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Oberhavel Ein Waldstück voller Müll
Lokales Oberhavel Ein Waldstück voller Müll
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02:18 29.03.2018
Ariane Russev und ihr Sohn Emil sammeln regelmäßig Unrat am Wald hinter dem Hennigsdorfer Friedhof. Quelle: Robert Roeske
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Hennigsdorf

Weit schafften sie es nicht in den Forst. Gerade einmal 15 Meter liefen Ariane Russev und ihr Sohn Emil in das Waldstück hinter dem Waldfriedhof hinein. Die beiden waren nicht zum Spazieren gekommen, es wartete Arbeit. Das Duo wollte am vorletzten Sonnabend und Sonntag das kleine Areal etwas vom Müll befreien. Und davon liegt im Wald genug herum. Alte Fahrradreifen, Schnapsflaschen, Plastiktüten. Es lag sogar benutztes Toilettenpapier im Gestrüpp.

Am Ende schleppten sie vier prallvolle Müllsäcke aus dem Wald. Für Ariane Russev war das ein Aha-Erlebnis. „Der ganze Wald ist voller Müll und es kommt auch ständig was dazu“, ärgert sich die 32-Jährige. Bislang hatte die Hennigsdorferin nie so genau hingeschaut. Doch vor ein paar Wochen sprach sie ihr Sohn Emil darauf an, warum die Menschen denn ihre Umwelt so sehr verschmutzten. Eine vernünftige Antwort konnte sie ihrem Sohn nicht geben. Die junge Mutter konnte es nur besser machen, ihrem Emil ein Vorbild sein. „Deshalb haben wir uns Müllsäcke genommen und sind in den Wald marschiert“, erklärt Ariane Russev.

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Die beiden Sammler suchen Mitstreiter

Künftig wollen die beiden mindestens einmal im Monat in den Wald gehen, um aufzuräumen. „Wir würden uns freuen, wenn es Hennigsdorfer geben würde, die sich uns anschließen wollen“, sagt Ariane Russev

Ihr Sohn Emil ist mit großem Spaß dabei, wetzt bei den Aufräum-Einsätzen immer vorneweg. „Ich finde es wichtig, dass der Wald nicht voller Müll ist. Das ist doch auch schlecht für die Tiere“, sagt der Siebenjährige.

Ein Problem ist, dass die Sammler nicht wissen, wo sie die Müllsäcke lassen sollen. Ariane Russev rief bei Revierleiter Bernd Erdmann und bei der Stadtverwaltung an, beide nannten den jeweils anderen als Verantwortlichen. Am Ende ließ sie die Säcke an einer nahegelegenen öffentlichen Mülleinfassung stehen. Die Stadtverwaltung hat sich nun in die Sache eingeschaltet. Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt werde sich die Stelle ansehen, damit etwas unternommen werden könne, erklärte Ilona Möser, Sprecherin der Stadtverwaltung.

Viel Müll in Hennigsdorf

Das Müllproblem gebe es aber auch an anderen Stellen. Ariane Russev, die in Hennigsdorf aufgewachsen ist, findet, dass die Bürger die Stadt zu sehr verschmutzen. Gerade auf größeren freien Flächen im Stadtgebiet sei Müll zu finden, genau wie im Gewerbegebiet an der Havel. Sie und ihr Emil setzen nun ein Zeichen dagegen. Und hoffen, dass sich andere anschließen.

Bürger, die mitsammeln wollen, können Ariane Russev an ariane.russev@yahoo.de eine E-Mail schreiben.

Von Marco Paetzel