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Oberhavel Nach Schülergewalt in Borgsdorf: Zweifel von Eltern an Veränderungen bleiben
Lokales Oberhavel Nach Schülergewalt in Borgsdorf: Zweifel von Eltern an Veränderungen bleiben
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10:42 15.09.2019
Was hinter dieser Fassade der Grundschule Borgsdorf passiert, soll nach dem Willen der Schulleitung nicht nach Außen gelangen. Quelle: privat
Borgsdorf

Nach der Elternversammlung an der Grundschule Borgsdorf zu einem ungewöhnlichen Vorfall von Schülergewalt herrscht weiter eine Front des Schweigens. Zwar informierten Eltern aus Sorge um ihre Kinder die MAZ über die Straftat (MAZ berichtete), wollten aber namentlich nicht genannt werden.

Das ändert sich auch nach der Veranstaltung vom Donnerstagabend nicht. Im Gegenteil: Die Eltern berufen sich nun auf eine Art von Schweige-Gelübde. „Ich habe mich selbst zur Diskretion verpflichtet“, mahnt ein Vater gegenüber der MAZ, „halten Sie mich dabei raus.“ In einem früheren Gespräch gab der Mann auf Nachhaken der MAZ zu, dass er auch Gewalttaten des zwölfjährigen Haupttäters gegen seinen eigenen Sohn befürchte, wenn sein Name veröffentlicht werde.

„Fest steht, dass er an der Schule verbleiben wird“

Denn obwohl der Täter, der Mitschüler seiner 5. Klasse während einer unbeaufsichtigten Unterrichtsstunde nach einem vorgetäuschten, „bewaffneten“ Überfall geschlagen und auf den Boden gestoßen haben soll, nun für eine weitere Woche zusammen mit einem Mitläufer vom Unterricht suspendiert wurde, sei er weiterhin im Ort präsent. Außerdem erfuhr eine Mutter auf der Versammlung: „Fest steht, dass er an der Schule verbleiben wird.“

Bereits zuvor sei der gewalttätige Schüler verbal auffällig geworden. Dabei seien Sätze wie, „Ich stech’ dich ab“, gefallen. Ob er diese Aussage auch während der Straftat wiederholt habe, wollte ein Mitarbeiter der Pressestelle der Polizeidirektion Nord am Mittwoch nicht bestätigen, da diese verbale Bedrohung Teil der Ermittlungen sei.

Konferenz der Lehrkräfte arbeitet an Maßnahmenplan

Empfunden wurde die Elternversammlung von dem Vater „als sehr konstruktiv und sehr zielführend.“ Was aber genau besprochen wurde, möchte er jedoch nicht sagen. Auch die Schulleiterin, Tatjana Liebach-Schultz, war weiterhin für die MAZ nicht zu sprechen. Der amtierende Leiter des Landesschulamtes, Conrad Gimpel, gibt schriftlich Auskunft: „Die Konferenz der Lehrkräfte arbeitet an einem Maßnahmenplan, der greift, wenn die vom Unterricht vorübergehend ausgeschlossenen Kinder wiederkommen. Unter anderem sieht der Plan eine enge Zusammenarbeit mit den Elternhäusern vor, eine enge Beaufsichtigung im Zusammenwirken des gesamten Teams, Einstellung einer pädagogischen Unterrichtshilfe durch das Schulamt.“

Die Mutter zweifelt aber an den Beteuerungen: „Ob das alles was bringt, weiß ich nicht.“ Ob sie von Traumatisierungen bei den Grundschülern durch den Überfall erfahren habe? „Dadurch, dass die Schüler nicht mehr an der Schule präsent waren, haben sie sich beruhigt“, antwortet sie. Auch Schulamtsleiter Gimpel habe keine Kenntnis von Traumatisierungen, beteuert aber eine „Nachbereitung des Vorfalls mit den betroffenen Klassen durch Schulsozialarbeit und Schulpsychologie in Gruppen- und Einzelgesprächen“, weiterhin „Trainings zur Stärkung der Kinder im Rahmen des Unterrichts“ durchzuführen.

Zusätzliche Sozialarbeit und Elterngespräche sollen helfen

Zu Maßnahmen gegenüber dem Haupttäter informiert er: „Es erfolgen parallel Gespräche zwischen Schüler, Schulsozialarbeit und Schulpsychologie, ferner erfolgen Gespräche mit den Eltern. Diese arbeiten von Anfang an kooperativ mit der Schule zusammen. Sie haben sich mehrmals für das Verhalten ihres Kindes entschuldigt.“

Da die Eltern syrischer Herkunft sind, würden zur Kommunikation Sprachmittler beschäftigt. In Zukunft soll dieser Kontakt laut Gimpel intensiviert werden: „Die Schule fordert die Präsenz der Eltern der Täterkinder im Schulalltag ein und unterstützt die Familien bei der Umsetzung.“ Gemeint sei damit deren aktive Teilnahme an Elternabenden, schulischen Höhepunkten und die Mitarbeit im Förderverein.

Von Matthias Busse

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