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Oberhavel Flüchtlinge aus Eritrea lernen in Oranienburg
Lokales Oberhavel Flüchtlinge aus Eritrea lernen in Oranienburg
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00:31 26.02.2015
14 Menschen aus Eritrea lernen derzeit in Oranienburg Deutsch. Quelle: Marion Bergsdorf
Oranienburg

Die fünfjährige Mela hält ein Stöckchen in der Hand mit einem Magneten an der Schnur und spielt Fische angeln. Arne Proband von der Bürgerinitiative „Willkommen in Oranienburg“ hilft ihr dabei und hält sie mit dem Spiel davon ab, oft zu ihren Eltern zu laufen. Schwester Dibora, fünf Monate alt, schläft seelenruhig im Kinderwagen. Zwölf Flüchtlinge aus Eritrea, zwei von ihnen sind Frauen, sitzen am großen Tisch in einem Raum des Bürgerzentrums an der Albert-Buchmann-Straße in Oranienburg und schreiben auf Arbeitsblättern. Geldstücke sind abgebildet, sie müssen zusammenrechnen, wie viel Cent insgesamt zu sehen sind. Dabei geht es nicht um das Rechnen, das können die 20- bis 35-Jährigen sehr gut. Sie sollen üben, die Zahlen in deutscher Schrift zu schreiben. Die meisten lösen alle Rechenaufgaben und schreiben auch die Zahlen richtig. Lehrerin Brigitte Kellermann schreibt „alles richtig“ oder „super“ auf die Arbeitsblätter. Die Schüler sprechen die deutschen Worte nach und freuen sich über das Lob. Die 25-jährige Azieb ist meist als erste fertig und schaut ihrem Mann Habte (28) über die Schulter. Dieser hat einmal die Zahl Eins nicht richtig geschrieben und übt sie noch einmal.

An der Tafel ist eine große Uhr abgebildet. Die Schüler können die Uhrzeit zwar benennen, jedoch nicht in deutscher Sprache ausdrücken. Dass es für nachmittags kein pm (post meridiem, bedeutet nach Mittag) hinter der Zahl für die Uhrzeit, sondern eine neue Zahl gibt, finden die Flüchtlinge aus Afrika sehr sonderbar.

Seit Januar lernen 14 Menschen aus Eritrea bei Brigitte Kellermann Deutsch. Sie ist begeistert von ihren Schülern: „Die sind absolut fleißig und lernen in der Gruppe. Einer fragte mich nach einer Tafel, weil sie kein Papier haben. Ich kaufte eine elektronische (Wide-Board) günstig beim Discounter und schenkte sie ihnen.“

Von den 200 Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft in Lehnitz nehmen 96 an 18 Deutschkursen teil, die von 30 ehrenamtlichen Dozenten geleitet werden. Unterrichtet wird mit Büchern der Verlage Hueber, Langenscheidt und Dorling Kindersley. Allerdings reichen die Exemplare dieser Lehrbücher nicht aus. Als hilfreich bezeichnet Dozentin Kellermann das vom Copyshop Brunner in der Lehnitzstraße eingerichtete Kopierkonto. Hier können Bürger Geld spenden, der Shop gibt Kopierrabatte. Benötigt werden zudem Wörterbücher. Vielleicht hat sogar ein Professor eines für Deutsch-Tigrinya, der Sprache die in Äthiopien und Eritrea gesprochen wird.

Von Marion Bergsdorf

Kontakt: kontakt@willkommen-oranienburg.de

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