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Oberhavel Francotyp-Postalia: Rückzug aus Oberhavel
Lokales Oberhavel Francotyp-Postalia: Rückzug aus Oberhavel
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19:27 09.01.2014
Das Luftbild zeigt das Ausmaß der Immobilie in Birkenwerder mit Produktionshalle (oben) und Verwaltungsgebäude. Quelle: MAZ
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Birkenwerder

Im Oktober 2014 werde das Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern in ein repräsentatives Verwaltungsgebäude an der Prenzlauer Promenade in Berlin-Pankow ziehen, informierte Unternehmenssprecherin Sabina Prüser. Der Mietvertrag sei Ende Dezember abgeschlossen worden.

Von den aktuell noch insgesamt 220Arbeitsplätzen in Birkenwerder würden zudem 13 bis 15 aus der produktionsnahen Forschung und Entwicklung nach Wittenberge verlegt. Die Produktion selbst war bereits 2012 zusammen mit 50 Arbeitsplätzen in die Prignitz verlagert worden. "Wittenberge steht für die Produktion. Berlin steht für Innovation", kommentierte FP-Vorstandssprecher Hans Szymanski den Umzug. Dieser sei "ein sichtbarer Ausdruck der Weiterentwicklung des FP-Konzerns".

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Die Produktion ist bereits im Jahr 2012 komplett nach Wittenberge (Prignitz) verlagert worden. Quelle: Robert Oeske (Archiv)

Der Umzug nach Berlin sei aus Kostengründen nachzuvollziehen, sagte Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Kutz. Nicht nachzuvollziehen sei dagegen das Verlegen von 13Stellen nach Wittenberge. Schließlich hätten die Mitarbeiter auch von Birkenwerder aus ihre Arbeit machen können, sodass dies auch von Berlin aus möglich sein sollte. "Aus meiner Sicht ist es das Ziel, unsere 13Kollegen auf billige Weise zu entsorgen", sagte Kutz mit Blick auf die für Familien kaum zumutbare Entfernung und den auf diese Weise eingesparten Sozialplan. Für heute sei ein diesbezügliches Gespräch mit der Oranienburger IG-Metall-Sekretärin Stefanie Jahn geplant. "Außerdem werden wir einen Anwalt einschalten, um uns beraten zu lassen", sagte Kutz, der die Produktionsverlagerung nach Wittenberge nach wie vor als Fehler ansieht.

Über die Francotyp-Postalia Holding AG

  • Der FP-Konzern bietet Produkte der Briefkommunikation für Geschäfts- und Privatkunden.
  • Neben traditionellen Maschinen für das Frankieren und Kuvertieren von Briefen umfasst das Angebot Dienstleistungen wie die Abholung von Geschäftspost sowie innovative Softwarelösungen wie den vollelektronischen Brief.
  • Francotyp-Postalia  besitzt bei Frankiermaschinen einen weltweiten Marktanteil von rund zehn Prozent. Der Konzern profitiert in allen Märkten von der Liberalisierung der Postmärkte sowie der Bereitschaft von Unternehmen, ihre Geschäftspost an professionelle Dienstleister auszulagern.
  • Im Geschäftsjahr 2012 erwirtschaftete das börsennotierte Unternehmen einen Umsatz von 165,6Millionen Euro.

"Wir sind sehr zufrieden mit der Produktion in Wittenberge", sagte dagegen Hans Szymanski und verweist auf den Ausbau des Standortes im Rahmen des Umzugs. "Wir bleiben damit dem Land Brandenburg eng verbunden." Zugleich kehre das Unternehmen mit der jetzigen Entscheidung "ein Stück weit in seine alte Heimat zurück". Szymanski: "Berlin ist in den vergangenen Jahren zu einer Hochburg für Innovationen und Talente aus aller Welt geworden. FP wird nun ein Teil hiervon und kann von der Hauptstadt aus das Lösungsgeschäft weiter ausbauen." Der Umzug leiste zudem einen wichtigen Beitrag zur Optimierung der Prozesse des weltweit agierenden mittelständischen Unternehmens mit seinen insgesamt mehr als 1000 Beschäftigten.

Von Helge Treichel

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