Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Erste Schutzausrüstungen in Oberhavel eingetroffen
Lokales Oberhavel Erste Schutzausrüstungen in Oberhavel eingetroffen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 30.03.2020
Die Kliniken in Oberhavel sollen als erstes von den gelieferten Schutzausrüstungen profitieren. Quelle: Landkreis Oberhavel
Anzeige
Oberhavel

Eine erste Lieferung von persönlicher Schutzausrüstung, die der Bund den Ländern und Landkreisen zur Behandlung von SARS CoV2-Infizierten zur Verfügung stellt, ist am Montagmorgen in Oberhavel eingetroffen. Um 7 Uhr nahm der Verwaltungsstab der Kreisverwaltung die für Oberhavel zugeteilte Menge am Zentrallager der Polizei in Wünsdorf entgegen. Anschließend wurden die knapp 12300 Mund-Nasen-Schutz-Masken, circa 700 FFP2- und 60 FFP3-Masken sowie rund 6000 Untersuchungshandschuhe unterschiedlicher Größen umgehend verteilt. Das gilt auch für die ebenfalls in der Lieferung enthaltenen 55 Pflegekittel sowie die ebenfalls eingetroffenen Hände- und Flächendesinfektionsmittel.

Schutzausrüstung geliefert: Priorität genießen die Kliniken

Anzeige

Der Landkreis Oberhavel folgte bei der Verteilung den Empfehlungen des Interministeriellen Krisenstabes der Landesregierung. Priorität haben die Kliniken im Kreis – die Standorte der Oberhavel Kliniken in Oranienburg, Hennigsdorf und Gransee, die Sana Kliniken in Sommerfeld und die Asklepios-Klinik in Birkenwerder sowie die Rettungsdienst gGmbH. Darüber hinaus versorgt der Landkreis seine kreiseigenen Gesellschaften, die AWU und die OVG, mit Desinfektionsmitteln. „Weitere Schutzausrüstung wird in allen medizinischen Bereichen dringend benötigt. Insbesondere die Kliniken, aber auch der Bevölkerungs- und Katastrophenschutz und Pflegeeinrichtungen benötigt Material. Anfragen nach Schutzausrüstung erreichen uns außerdem vermehrt von niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten“, berichtet Landrat Ludger Weskamp. Letztere werden allerdings gemäß Absprache mit dem Land von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Brandenburg mit Schutzmaterial versorgt. Dabei gestaltet sich die Beschaffungslage aktuell schwierig: „Wir hoffen, dass bald weitere Lieferungen von Bund und Land folgen werden. Zugleich arbeiten wir weiter selbst daran, Schutzausrüstung zu beschaffen“, erklärt Weskamp. Noch in dieser Woche erwartet die Kreisverwaltung weitere Lieferungen unterschiedlicher Schutzmasken und -Anzüge.

Fallzahlen steigen in Oberhavel über die 100-Marke

Im Landkreis Oberhavel sind 101 Menschen positiv auf das SARS CoV2-Virus getestet worden (Stand: 30. März, 12 Uhr). Davon befinden sich 85 Personen in häuslicher Quarantäne, sechs müssen stationär behandelt werden. Eine Person ist verstorben. Neun Personen sind geheilt. 683 Menschen aus Oberhavel stehen derzeit temporär zu Hause unter Quarantäne, weil sie begründete Verdachtsfälle sind. 476 Menschen wurden bereits negativ auf das Coronavirus getestet, bei 207 Personen steht das Testergebnis aktuell noch aus. Außerdem wurden 304 Menschen im Landkreis häuslich abgesondert, weil sie mit positiv getesteten Personen direkten Kontakt hatten. Die COVID-19-Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen im gesamten Landkreis: Hennigsdorf (19), Hohen Neuendorf (18), Oranienburg (18), Velten (10), Oberkrämer (10), Glienicke/Nordbahn (9), Mühlenbecker Land (4), Birkenwerder (4), Löwenberger Land (2), Leegebruch (4) sowie Liebenwalde, Zehdenick und Amt Gransee (jeweils 1 Fall). In Fürstenberg und Kremmen gibt es keine gemeldeten COVID-19-Fälle.

Infotelefon des Gesundheitsamtes weiter geschaltet

Wer den Verdacht hat, erkrankt zu sein, sollte nicht unangemeldet in eine hausärztliche Sprechstunde gehen. Dort könnte er möglicherweise weitere Menschen anstecken. Es ist unbedingt notwendig, beim Hausarzt oder auch beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter den Telefonnummern 116,117 anzurufen. Die Ärzte werden gezielt nach Symptomen fragen und den Betroffenen untersuchen. Informationen zu medizinischen Fragen rund um das Coronavirus gibt auch das Gesundheitsamt über das zentrale Infotelefon. Es ist unter der Rufnummer 03301/6013 900 montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 14 Uhr zu erreichen. Nachfragen können auch per E-Mail an das Gesundheitsamt des Landkreises gerichtet werden. Die Mailadresse lautet: ges.corona@oberhavel.de. Eine umfangreiche Liste weiterer Hilfsangebote und deren Rufnummern sind auf der Homepage des Landkreises unter oberhavel.de/corona veröffentlicht. Darunter finden sich Seelsorge-Hotlines ebenso wie Hilfsangebote für Unternehmen und Existenzgründer der Winto.

Diverse Hotlines sind geschaltet

Die Beratungsstelle der Winto ist von Montag bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr unter der Rufnummer 03302/559 200 sowie der E-Mail-Adresse winto@winto-gmbh.de zu erreichen. Die Hotline für Notfälle außerhalb der Geschäftszeiten lautet: 0151/65790629. Informationen gibt es außerdem online unter wirtschaft-oberhavel.de. Gewerbliche Fragen zur Eindämmungsverordnung können an die örtlichen Ordnungsämter der Städte und Gemeinden gerichtet werden. Eine weitere Landkreis-Hotline für Nachfragen von Eltern zur Notfallbetreuung in Tagespflegestellen, Kitas und Horten ist montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr unter der Rufnummer 03301/60 13 400 erreichbar. Fragen können außerdem per E-Mail an kindernotbetreuung@oberhavel.de gestellt werden.

Von MAZonline

Anzeige