Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Frisch schmeckt’s am besten
Lokales Oberhavel Frisch schmeckt’s am besten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:01 05.02.2017
In der Kita „Stadtmusikanten“ wird schon ewig selbst gekocht. Der Trägerverein, die Eltern,Kinder und Erzieherinnen sind sehr zufrieden mit der eigenen Küche . Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Wie viel Zuspruch eine eigene Küche für Kitas und Schulen in Oranienburg hätte, ist alleine aus einer Online-Petition abzulesen, die seit November vorigen Jahres läuft. Besonders in den letzten Tagen stieg die Zahl der Unterstützer noch mal mächtig an. Am Sonntagabend waren es 950, davon 751 alleinen aus Oranienburg. Damit ist sogar das Quorum schon erreicht.

Zu den Initiatoren dieser Petition gehört unter anderen Jana Kotowenko aus Schmachtenhagen. Selbst Mutter eines knapp dreijährigen Sohnes liegt ihr die gesunde Ernährung der Kinder verständlicherweise sehr am Herzen. Und sie weiß, dass es vielen Eltern genau so geht. Die Vorteile einer regionalen Küche direkt vor Ort oder mit kurzen Auslieferungszeiten liegt auf der Hand. Doch in Oranienburg werden die Einrichtungen zurzeit von drei auswärtigen Essensanbietern versorgt.

Gerade ist die Essensversorgung für die städtischen Kitas, Schulen und Horte neu ausgeschrieben worden. Am 30. Januar lief die Frist für die Bewerbungen aus. Jetzt hat Amtsleiterin Anke Michelczak die Angebote auf dem Tisch. „Wir haben die Essensversorgung für drei Jahre ausgeschrieben, mit der Option ein Jahr zu verlängern“, sagt Anke Michelczak. Von den drei bisherigen Anbieter hat Sodexo den größten Anteil übernommen. Die Firmen Sunshine Catering und Zuerbel & Lingk beliefern nur wenige Einrichtungen. Das Ergebnis der Ausschreibung wird im Frühjahr erst feststehen. „Den Zuschlag wollen wir im Mai erteilen“, meint Anke Michelczak.

Mit dem Thema einer städtischen Küche befassen sich die Stadtverordneten eigentlich schon lange. Vor drei Jahren wurde die Verwaltung beauftragt, ein Konzept vorzulegen. Im August 2016 war es fertig. Das Fazit: Die Küche in der ehemaligen Märkischen Kaserne in Lehnitz würde sich zum Umbau eignen, aber Investitionen von mehr als einer Million Euro und jährliche Zuschüsse aus dem Haushalt von 700 000 Euro wären die Folge.

Auch die AG Essen kümmert sich um das Thema. In den nächsten Monaten sollen die AG-Mitglieder, zu denen hauptsächlich Abgeordnete und Mitarbeiter der Stadtverwaltung zählen, verschiedene Varianten eruieren. Das nächste Mal tagt die AG am 14. März.

Mehrere Varianten durchzuspielen ist ganz im Sinne der Petitionsinitiatoren. Anna Kotowenko könnte sich statt einer großen Zentralküche zum Beispiel auch eine Küche in der Schmachtenhagener Nedermeyer-Schule vorstellen. „Dort ist sogar eine eingebaut, die momentan als Lehrküche dient“, sagt sie. Von dort aus könnte man die Schule und die Kitas in Schmachtenhagen, Zehlendorf und Wensickendorf versorgen. „Bei jedem künftigen Neubau müsste man auch gleich eine Küche überdenken“, findet Jana Kotowenko. Die Eltern würden sozial gestaffelt sicher ein wenig mehr für frisches Essen bezahlen, wenn dies ein Argument dagegen sein sollte. Die Schmachtenhagenerin hat sich viel mit dem Thema befasst, auch mit Fördermöglichkeiten. Es gebe beim Bundesministerium für Familien über das IV. Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung“ Fördermöglichkeiten zur Einrichtung von Küchen. Oder Zuschüsse für gesunde Ernährung.

