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Oberhavel Faible für Folk und auch ein gutes Guinness
Lokales Oberhavel Faible für Folk und auch ein gutes Guinness
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17:12 12.01.2018
Oranienburger Pflanze: Oliver Dehnick.
Oranienburger Pflanze: Oliver Dehnick. Quelle: privat
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Oranienburg

Coole Typen waren das. Die Musiker von „Metallica“. „Ihr schnelles, präzises Spiel hat mich fasziniert. Das ist Musik auf höchstem Niveau“, erinnert sich Oliver Dehnick. Damals war er zwölf und hörte die US-amerikanische Band auf der Geburtstagsparty seiner 14-jährigen Schwester. Das Schlüsselerlebnis. „Seitdem wollte ich Gitarre spielen.“ Oliver Dehnick nahm erste Unterrichtsstunden. Und blieb dran. Heute ist er Musiker, Bandleader, Gitarrenlehrer an der Kreisvolkshochschule und hat dort seit mittlerweile 15 Jahren rund 600 Schülern den Weg zum Spiel auf den Stahlsaiten geebnet.

Der 43-Jährige ist ein waschechter Oranienburger. „Geboren in der Robert-Koch-Straße“, sagt er mit einem Lachen. Dort ist er auch heute wieder zu Hause, mit seiner kleinen Familie: Frau Ivonne, die in der Lehnitzer Kita arbeitet, und dem achtjährigen Sohn Karl.

„Den ersten Probenraum hatten wir 1988 im Lehnitzer Kulturhaus.“ 2001 gründete er mit Freunden die „Stout Scouts“, zwei Jahre später die Coverband „Wellica“. Die löste sich vor drei Jahren auf, „der zeitliche und technische Aufwand wurde einfach zu groß“, begründete Oliver Dehnick. Die „Stout Scouts“ gibt es weiter. Am Sonnabendabend spielen sie zum Beispiel ab 20 Uhr in der Havelbaude in Hohen Neuendorf. Natürlich Irish Folk.

Der ist neben Familie und Gitarre die dritte große Liebe des sympathischen Oranienburgers. „Diese Musik macht einfach gute Laune. Die stell ich selbst zum Putzen an“, sagt er. Und man glaubt es ihm. Dabei liebt er die traditionelle Musik, die Balladen, „die Geschichten erzählen und einen mitfühlen lassen“. Im Jahr 2000 war er das erste Mal auf der Grünen Insel – „und war total verzaubert“. Von der ansteckenden Fröhlichkeit, der Landschaft. Und nicht zuletzt auch den Pubs, den Musikern, dem Guinness. Ehefrau Ivonne und die Band teilen das Irland-Fieber. Inzwischen waren sie sechsmal auf der Insel, am irischen Nationfeiertag am 17. März spielen sie Irish Folk im Oranienwerk. Zur Band, in der die Chemie absolut stimme, gehören Sängerin Sabine Zeller, Barbara Steinacker, Marco Zorzytzky, Dudelsackspieler von „In Extremo“, Martin Spannemann, Louis Jennrich und Hartmut Arndt.

2017 hatten sie 60 Auftritte, 2018 sollen es ebenso viele sein. Sie proben einmal im Monat: „Wir sind alle Profis, stehen aber im Beruf, haben Kinder und damit gibt es Verständnis und wir können uns auch als Musiker aufeinander verlassen“, so Oliver Dehnick, der neben Gitarre, auch Banjo, Mandoline und Bass spielt und natürlich singt. Gelernt hab er das Meiste „in der Szene, bei Workshops, auf der Straße“.

Im Februar startet sein neuer Kurs an der Kreisvolkshochschule. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, „nur Spiellaune und eine Gitarre sind mitzubringen, der Rest kommt von mir.“ Oliver Dehnick weiss, dass die Anfänger sich nicht gleich mit Noten und viel Theorie beschäftigen wollen, sondern vor allem erste coole Lagerfeuersongs spielen möchten. Er hat begleitendes Lehrmaterial entwickelt. Und wem nach zehn Stunden nach Mehr ist, kann Stunden bei ihm nehmen. Sein privater Unterrichtsraum befindet sich an der Robert-Koch-Straße.

Morgens ab 7.30 Uhr macht er das erste Mal Musik, wenn Sohn Karl zur Schule ist. Die Finger müssen beweglich bleiben „und man lernt nie aus“.

Von Heike Bergt

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