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Oberhavel E-Tankstelle geht in Betrieb
Lokales Oberhavel E-Tankstelle geht in Betrieb
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20:04 15.01.2018
Sahen sich die neue Ladesäule an: Martin Beyer (l.), Vorsitzender der Gemeindevertretung, und Bürgermeister Hans G. Oberlack (M.) ließen sich Sandy Schramm von der E.DIS Netz GmbH die neue Elektrotankstelle erklären. Quelle: Gemeindeverwaltung
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Glienicke

Der Einstieg in das Elektroauto-Zeitalter hat auch in Glienicke/Nordbahn begonnen: Zusammen mit dem Energieversorger E.DIS Netz GmbH und dem Ladesäulenbetreiber Charge-ON GmbH nahm die Gemeinde auf dem Michael-Bittner-Platz vor der Dreifeldhalle die erste Elektrotankstelle in Betrieb. Damit setzte die Verwaltung einen entsprechenden Beschluss der Gemeindevertretung um.

„In Zukunft soll die E-Mobilität genauso bequem sein wie bei einem normalen Auto, das noch mit Kraftstoff getankt wird“, sagte Bürgermeister Hans G. Oberlack (FDP). Das sei die Botschaft für die Zukunft. Die Elektrosäule verfügt über zwei Ladepunkte und gibt bis zu 22 Kilowatt pro Stunde (kWh) her. „Wie schnell ein Elektroauto aufgeladen wird, hängt auch von der Batterie des Fahrzeuges ab“, sagte Sandy Schramm, e-mobility-Experte der E.DIS Netz Gesellschaft. Wer einen Wagen mit einer Akkuleistung von 22 Kilowatt fahre, brauche für den Ladevorgang nur eine Stunde. „Es gibt aber auch schon Batterien mit 44 Kilowatt.“ Dann dauere eine volle Ladung zwei Stunden.

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Mit der Hilfe eines Förderprogramms des Bundesamtes für Verwaltungsangelegenheiten konnte die Ladesäule aufgestellt werden. Nach Aussage von Schramm werde der entstandene Strompreis mit einer Kreditkarte oder einer Ladekarte bezahlt. Der Tankvorgang wird nach Minuten abgerechnet. „Fast jeder, der ein Elektroauto besitzt, verfügt auch über eine Ladekarte“, sagte Michael Rühe von der Charge-On GmbH.

Doch hier steckt der Teufel noch im Detail. Jeder Besitzer eines Elektroautos kann mit seinem Fahrstromanbieter vertraglich eine Flatrate vereinbaren und ist an einen bestimmten Preis gebunden. Da es eine nicht übersichtliche Zahl an Anbietern von Ladekarten gibt, müssten Nutzer mehrere Ladekarten besitzen, um wirklich jede Säule nutzen zu können. Das kritisierte die Glienicker Bürgerin Michaela Scheller, deren Mitsubishi auch mit Strom fahren kann. „Es muss möglich sein, dass ich mein Elektroauto an jeder Ladesäule ad hoc und ohne eine bestimmte Ladekarte aufladen kann, und zwar zu einem günstigen Preis.“ In zwei Apps, die sowohl die Ladesäulen-Standorte als auch die Preise anzeigen, werden ihr für die Glienicker Station zwei unterschiedliche Preise angegeben. So kostet der Tankvorgang pro Minute einmal 12 und einmal 33 Cent.

Bürgermeister Oberlack sieht einigen Nachholbedarf und ist der Auffassung, dass die derzeitigen Geschäftsmodelle noch nicht ausgereift seien. Er glaube, dass die meisten Nutzer von Elektrofahrzeugen in Glienicke ihr Gefährt in der heimischen Garage oder unter dem Carport aufladen. „Das Angebot richtet sich daher an Durchreisende und an Glienicker, die im Zentrum einkaufen wollen oder zum Sport gehen.“ Da sich die E-Mobilität aber rasant weiterentwickele, werde es bei der noch nicht geklärten Ladeinfrastruktur in den kommenden Jahren zu einfachen Lösungen kommen.

Von MAZonline