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07:17 14.06.2014
Die Vogelkinder sind Brigitte Spendel richtig ans Herz gewachsen.
Die Vogelkinder sind Brigitte Spendel richtig ans Herz gewachsen. Quelle: Robert Roeske
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Oranienbrug

Im Efeu an der Hauswand hatten die Vogeleltern ihr Nest gebaut. Und plötzlich lag ein totes Vögelchen im Garten. „Ich hatte gleich meinen Kater in Verdacht“, erzählt die 71-Jährige. Und dann entdeckte sie die drei winzigen Vögel, die offenbar aus dem Nest gefallen waren. „Ich wollte sie auch gleich wieder reinsetzen“, meint die Rentnerin. Aber das Nest hatte keinen Boden mehr. Kurzerhand brachte sie die drei Vögel in ihrer Veranda in Sicherheit. Doch was nun? Ein Anruf beim Naturschutzbund brachte sie nicht weiter, eine Auffangstation gäbe es nicht. „Dann bin ich zur Zoohandlung Strate gefahren“, erzählt Brigitte Spendel. Und dort bekam sie von Peter Strate nicht nur das richtige Wildfutter , sondern auch viele hilfreiche Tipps.

Die kleinen Drosseln entwickelten einen mächtigen Appetit. Quelle: Robert Roeske

Mit dem ruhigen Rentnerleben war es für die 71-Jährige allerdings von Stund an vorbei. „Am Anfang habe ich vier Mal in der Stunde gefüttert.“ Die kleinen Racker entwickelten einen ungeheuren Appetit. Als über Pfingsten das Trockenfutter ausging, bewaffnete sich Brigitte Spendel mit einem Spaten und wühlte mit gerümpfter Nase im Kompost nach Regenwürmern. „So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie die verschlungen waren.“ An den heißen Hundstagen war die Rentnerin nur damit beschäftigt, den Kleinen Flüssigkeit einzuflößen, mit einer Pipette. Den ganzen Tag kümmert sich die 71-Jährige um ihre Zöglinge. „Nur mittags, wenn sie schön satt sind, hab ich mal ’ne Pause.“ Morgens schleicht Brigitte Spendel inzwischen durch ihr Haus. „Wenn die mich hören oder sehen, ist es aus.“
Die drei Singdrosseln sind inzwischen die Attraktion des Hauses. Jeder, der zu Besuch kommt, muss einen Blick in die Veranda werfen. Brigitte Spendel hat inzwischen jede Menge über Vögel gelernt. „Ich wusste echt nicht, wie nützlich die sind.“ Und für sie ist klar: „Die ganze Arbeit hat sich wirklich gelohnt.“ Doch nun sind zwei der Nestflüchter flügge geworden. So richtig weiß die Rentnerin nicht, wann sie ihre Schützlinge ins Freie lassen soll. „Aber die gehören in die Natur.“ Vielleicht ist heute der große Tag dafür.

Ziehkinder

Die Rentnerin Brigitte Spendler zieht seit drei Wochen drei kleine Drosseln auf. Über die Tiere hat sie sich schlau- gemacht.
Die Drosseln fressen am liebsten Würmer. Die Nestflüchter werden mit Wildvogeltrockenfutter aufgezogen. Regenwürmer sollten sie nur einmal in der Woche bekommen.
Normalerweise brüten Drosseln nur zwei Eier aus, für vier Jungvögel war das Nest vielleicht nicht stabil genug.

Von Andrea Kathert

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