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Oberhavel Fischsterben im Stichkanal
Lokales Oberhavel Fischsterben im Stichkanal
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17:43 18.07.2017
Der Veltener Stichkanal ist durch organische Stoffe verunreinigt. Quelle: Hohenhaus
Velten

Die starke Verschmutzung des Stichkanals beunruhigt derzeit Veltener und Hennigsdorfer Einwohner. Der Kanal riecht an vielen Stellen nach Kloake. Nachdem das Wasser aus Leegebruch in das Veltener Hafenbecken gepumpt wurde und von dort in den Stichkanal gelangte, begann ein Fischsterben. „Leegebruch ist gerettet, das Wasser über den Veltener Hafen abgepumpt. Jetzt sieht man die Folgen des Ganzen. Millionen Fische kämpfen im Stichkanal um ihr Überleben. Das Wasser stinkt, ist schwarz und mit einem Ölfilm bedeckt“, schlägt ein Einwohner auf Facebook Alarm. Tatsächlich haben Angler in den vergangenen Tagen zahlreiche auf dem Wasser schwimmende tote Fische entdeckt.

Der Veltener Stichkanal, in den das Wasser aus dem Hafenbecken fließt, ist stark mit organischen Stoffen verschmutzt. Kreissprecher Ronny Wappler erklärt, dass der Sauerstoffgehalt enorm gesunken ist, vor allem durch den Eintrag von Gräsern aus den entkrauteten Leegebrucher Gräben. Durch den Fäulnisprozess würde dem Gewässer Sauerstoff entzogen, Fische können daran ersticken. Es wurden tote Fische gefunden, von einem Massensterben könne aber nicht gesprochen werden, so Wappler. Nach der Beprobung des Gewässers wurden keine gefährlichen Stoffe identifiziert, eine Gesundheitsgefahr für den Menschen bestehe nicht, so der Landkreis.

Aber auch Gülle und Düngemittel von den Feldern sind offenbar in das Gewässer gelangt. Der Geschäftsstellenleiter des Kreisanglerverbandes (KAV), André Stöwe, berichtet, dass bei einer Beprobung am Dienstag deutlich erhöhte Ammoniakwerte festgestellt wurden. Gemessen wurden 1,5 Milligramm je Liter, normal seien 0,003 Milligramm je Liter. Bakterien, die Ammoniak abbauen vermehren sich und sorgen für eine weitere Abnahme des Sauerstoffgehalts. Stöwe führt die erhöhten Werte auf das angestaute Wasser von den Feldern in Germendorf zurück, das jetzt nach Velten gelange und Gülle mit sich führt. Am Montag wurden auch bedenkliche Nitrat- und Nitritwerte gemessen. Diese seien aber bereits am Dienstag wieder zurückgegangen.

André Stöwe vertritt die Ansicht, dass sich der Umfang des Fischsterbens gegenwärtig noch nicht genau abschätzen lasse. Viele tote Fische würden erst einmal auf den Grund sinken.

Im Stichkanal ist gegenwärtig zu beobachten, wie zahlreiche Fische per Notatmung an der Wasser­oberfläche nach Luft schnappen. Leider treffen sie dann oft auf einen Ölfilm, so der KAV-Geschäftsstellenleiter. Offenbar wären auch anorganische Stoffe aus der Ortslage Leegebruch in den Stichkanal getragen worden.

Eine künstliche Belüftung des Gewässers hält Stöwe nicht für machbar. Ein Problem wäre gegenwärtig die langsame Fließgeschwindigkeit des Stichkanals und der damit nur langsame Wasseraustausch, äußert der Experte des Kreisanglerverbandes.

Kreissprecher Ronny Wappler erinnert daran, das der Stichkanal auf die Havel trifft, die derzeit sehr schnell fließt. „Das ist dann wie eine Wand.“ Der Kreisanglerverband und die Untere Wasserbehörde des Kreises wollen in den kommenden Tagen weitere Beprobungen vornehmen.

Der Veltener Stadtwerke-Chef Michael Kühne bestätigt, dass es im Hafenbecken, wo das Wasser aus Leegebruch ankommt, noch immer eine starke Geruchsbelästigung gebe. Im Hafen selbst seien nur zwei oder drei tote Fische gefunden worden. Durch die Pumpaktion des Technischen Hilfswerks (THW) seien die Sedimente im Hafenbecken aufgewühlt worden, was zur starken Eintrübung führte. Mit Hochleistungspumpen hatte das THW vom 1. bis 9. Juli ununterbrochen Wasser aus dem Raum Leegebruch in das Veltener Hafenbecken geleitet. Die insgesamt neun Pumpen führten in Spitzenzeiten bis zu 72 Millionen Liter Wasser am Tag aus der Ortslage Leegebruch und dem Gebiet zwischen B 96 und A 10 ab.

Von Heiko Hohenhaus

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