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Fürstenberg So lief der MAZ-Talk in Fürstenberg
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11:23 29.08.2019
Die Bürgermeisterkandidaten beim MAZ-Talk (v.l.): Olaf Bechert, Robert Philipp, Michael Jonas. Quelle: Uwe Halling
Fürstenberg/Havel

Für Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) hat die Eigenständigkeit von Fürstenberg oberste Priorität. Olaf Bechert (CDU) möchte die Strahlkraft der Stadt erhöhen, und Michael Jonas (parteilos) hat sich die Verbesserung der Attraktivität Fürstenbergs auf die Fahnen geschrieben. Alle drei Bürgermeisterkandidaten, die am Sonntag auf dem Stimmzettel der Wähler stehen werden, haben ihre eigenen Vorstellungen davon, wie sich die Stadt in den nächsten Jahren entwickeln soll, wo die größten „Baustellen“ sind. Mehr darüber erfuhren die gut 70 Teilnehmer bei dem zweistündigen MAZ-Talk im Verstehbahnhof Fürstenberg.

Das Publikum beim MAZ-Talk im Verstehbahnhof Fürstenberg. Quelle: Uwe Halling

Im Falle seiner Wiederwahl würde Robert Philipp gemeinsam mit der Verwaltung, der Stadtverordnetenversammlung und den Ortsbeiräten sowie Ortsvorstehern über eine Zielstellung beraten. Dabei stünden insbesondere die Ortsteile, „die sich von der Kernstadt vernachlässigt fühlen“, im Fokus. Aktuell stehen für den Amtsinhaber die Besetzungen der Bauamtsleiterstelle, die ab Oktober frei ist, sowie die des Schulleiters in der Drei-Seen-Grundschule, ganz oben auf der Agenda.

Entwicklungskonzept für die Stadt

Olaf Bechert plant – noch vor einem möglichen Amtsantritt – Ortsrundgänge in den Dörfern und der Stadt, um einen Überblick über die vielen Probleme und Wünsche, die sich dort angestaut haben, zu bekommen. Gemeinsam mit der Stadtverordnetenversammlung würde er ein Entwicklungskonzept 2030 aufstellen.

Dass die Stadt „unsauber und unattraktiv“ ist, stört Michael Jonas. Einen großen Teil der Schuld daran misst er dem Lkw-Verkehr bei, den er, im Falle seiner Wahl, größtenteils aus der Innenstadt verbannen will.

Ortsumfahrung wird gebraucht

Einig sind sich alle Kandidaten darin, dass der Fahrzeugverkehr die Innenstadt belastet. Dass die Westumfahrung der B 96 gebraucht wird, ist für Robert Philipp und Olaf Bechert klar, auch wenn beiden die Entscheidung, dafür Wald zu roden und ein „wunderschönes Naherholungsgebiet“ (Olaf Bechert) zu zerschneiden, sehr weh tue. Michael Jonas kann sich vorstellen, dass dies noch einmal überprüft werden sollte, ob „wir diese Straße in 40, 50 Jahren noch brauchen“. Für die Anbindung der Stadt und für den Tourismus wäre sie nicht notwendig, mutmaßte er.

Eine ganz andere Autobahn, nämlich schnellstes Internet, das bereits unmittelbar neben dem Verstehbahnhof anliegt, und die damit verbundenen Perspektiven sind hingegen aktuell noch nicht groß im Gespräch. Dass Hacker, die gerade vom Chaos Communication Camp in Mildenberg die Gegend erkundet haben und sich bereits nach passenden Arbeits- und Lebensräumen in der Umgebung der Wasserstadt umschauen, nahm man in der Runde zur Kenntnis.

Tourismus – Nachholbedarf oder Modell für andere

Uneins sind sich die Kandidaten darüber, ob es Nachholbedarf im touristischen Bereich gibt. Während Michael Jonas fehlendes Marketing und zu wenig Investitionen kritisierte, erklärte Robert Philipp, dass „wir uns gar nicht schlecht reden müssen“. Touristen seien „ausnahmslos begeistert“. Olaf Bechert verwies darauf, „dass wir im Tourismus-Marketing hervorragend aufgestellt sind und als Modell für andere Regionen“ gelten. Für das Stadtmarketing wünsche er sich allerdings „mehr Leuchtkraft“.

Gegenteilige Meinungen vertreten Robert Philipp und Olaf Bechert zum Thema Verwaltung. Eine fachliche Arbeitsteilung mit den Verwaltungen in Zehdenick und Gransee könne sowohl die Suche nach qualifizierten Fachkräften erleichtern als auch Ressourcen für bestimmte Aufgaben freigeben, zum Beispiel im Bürgerservice und bei der EDV. Dies sei nötig, um eigenständig bleiben zu können.

Abschlussrunde beim MAZ-Talk in Fürstenberg mit Redaktionsleiter Sebastian Morgner (l.) Quelle: Uwe Halling

Vor einer gemeinschaftlichen Verwaltung warnte hingegen Robert Philipp. Er glaubt, dass Fürstenberg damit seine Eigenständigkeit aufgeben würde und verwies in dem Zusammenhang auf das fehlende Stimmrecht bei der Regio Nord, also im Mittelzentrum. „Wir dürfen uns nicht unter Wert verkaufen“, sagte er. Wenn die Bürgernähe erhalten bliebe, kann sich Michael Jonas eine Zentralisierung gut vorstellen. Allerdings sei die Gleichberechtigung der Partner „schwierig herzustellen“, sagte er

Dass der Verein als Träger der Kita Spatzennest aufgibt und die Einrichtung an die Stadt geben will, hält Robert Philipp für notwendig. Für Olaf Bechert ist dazu noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Die Ergebnisse der Vorher-Nachher-Wahl

Beim MAZ-Talk konnte das Publikum schon einmal probeweise abstimmen, bevor es am Sonntag ernst wird. Abgegeben wurden am Beginn der Veranstaltung 60 Stimmen, am Ende 67 Stimmen.

Die Stimmverteilung zu Beginn: Olaf Bechert – 28, Robert Philipp – 20, Michael Jonas – 12.

Die Stimmverteilung am Ende des MAZ-Talks: Olaf Bechert – 34, Robert Philipp 19, Michael Jonas 14.

Von Martina Burghardt

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