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Oberhavel Einblicke in die Arbeit eines Hufschmieds
Lokales Oberhavel Einblicke in die Arbeit eines Hufschmieds
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02:18 28.04.2018
Mit vereinten Kräften wird dem Kaltbluthengst Arenal der linke Vorderhuf beschnitten. Gäste aus Polen und Litauen schauen dabei zu. Quelle: Uwe Halling
Gransee

Arenal ist schwarz, stark und wiegt 800 Kilo. Das rheinisch-deutsche Kaltblut gehört zu den Zuchthengsten von Olaf Peters Pferdezucht in Gransee und musste am Mittwoch wieder einmal zur Pediküre: „Für Pferde ist die Hufpflege wie für uns Fingernägel schneiden“, erklärte der Hufschmied.

Um Olaf Peters Arbeit kennenzulernen, war am frühen Mittwochnachmittag eine Delegation aus dem Landkreis Oberhavel, der litauischen Region Vilnius und dem polnischen Landkreis Biała Podlaska in dessen Betrieb zu Gast.

Das Interesse am Beruf des Hufschmieds war lange rückläufig

Die polnischen und litauischen Besucher schauten sich im Rahmen ihres Projektpartnertreffens „Aussterbende Berufe auf dem europäischen Arbeitsmarkt“ in Oberhavel neben der Hufschmiede auch den Lehrbauhof Oranienburg sowie den Ziegeleipark Mildenberg an. Das Erasmus-Plus-Projekt zwischen den drei internationalen Regionen läuft bis zum 30. September 2019 und soll mit einem 14-tägigen Programm für deutsche, polnische und litauische Auszubildende enden, bei dem sie Zusatzqualifikationen erwerben können.

„Das Interesse am Beruf des Hufschmieds war lange rückläufig, man dachte, er wird nicht mehr gebraucht“, sagte Olaf Peter, während er die Hufe des Pferdes bearbeitete. „Mittlerweile ist die Nachfrage wieder merklich gestiegen, allerdings wird er aufgrund der neuen Berufsausbildungswege fast komplett neu erfunden.“ Heutzutage arbeiteten die Pferde nicht mehr nur für die Menschen, sondern andersherum; orthopädisch und therapiebegleitend, aber auch im Pferdesport.

Hufschmied zu sein ist nicht nur körperlich fordernd, sondern kann auch gefährlich werden, wenn ein Pferd mal zutritt. Quelle: Uwe Halling

„In Deutschland gibt es etwa 1.100 Hufschmiede, davon arbeiten rund 70 im Land Brandenburg“, sagt Olaf Peter, der auch als Prüfungsmeister an der FU Berlin den Nachwuchs betreut. „Von jährlich zwölf Auszubildenden bleiben letztlich jedoch nur vier oder fünf im Beruf“, sagt der Granseer. Der Job eines Hufschmieds ist körperlich sehr anstrengend und auch nicht ungefährlich. „Manche kommen dabei an ihre körperlichen Grenzen“, sagt Olaf Peter.

Trotzdem macht er seine Arbeit, für die er sich schon früh begeisterte, mit viel Leidenschaft und ist auch nach 33 Jahren noch immer gerne Hufschmied. „Ich bin stolz auf das, was ich mir aufgebaut habe.“

Zusatzausbildung zum Hufschmied

Wer Hufschmied werden möchte, kann nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung hierfür eine Zusatzausbildung machen. Dafür sind ein zweijähriges Praktikum sowie eine viermonatige Ausbildung in einer Lehrschmiede notwendig.

„Wir konnten heute viele neue Eindrücke und Sichtweisen auf einige Berufe bekommen“, sagte Karol Sudewicz, Direktor des Europäischen Zentrums für Bildung und Betreuung im polnischen Roskosz. Mit einigen Mitarbeitern konnte sich der Projektpartner ein gutes Bild verschaffen und Vergleiche zu eigenen Arbeitsweisen ziehen.

Karol Sudewicz, Direktor des Europäisches Zentrums für Bildung und Betreuung Biala Podlaska aus Polen. Quelle: Uwe Halling

„In Polen produzieren Hufschmiede auch kunstvolle Geräte aus Stahl, dort ist der Beruf weiter gefasst“, sagte der Besucher. Im Projekt wolle er mit den Partnern daran arbeiten, solche Berufe nicht aussterben zu lassen.

Auch Valdas Kazlauskas vom Schulzentrum für Technik, Land- und Betriebswirtschaft in Vilnius zeigte sich von dem Gesehenen angetan: „Ich bemühe mich, innovative Ideen in die Ausbildungen in alten Berufen zu integrieren“, betonte der Gast aus Litauen. Besonders gut habe ihm das Modell der Gesellenausbildung beim Besuch des Lehrbauhofes gefallen.

Mehr Informationen zu dem Kooperationsprojekt gibt es auf der eigens eingerichteten Internetseite www.diprof.eu.

Von Christina Koormann

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