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Oberhavel Feuertaufe mit Bravour bestanden
Lokales Oberhavel Feuertaufe mit Bravour bestanden
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10:17 04.08.2017
Lutz Strausdat (57) ist seit dem 10. Juli  Gemeindebrandmeister im Mühlenbecker Land. Davor war er seit 2012 einer der Stellvertreter.
Lutz Strausdat (57) ist seit dem 10. Juli Gemeindebrandmeister im Mühlenbecker Land. Davor war er seit 2012 einer der Stellvertreter. Quelle: Helge Treichel
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Mühlenbecker Land

Seit er vor einem Monat den Staffelstab als Gemeindebrandmeister im Mühlenbecker Land übernahm, hat Lutz Strausdat seine Feuertaufe im wahren Wortsinn absolviert. Nach den Starkregenfällen halfen die 113 aktiven Frauen und Männer in den Nachbarorten aus und rückten zu insgesamt 20 Einsätzen im eigenen Ort aus. Bei einem Großbrand vor zwei Wochen standen zwei Lagerhallen einer alten Holzfabrik in Schildow lichterloh in Flammen. Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Bis zu 140 Einsatzkräfte aus allen vier Löschzügen im Mühlenbecker Land sowie aus umliegenden Kommunen und aus Berlin kamen zum Einsatzort. „Das war spannend, aber nicht außergewöhnlich“, sagt Strausdat in seiner ruhigen Art. „Man ist nicht überfordert.“

Bis zu 30 Meter Schlugen die Flammen bei dem Großbrand in Schildow hoch. Quelle: Gunnar Prütz

Das hänge damit zusammen, dass als Team agiert werde. „Wir haben 35 ausgebildete Führungskräfte“, so der Gemeindebrandmeister. Alle seien in der Lage, einen Einsatz zu leiten. In Schildow zum Beispiel habe auch derjenige das Kommando gehabt, der als erste Führungskraft vor Ort war. Und dann sei da ja auch noch Ex-Chef Reinhard Knaak, der bis zum vollendeten 65. Lebensjahr in zweieinhalb Jahren weiter als Stellvertreter fungiert. Von seiner Erfahrung und seinen Kontakten wolle man profitieren. „Das war ein leichter Wechsel“, fasst Strausdat den Übergang zusammen.

Das bedeute jedoch nicht, „dass alles beim Alten bleibt“, betont der 57-jährige Diplom-Ingenieur für Nachrichtentechnik, der seit seinem 15. Lebensjahr bei der Feuerwehr ist. Sein Ziel sei es, die vier Löschzüge aus Zühlsdorf, Schönfließ, Mühlenbeck und Schildow weiter zusammenzuführen. Das gelte für die Einsätze, aber auch für gemeinsame Übungen und Dienste. So seien mittelfristig zum Beispiel vier bis fünf gemeinsame Ausbildungstage vorgesehen. Weitere Ideen seien willkommen.

Dicke Rauchsäulen stiegen bei dem Großbrand in den Himmel. Quelle: Gunnar Prütz

Ein ganz wichtiger Faktor sei die Jugendarbeit. „Die Nachwuchsgewinnung wollen wir intensivieren“, so Strausdat. Derzeit habe die Jugendfeuerwehr 53 Jugendliche, davon 19 Mädchen. Auch zur aktiven Truppe gehören immerhin 17 Frauen – eine Quote von 15 Prozent! Es sei wichtig, dass es nicht nur Männer gibt. Frauen würden in alle Belange komplett eingebunden: eine habe einen Führungslehrgang absolviert, zwei haben einen Lkw-Führerschein gemacht und fahren Einsatzfahrzeuge zum Ort des Geschehens. „Ich hoffen, dass sich noch mehr Frauen für die Feuerwehr interessieren“, so Strausdat.

Über 14 Fahrzeuge verfüge die Ortswehr: jeweils vier Tanklöschfahrzeuge, Löschgruppenfahrzeuge und Einsatzleitwagen sowie einen Gerätewagen und eine Drehleiter. Die Tageseinsatzbereitschaft sei derzeit gut gewährleistet, allerdings dürfe die Zahl der verfügbaren Kräfte am Tage auch nicht wesentlich sinken. Dass dies nicht geschieht, dafür sorgen nicht zuletzt die Bauhofmitarbeiter, die zugleich freiwillig in der Feuerwehr engagieren.

Mit der Drehleiter konnte kürzlich ein Jungstorch zurück sein Schönfließer Nest gesetzt werden. Aktuell werde überlegt, in zusätzliche Pumpentechnik zu investieren, die mit geringeren Wassertiefen auskommt. Drei der eigenen Pumpen seien bis zum heutigen Tag in Leegebruch im Einsatz, so Strausdat.

Von Helge Treichel

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