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Oberhavel Feuerteufel aus Oberhavel ist zurück
Lokales Oberhavel Feuerteufel aus Oberhavel ist zurück
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11:50 27.01.2014
Der ausgebrannte Schuppen in Nassenheide.
Der ausgebrannte Schuppen in Nassenheide. Quelle: Bert Wittke
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Nassenheide

„Das ging heute ans Eingemachte“, sagt Martin Abel. Der 33-jährige Hauptbrandmeister aus Teschendorf musste seine Kameraden Sonntagmorgen bei knackigem Frost und eisigem Ostwind zu einem Löscheinsatz nach Nassenheide führen. Dort, unmittelbar hinter dem Grundstück Teschendorfer Straße 9,  brannte ein Schuppen, der früher einmal zur Pferdehaltung gedient hat. Die Vermutung liegt nahe, dass sich der Feuerteufel, der seit November vergangenen Jahres den Norden des Kreises Oberhavel unsicher macht, mit diesem Anschlag nach etlichen Tagen Unterbrechung wieder zurückgemeldet hat.

Quelle: Bert Wittke

Um 5.54 Uhr trommelten die Alarmpieper die Feuerwehrleute in Nassenheide und Teschendorf wach. Aus den warmen Betten ging es hinaus in die klirrende Kälte. Minus 15 Grad Celsius zeigte das Thermometer des Tanklöschfahrzeugs beim Ausrücken. Als die Teschendorfer im Nachbarort eintrafen, waren die Nassenheider bereits vor Ort beim Schläucheausrollen. Martin Abel und Nassenheides Einsatzleiter David Schädler einigten sich sofort darauf, dem Löschwasser ein schaumartiges Netzmittel beizumischen um, wie der Teschendorfer Hauptbrandmeister sagte, die Oberflächenspannung aus den heißen, zu löschenden Stoffe zu nehmen. Immerhin stießen die Kameraden wie schon bei vorherigen Einsätzen auch diesmal wieder auf gefährliche Gegenstände am Brandort. Dazu gehörten ein Stromverteiler und eine Propangasflasche. „Der Stromverteiler war allerdings nicht angeschlossen“, sagte Martin Abel. Und die Propangasflasche sei noch nicht heiß gewesen und habe auch noch keinerlei Verfärbungen des Gehäuses, wie sie unter großer Hitzeeinwirkung auftreten, gezeigt.

Quelle: Bert Wittke

Obwohl in dem Schuppen unter anderem etwa 20 kleinere Ballen Stroh lagerten, konnte das Feuer verhältnismäßig schnell gelöscht werden. „Es ist uns gelungen, das Stroh mit Einreißhaken und Forken auseinander zu ziehen, so dass wir besser an die Glutnester herankamen“, berichtete Martin Abel. Zur Brandbekämpfung nutzten die Kameraden zunächst die 6000 Liter Wasser des Teschendorfer Tankers. Als sie später den Tanker noch einmal befüllen wollten, stellten die Feuerwehrleute fest, dass er etwa 100 Meter vom Brandort entfernten Hydrant zugefroren war, so dass sie auf einen Hydranten zurückgreifen mussten, der etwa 300 Meter von der Einsatzstelle entfernt liegt.

„Ich habe befohlen, die Strahlrohre auch bei kleineren Löschpausen stets leicht laufen zu lassen“, sagt Martin Abel. Damit sollte das Wasser in den Schläuchen in Bewegung gehalten werden, um ein Einfrieren zu verhindern. Dass der eisige Wind von Ost über die nur 100 Meter von der Brandstelle entfernte und dort vierspurige Bundesstraße 96 pfiff, zwickte zwar mächtig in den Gesichtern der Feuerwehrleute, half ihnen aber auf der anderen Seite bei den Löscharbeiten. So konnten etwas zwei Drittel des Schuppens vor einem Übergreifen der Flammen bewahrt werden. „Ich habe die Kameraden am Einsatzort so oft es ging ausgetauscht“, berichtet Teschendorfs Hauptbrandmeister. Wer nicht unmittelbar gebraucht wurde, sollte sich in den Fahrzeugen aufwärmen. Sowie Löschwasser auf die Bekleidung der Kameraden gelangte, bildeten sich umgehend Eiszapfen. Und als schließlich die Sonne aufging, gingen die Temperaturen noch einmal um drei bis fünf Grad Celsius in den Keller.

Gegen 7.30 Uhr konnten Martin Abel und David Schädler den Befehl zum Abrücken geben. Nassenheides Feuerwehrleute mussten gestern Mittag dann noch einmal zum Brandort ausrücken, um auflodernde Flammen zu löschen.

Zurück im Depot klopften Teschendorfs Feuerwehrleute vor allem zwei Kameraden ganz besonders auf die Schultern: Mit Thomas Rogelin (22 Jahre) und Sven Lauble (40 Jahre) „feierten“ zwei Feuerwehrleute mit diesem Löscheinsatz in ihre Geburtstage hinein.

„Ich möchte allen Kameraden danken, die wieder Gewehr bei Fuß standen, als es hieß, zum Einsatz ausrücken zu müssen“, sagte Martin Abel Sonntagmittag. Und Teschendorfs Einsatzleiter schickte noch einen dicken Dank an die Nachbarn am Nassenheider Brandort hinterher. „Sie haben uns mit heißem Tee und Kaffee versorgt“, berichtete der 33-Jährige. Das erlebe man heute auch nicht alle Tage.

Insgesamt waren am Sonntag je neun Kameraden aus Nassenheide und Teschendorf sowie drei Fahrzeuge im Einsatz. Die Polizei untersuchte den Brandort noch auf Spuren. Brandstiftung als Ursache des Feuers kann nicht ausgeschlossen werden.   

Von Bert Wittke

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