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Oberhavel Einsatz für die Büffel
Lokales Oberhavel Einsatz für die Büffel
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13:43 16.01.2017
Das Feuchtgebiet bietet für die Wasserbüffel einen guten Lebensraum. Schlammbäder finden derzeit aber nicht statt. Quelle: Axel Lüssow (Fotoclub SichtWeisen)
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Mühlenbeck

Nur rund 800 Meter sind es in Mühlenbeck vom S-Bahnhof zu den Weiden mit Wasserbüffeln und der Konikpferde-Herde – das können nicht viele Orte bieten. Die neu gegründete Bürgerinitiative „Pro Weidetiere“ will dafür sorgen, dass Mühlenbeck seinen großen Pluspunkt behält. Am Sonnabend trafen sich Mitglieder der BI, um ein weiteres weidefähiges Gelände im Naturschutzgebiet Schönerlinder Teiche zu entmüllen. Obwohl noch etwas Schnee lag , zeichneten sich überall auf der künftigen Weidefläche Altreifen, Hausmüll und Metallreste ab. „Wir beräumen jetzt davon soviel wie möglich und die Berliner Stadtgüter als Flächenbesitzer holen den Müll ab“, sagt Ranger Dirk Krone von der Naturwacht, der die Initiative unterstützt.

Die Bürgerinitiative packte bei Mühlenbeck kräftig an. Quelle: Heiko Hohenhaus

Seit 2009 wird das Gebiet innerhalb eines EU-Förderprojekts von einem Agrarbetrieb beweidet. Die Wasserbüffel und die sehr widerstandsfähigen Konikpferde sorgen dafür, dass die Flächen an den Teichen nicht verwalden. Hauptattraktion sind die mächtigen Wasserbüffel, von denen es einzelne Exemplare auf bis zu 1,80 Meter Schulterhöhe und eine Tonne Gewicht bringen können. An den teilweise auf Mühlenbecker Gemarkung gelegenen Schönerlinder Teichen, die einst für die Rieselfeldwirtschaft und die Karpfenzucht genutzt wurden, finden die Büffel gute Lebensbedingungen vor. Sie haben viel Platz und Wasser. In ihrer ursprünglichen Heimat in Asien bevorzugen sie auch Feuchtgebiete und Sumpfwälder. In der wärmeren Jahreszeit nehmen die Mühlenbecker Büffel gern ausgiebige Schlammbäder.

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Das Feuchtgebiet bietet für die Wasserbüffel einen guten Lebensraum. Quelle: Axel Lüssow (Fotoclub SichtWeisen)

„Der hier ausgeschilderte Löwenzahnpfad führt entlang der Weiden. Wasserbüffel, Konikpferde, Vögel und weitere Wildtiere können gut beobachtet werden“, erklärt Dirk Krone. Der fünf Kilometer lange Rundweg mit zahlreichen Infotafeln und die Weiden sei ein sehr lebendiges Bildungsangebot mitten in der Natur.

Ein Ärgernis sind für die Bürgerinitiative die vielen Stacheldrahtreste, die offenbar aus DDR-Zeiten auf den noch überwiegend ungenutzten, aber weidefähigen Flächen liegen. „Die müssen unbedingt weg. Der Stacheldraht ist gefährlich für die Weidetiere. Wir haben schon gesehen, dass sich ein Konikpferd daran zu schaffen gemacht hat“, sagt Axel Lüssow von der BI. Und so musste am Sonnabend auch der Seitenschneider ran, um rostige Drahtüberreste zu entfernen.

Der alte Stacheldraht muss weg. Quelle: Heiko Hohenhaus

Die Mitglieder der Bürgerinitiative verhehlen nicht, dass sie in Sorge sind. So habe der im Barnim und in Thüringen beheimatete Agrarbetrieb im Herbst die Zahl der Wasserbüffel verringert und die Pferdeherde verkleinert, erklärt die Mühlenbecker Tierschützerin Martina Neitzel. Vier Büffel und zwölf Pferde sind jetzt noch auf den Weiden. „Mit unseren Müllsammelaktionen zeigen wir, dass den Einwohnern die Weidetiere am Herzen liegen“, so die Mühlenbeckerin. Die BI setze sich dafür ein, dass alle Beteiligten – Naturschutzbehörden, Flächenbesitzer, Landwirt, Gemeinde – an einen Tisch kommen und die Zukunft der Weideflächen sichern.

Von Heiko Hohenhaus

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