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Oberhavel Die Lebenshilfe hat’s geschafft
Lokales Oberhavel Die Lebenshilfe hat’s geschafft
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18:10 07.09.2017
Geschäftsführerin Uta Gerber und Bolko Prußok konnten am Donnerstag aufatmen. das Wohnprojekt in der Lehnitzstraße 30 ist geschafft. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

„Sie glauben gar nicht, wie ich mich über die Wohnung gefreut habe“, sagte Rudi Balfanz. In seinem Rollstuhl fuhr er voran, um seine neuen, eigenen vier Wände im Dachgeschoss zu zeigen. Rudi Balfanz ist einer der acht Bewohner, die in das neue Haus der Lebenshilfe Oberhavel Süd einziehen. Alle Beteiligten am Umbau hatten zahlreiche Hürden zu nehmen, mussten viel Kraft investieren und ließen etliche Nerven. Doch am Donnerstag wurde Eröffnung gefeiert. Und besonders die neuen Mieter des Hauses strahlten, so wie Rudi Balfanz. Die letzten Jahre hatte er im „Wasserschlösschen“ in Friedrichsthal gelebt. Dort seien auch alle sehr nett gewesen. „Aber das ist ein ganz anderes Leben hier.“

Rudi Balfanz freut sich mächtig über seine eigene Wohnung. Das sei doch ein ganz anderes Leben, findet er. Quelle: Enrico Kugler

Von seinem ebenerdigen Wohnzimmerfenster hat er einen fantastischen Blick auf den „Garten der Sinne“ hinter dem Haus. Die ersten Hochbeete sind schon bepflanzt. „Gartenarbeit, das ist mein Ding“, sagt Rudi Balfanz. Darauf freut er sich. Der Flur seiner Zweizimmerwohnung ist geräumig, groß genug auch für den E-Rolli. Die Küchenzeile war schon eingebaut. „Hier ist alles drin, und ich komm überall gut ran.“ Unten im Freizeitraum wird er sich mit anderen Mitbewohnern und Betreuten der Lebenshilfe treffen, gemeinsam kochen und reden. „ Es ist einwandfrei hier“, sagt der 60-Jährige.

Die Reden und Danksagungen waren am Donnerstag lang. Es gab aber auch viel zu erzählen. Selbst für den gestandenen Architekten Jörg-Andreas Sausel brachte der Umbau riesige Überraschungen. „Das Haus hatte gar keine Fundamente“, erzählte er. Die Mauern waren einfach in den Sand gesetzt worden. Das gesamte Gebäude musste neu gegründet werden. Bei den Arbeiten kamen plötzlich Fenster zum Vorschein, die vorher von innen und außen zugemauert waren. Sämtliche Decken mussten neu eingezogen werden.

Der Verein Lebenshilfe Oberhavel Süd hat Grund zu feiern. Das Wohnprojekt in der Lehnitzstraße 30 ist geschafft. Zur Eröffnung kamen viele Besucher.

Nun bietet das Haus Platz für sechs barrierefreie und barrierearme Wohnungen und Büros für die Mitarbeiter der Geschäftsleitung, des ambulanten Pflegedienstes, des ambulant betreuten Wohnens und den Betreuungsverein der Lebenshilfe Brandenburg.

Seit 2012 hatten sich Vereinsvorsitzender Bolko Prußok und Geschäftsführerin Uta Gerber, mit dem „alten grauen Kasten“ befasst. Dass der Architekt gewechselt werden musste und die Baugenehmigung elf Monate dauerte, waren nur die Anfangsschwierigkeiten. Bis zum Schluss hatte Uta Gerber alle Hände voll zu tun. Auch bürokratische Hürden machten ihr das Leben schwer. Unisex-Toiletten seien nicht möglich, bekam sie zu hören. Obwohl viele Betreute gar keinen Unterschied feststellen können. Auch der 30-jährigen Rollstuhlfahrerin am Empfang im Foyer ihren ersten Arbeitsplatz zu ermöglichen, kostete viele, viele Stunden am Telefon. „Das sind eben noch alles Barrieren, die in den Köpfen sind“, sagte Uta Gerber. „Ich danke den Handwerkern, dass sie pünktlich das Haus verlassen haben, genau eine Stunde vor unserer Eröffnung.“ Auch die Stadtwerke bekamen ein dickes Lob von ihr. Am Mittwoch war ein Abwasserschaden zu Tage getreten, der mit dem Starkregen zu tun hatte. „Das war die Krönung“, sagte Uta Gerber. Aber am Donnerstag war alles repariert. Ihren Bauhelm, mit dem sie seit Baubeginn fast täglich im Haus unterwegs war, gab sie gestern an die Handwerker zurück. „Es reicht jetzt mit dem Bauen.“

Von Andrea Kathert

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