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Oberhavel Digital durchs nächtliche Schloss
Lokales Oberhavel Digital durchs nächtliche Schloss
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21:00 30.03.2017
Max und Moritz aus der 5b beim virtuellen Rundgang. Viele Fragen zu den  Exponaten  beantworteten sie richtig.
Max und Moritz aus der 5b beim virtuellen Rundgang. Viele Fragen zu den Exponaten beantworteten sie richtig. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Ein interaktives Angebot für die Besucher erlebt im Oranienburger Schloss seine Premiere: An einem Tisch können die Gäste zu einem digitalen Rundgang durchs nächtliche Schloss aufbrechen und im Schein der Taschenlampe Spannendes zu den Highlights der Ausstellung erfahren.

Die Taschenlampe hat nicht irgendjemand in der Hand: Guides sind König Friedrich I. und die kleine Kastellanstochter Luise Marie Rese. Je nach dem, wo der Besucher auf seinem virtuellen Weg durchs Schlossgemäuer auf dem Bildschirm mit dem Finger Halt macht, erklären sie die Exponate und es gibt einen Wissensquiz dazu. Die Antworten weiß der genau, der bei einer vorangegangenen Schlossführung gut zugehört hat.

Die Schüler Emily, Maja, Max und Moritz aus der Klasse 5b der Oranienburger Comeniusgrundschule probierten das Angebot am Mittwoch aus. Und Max konnte mit richtigen Antworten glänzen – er kannte sich im Museum aus.

„Oranienburg ist damit innerhalb unserer Schlösser in Berlin und Brandenburg Vorreiter. Wir möchten diesen Standort stärken. Oranienburg liegt uns am Herzen“, so die Direktorin der Abteilung Schlossmanagement, Kerstin Schilling. Sich spielerisch informieren zu können und auch Entertainment im digitalen Zeitalter im Museum anzubieten, sei heute wichtig, so Schilling.

Das Oranienburger Schloss besichtigen im Jahr durchschnittlich 20 000 Gäste. Täglich gibt es Führungen durch die rund 20 kurfürstlichen Gemächer, an den Wochenenden im Durchschnitt acht, so Kastellanin Berit Gloede.

Entwickelt hat den Medientisch die Designagentur Whitebox in Dresden. Finanziert worden ist er von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten und der MBS, die ein Drittel der Kosten übernommen hatte. Über die genaue Summe hielt sich Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, zwar bedeckt, erinnert jedoch daran: „Wir haben schon die Restaurierung der Silberkammer im Oranienburger Schloss unterstützt. Weil wir eben auch eine Herzkammer für die Außenstandorte der Museen haben“, so von Rauch.

Den Erzählungen der kleinen Kastellanstochter zu lauschen, macht beim digitalen, nächtlichen Schlossbesuch besonders Spaß: Sie berichtet zum Beispiel, dass der König ein ziemlicher Angeber war, der mit seinem Silber und Porzellan protzen musste, dass seine Krönung eine ziemliche teure Angelegenheit war und dass der sächsische König im Anblick des chinesischen Porzellans in Oranienburg von der Porzellanleidenschaft gepackt wurde. Und: dass der König in der silbernen Prunkfigur des „Bombenträgers“ in der Silberkammer sein Konfekt versteckt hielt.

Das Oranienburger Schloss galt um 1700 als das schönste unter den preußischen Residenzen. Ab 1. April ist es wieder von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, letzter Einlass: 17.30 Uhr.

Von Heike Bergt