Dass eine eigene Küche auch für kleine Einrichtungen Sinn macht, zeigen andere Beispiele in der Stadt. Nur die besten Erfahrungen mit einer eigenen Küche gibt es in der Kita „Stadtmusikanten“ in der Martin-Luther-Straße. „Wir kochen schon ewig selbst“, sagt Kita-Leiterin Sieglinde Rathnow. „Die Eltern lieben das, und die Kinder auch.“ Ein großer Vorteil: „Bei uns rollt das Essen nicht erst über die Autobahn.“ 74 Kinder lassen sich momentan das frisch gekochte Essen schmecken. „Unsere Köchin ist ganz rührig“, sagt die Kita-Leiterin. Sie kauft alles ganz frisch ein. Träger der Kita „Stadtmusikanten“ ist ein Verein, in dessen gerade neu gewähltem Vorstand Eltern, eine Erzieherin und die Köchin sitzen. Nur während einer Umbauphase kam bei den Stadtmusikanten mal angeliefertes Essen auf den Tisch. „Das wünschen wir uns nicht zurück“, sagt Sieglinde Rathnow.

Die Online-Petition läuft noch bis zum 9. Februar. „Wir Initiatoren sind überwältigt von der Zahl der Unterstützer, damit hätten wir nicht gerechnet“, sagt Jana Kotowenko. „Wir bedanken uns bei Bündnis 90/Die Grünen, bei allen Unterstützern und bei allen, die uns gesammelte Unterschriftenlisten übergeben haben. Die Listen werden den Stadtverordneten übergeben, „als Signal, dass sich was ändern muss.“

Am Dienstag, 7. Februar, befasst sich der Bildungsausschuss wieder mit Investitionen für Kitas und Schulen, vielleicht ist perspektivisch auch eine Küche Thema.

Gesetze und Förderprogramme

Die Online Petition zum Thema eigene Küche für Kitas und Schulen und in Oranienburg ist zu finden unter : https://www.openpetition.de/petition/online/eigene-kueche-fuer-schulen-und-kita-in-oranienburg

Dort ist auch die aktuelle Unterstützerzahl zu sehen. Die Petition läuft noch bis Donnerstag, 9. Februar.

Das notwendige Quorum von 730 Unterschriften von Oranienburgern ist bereits erreicht. Das Quorum gibt an, wie viele Unterschriften nötig sind, damit openPetition von den zuständigen gewählten Vertretern eine Stellungnahme zur Petition einholt.

Die Initiatoren wollen nach Ablauf der Zeichnungsfrist die Unterschriftenlisten den Stadtverordneten von Oranienburg übergeben als Signal, dass sich was ändern muss.

Zu dem Thema haben sich die Petitionsinitiatoren auf mehreren Internetseiten über Gesetze und Fördermöglichkeiten informiert. Hier einige Links dazu:

http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/neue-investitionsmittel-fuer-kitas-und-tagespflege/75964


https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/kinderbetreuung/ausbau-kinderbetreuung/gesetzliche-grundlagen-fuer-den-ausbau-der-kinderbetreuung/86386

http://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/GesundeErnaehrung/KitaSchule/_Texte/Schulfach_Ernaehrung_KMK.html

Von Andrea Kathert

Überraschung! Die Eltern sind im Urlaub, der Sohn bringt derweil den Hof auf Vordermann. – Für Familie Müller aus Schwante (Oberhavel) brach nach einem Vogelgrippe-Fall eine schwere Zeit an. 500 ihrer Tiere mussten getötet werden. Nun der Neuanfang, den der Sohn mit seiner Überraschung einleitete.

08.02.2017

Nicht nur Männer lieben Lokomotiven und Güterzüge. Auch Frauen gefallen die kleinen Wunderwerke der Technik. Vor allem aber, weil sie ihre Männer lieben, mit denen sie deren Hobby teilen und sie bei der Gestaltung der Anlagen unterstützen. Sonntag tummelten sich wieder unzählige Modellbahnfans – männlich und weiblich – bei der Modellbahnbörse in Hennigsdorf.

05.02.2017

Alexander Laesicke ist parteiloser Kandidat für den Bürgermeisterstuhl in Oranienburg. Am Sonnabend startete er seine Tour durch die Ortsteile und begann mit dem kleinsten: in Malz. Graues, kühles Wetter konnte die Malzer nicht schrecken. Etliche standen pünktlich mitten im Ort, um ihre Fragen und Meinungen loszuwerden.

05.02.2017