gregor Wawrocki nahm sich einen Anwalt. Er habe gute Aussichten, sich durchzusetzen, denn er verdient mit dem Hund Sancho seinen Lebensunterhalt. Der 41-Jährige hat seit sechs Jahren ein Ein-Mann-Unternehmen im Objektschutz, aktuell bewacht er den ehemaligen Vergnügungspark in Berlin-Plänterwald. „Ich brauche den Hund, weil es ja sein kann, dass sich Leute auf dem umzäunten Gelände verstecken“, erklärt Wawrocki.

Seinem Vermieter hat er eine Stellungnahme geschickt, aber keine Antwort erhalten. Darin erklärt Gregor Wawrocki, dass der Familie nicht bewusst gewesen sei, dass man nach dem Tod des ersten Hundes nun eine Genehmigung für die Anschaffung eines neuen Tieres brauche. Zudem sei die Eigentümerin mehrmals vor Ort gewesen und habe Hotte gesehen. Er sei nun alt und krank. „Er hat vielleicht nur noch wenige Wochen zu leben und es würde uns das Herz brechen, wenn wir ihn jetzt auf die Schnelle einschläfern müssten.“

Hottes Tod würde der Familie das Herz brechen

Das sieht auch sein Sohn Pascal so. Mehrmals waren sie in letzter Zeit beim Tierarzt, stets haben sie damit gerechnet, ohne Hotte wiederzukommen. „Aber er ist dem Tod immer von der Schippe gesprungen, war noch fit genug“, sagt Pascal Wawrocki. Dem 18-Jährigen würde der Tod seines Freundes das Herz brechen, er hat sich die Pfote des Schäferhundes sogar auf den Unterarm tätowieren lassen.

Die Leegebrucher Wohnungs- und Hausverwaltung GmbH ließ mehrere MAZ-Anfragen zum Thema unbeantwortet. Die Familie indes will weiter kämpfen. „Unsere Hunde“, sagt Gregor Wawrocki, „müssen bleiben!“

Von Marco Paetzel